Frösche

Panama-Stummelfußfrosch (Atelopus zeteki)

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Panama-Stummelfußfrosch (Atelopus zeteki)

Bildquelle: Danny Ye / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Panama-Stummelfußfrosch ist das Nationaltier Panamas und eine der bekanntesten bedrohten Amphibienarten weltweit. Mit seiner leuchtend goldgelben Färbung und den schwarzen Flecken ist er unverwechselbar. Leider ist die Art in der Wildnis möglicherweise bereits ausgestorben, hauptsächlich durch den verheerenden Chytridpilz.

Der Panama-Stummelfußfrosch ist das Nationaltier Panamas und eine der bekanntesten bedrohten Amphibienarten weltweit. Mit seiner leuchtend goldgelben Färbung und den schwarzen Flecken ist er unverwechselbar. Leider ist die Art in der Wildnis möglicherweise bereits ausgestorben, hauptsächlich durch den verheerenden Chytridpilz.

Steckbrief: Panama-Stummelfußfrosch (Atelopus zeteki)
Wissenschaftlicher NameAtelopus zeteki
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieKröten (Bufonidae)
GattungAtelopus
Größe3,5–6 cm (Weibchen größer)
Gewicht3–12 g
Lebenserwartung5–12 Jahre
VerbreitungPanama (Zentralkordillere)
LebensraumFeuchte Bergwälder, Bachläufe (300–1.300 m)
SchutzstatusVom Aussterben bedroht (CR) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Panama-Stummelfußfrosch ist ein kleiner, schlanker Frosch mit einer Körperlänge von 3,5–6 cm. Weibchen werden deutlich größer als Männchen. Die Grundfärbung ist leuchtend goldgelb bis orange, überzogen mit einem variablen Muster aus schwarzen Flecken und Bändern. Einige Individuen können auch fast vollständig gelb oder stark schwarz gemustert sein.

Namensgebend sind die reduzierten, stummelhaften Zehen ohne Schwimmhäute, die für die Gattung Atelopus typisch sind. Die Schnauze ist spitz und der Körperbau schlank. Die Haut produziert das starke Neurotoxin Zetekitoxin, das den Frosch für Fressfeinde ungenießbar macht. Die auffällige Warnfärbung (Aposematismus) signalisiert diese Giftigkeit deutlich.

Verbreitung & Lebensraum

Der Panama-Stummelfußfrosch ist ausschließlich in Panama beheimatet, wo er in den feuchten Bergwäldern der Zentralkordillere in Höhen von 300–1.300 Metern vorkam. Die historischen Populationen konzentrierten sich auf die Provinzen Coclé und Panamá Oeste, insbesondere im El-Valle-de-Antón-Gebiet.

Sein bevorzugter Lebensraum sind klare, schnell fließende Bergbäche in dichten Nebelwäldern. Die Tiere halten sich typischerweise auf moosbedeckten Felsen und feuchter Vegetation in unmittelbarer Bachnähe auf. Seit etwa 2006 gelten die Wildpopulationen als möglicherweise ausgestorben – die letzten bestätigten Sichtungen stammen aus dieser Zeit.

Lebensweise & Verhalten

Der Panama-Stummelfußfrosch ist tagaktiv und verbringt seine Zeit auf Felsen und Vegetation in Bachnähe. Er bewegt sich eher langsam und laufend fort, wobei er sich auf seine auffällige Warnfärbung als Schutz vor Fressfeinden verlässt. Die Männchen sind territorial und kommunizieren ungewöhnlicherweise nicht nur durch Rufe, sondern auch durch Winken mit den Vorderbeinen – ein seltenes visuelles Signal unter Fröschen.

Diese Handbewegungen dienen sowohl der Revierverteidigung gegenüber anderen Männchen als auch der Partnerwerbung. Die Art ist ein kulturelles Symbol Panamas und erscheint auf Briefmarken, Lottoscheinen und als beliebte goldene Figur (rana dorada) in der lokalen Kunsttradition.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Panama-Stummelfußfrosch hauptsächlich von kleinen Wirbellosen wie Ameisen, Milben, Springschwänzen und winzigen Käfern, die er auf feuchten Felsen und in der Vegetation findet. Die Aufnahme bestimmter Beutetiere könnte zur Produktion seiner Hautgifte beitragen.

In den Erhaltungszuchtprogrammen der Zoos werden die Tiere mit Fruchtfliegen (Drosophila), Springschwänzen und kleinen Grillen gefüttert. Eine sorgfältige Supplementierung mit Vitaminen und Mineralien ist in der Gefangenschaftshaltung besonders wichtig, um die empfindlichen Tiere gesund zu halten.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Panama-Stummelfußfrosches ist an fließende Gewässer gebunden. Während der Paarungszeit (Trockenzeit, Dezember–April) klammern sich die Männchen im Amplexus an die Weibchen und werden oft tagelang auf deren Rücken getragen, bevor die Eiablage erfolgt.

Die Weibchen legen 200–600 Eier in langen Schnüren in flachen, schnell fließenden Bachbereichen zwischen Felsen ab. Die Kaulquappen besitzen einen abgeflachten Körper und einen kräftigen Saugmund, mit dem sie sich an Steinen in der Strömung festhalten. Die Larvenentwicklung dauert mehrere Monate. Die Geschlechtsreife wird nach 1–2 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Die Haltung des Panama-Stummelfußfrosches ist praktisch ausschließlich auf wissenschaftliche Institutionen und zertifizierte Zuchtprogramme beschränkt. Die Art wird im Rahmen des Panama Amphibian Rescue and Conservation Project in mehreren Zoos ex situ gezüchtet, darunter das Smithsonian Tropical Research Institute und der Maryland Zoo.

In den Zuchteinrichtungen werden die Tiere in klimatisierten Terrarien bei 20–24 °C und hoher Luftfeuchtigkeit (80–100 %) gehalten. Ein fließendes Wassersystem simuliert die natürlichen Bachbedingungen. Die Zucht ist anspruchsvoll, und die Nachzucht gelingt nur unter streng kontrollierten Bedingungen. Für private Halter ist die Art nicht verfügbar.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Panama-Stummelfußfrosch wird von der IUCN als „Critically Endangered" (vom Aussterben bedroht) eingestuft und gilt in der Wildnis möglicherweise als ausgestorben. Die Hauptursache für den dramatischen Rückgang war die Ausbreitung des Chytridpilzes (Batrachochytrium dendrobatidis), der ab den frühen 2000er-Jahren die Populationen in Panama dezimierte.

Intensive Erhaltungszuchtprogramme in Zoos und Forschungseinrichtungen in Panama und den USA sind die letzte Hoffnung für das Überleben der Art. Es gibt Pläne zur Wiederauswilderung, sobald Methoden zur Bekämpfung des Chytridpilzes entwickelt sind. Die Art ist durch panamesisches Recht streng geschützt und in CITES Anhang I gelistet.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Atelopus zetekiamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Atelopus zetekiiucnredlist.org
  3. Lips, K. R. et al. (2006): Emerging infectious disease and the loss of biodiversity in a Neotropical amphibian community. PNAS, 103, 3165–3170.
  4. Gagliardo, R. et al. (2008): The principles of rapid response for amphibian conservation, using the programmes in Panama as an example. International Zoo Yearbook, 42, 125–135.
  5. Smithsonian Tropical Research Institute: Panama Amphibian Rescue and Conservation Project – stri.si.edu

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