Die Panda-Garnele ist eine hochgezüchtete Farbvariante der Bienengarnele (Caridina cantonensis) mit einem markanten schwarz-weißen Muster, das an einen Pandabären erinnert. Sie gehört zu den anspruchsvolleren Zwerggarnelen und ist bei Garnelenliebhabern aufgrund ihrer einzigartigen Optik sehr begehrt.
| Wissenschaftlicher Name | Caridina cantonensis |
| Ordnung | Zehnfußkrebse (Decapoda) |
| Familie | Süßwassergarnelen (Atyidae) |
| Gattung | Caridina |
| Größe | 2–3 cm |
| Lebenserwartung | 1,5–2 Jahre |
| Verbreitung | Südchina (Zuchtform) |
| Lebensraum | Bäche und kleine Flüsse in Südchina (Wildform) |
| Aquarium | ab 20 Liter |
| Temperatur | 18–24 °C |
| pH-Wert | 5,5–7,0 |
| Wasserhärte | 0–6 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Die Panda-Garnele erreicht eine Körperlänge von 2–3 cm und zeigt ein kontrastreiches Muster aus tiefschwarzem und strahlend weißem Gewebe. Das typische Pandamuster zeichnet sich durch breite schwarze Bänder auf dem Kopf und den vorderen Körpersegmenten aus, kombiniert mit weißen Abschnitten am mittleren Körperbereich. Die Intensität und Verteilung der Farben variiert je nach Zuchtselektion.
Die Farbqualität wird von Züchtern in Graden eingeteilt – von SSS (höchste Qualität mit reinem Weiß und tiefem Schwarz) bis zu niedrigeren Graden mit weniger Kontrast. Hochgradige Panda-Garnelen zeigen ein blickdichtes, intensives Weiß ohne Transparenz. Weibchen sind etwas größer und fülliger als Männchen und lassen sich am Eiansatz im Nackenbereich erkennen.
Verbreitung & Lebensraum
Die Panda-Garnele ist eine Zuchtform und kommt in dieser Ausprägung nicht in der Natur vor. Die Wildform, Caridina cantonensis, stammt aus kleinen, sauberen Bächen und Flüssen in den Bergregionen Südchinas, insbesondere in der Provinz Guangdong. Dort lebt sie in kühlem, weichem und leicht saurem Wasser mit reichlich Falllaub und Aufwuchsflächen.
Die Zuchtform wurde durch gezielte Selektion über viele Generationen in der Aquaristik entwickelt, hauptsächlich in Zuchtbetrieben in Taiwan, Japan und Hongkong. Heute werden Panda-Garnelen weltweit von spezialisierten Züchtern vermehrt und sind im Fachhandel als Nachzuchten erhältlich.
Lebensweise & Verhalten
Panda-Garnelen sind friedliche, gesellige Tiere, die in Gruppen von mindestens 10 Tieren gehalten werden sollten. Sie sind tag- und nachtaktiv und verbringen den Großteil ihrer Zeit damit, Aufwuchs von Oberflächen abzuweiden. Ihre Bewegungen sind ruhig und bedächtig, und sie zeigen ein faszinierendes Sozialverhalten in der Gruppe.
Die Tiere bevorzugen Bereiche mit dichter Bepflanzung, Moos und Laub, wo sie sich sicher fühlen und ausreichend Nahrung finden. Bei optimalen Bedingungen zeigen sie sich offen und aktiv. Stress, beispielsweise durch ungünstige Wasserwerte oder Fressfeinde, führt zu Rückzug und Farbverlust.
Ernährung
Panda-Garnelen sind typische Aufwuchsfresser und ernähren sich hauptsächlich von Biofilmen, Mikroalgen und Detritus auf Oberflächen von Steinen, Holz und Pflanzen. Getrocknetes Laub (Seemandelbaum, Eiche, Buche) ist eine hervorragende Dauerfutterquelle und fördert das Wachstum von Biofilmen.
Im Aquarium solltest du spezielles Garnelenfutter anbieten, das auf die Bedürfnisse von Zwerggarnelen abgestimmt ist. Ergänzend eignen sich Spirulina-Tabletten, überbrühtes Gemüse und gelegentlich proteinreiches Futter wie Artemia oder Daphnien. Füttere sparsam – in einem gut eingefahrenen Becken mit viel Aufwuchs ist Zufütterung nur 2–3 Mal pro Woche nötig.
Fortpflanzung
Die Panda-Garnele gehört zum spezialisierten Fortpflanzungstyp. Das Weibchen trägt nach der Befruchtung 20–35 Eier unter dem Hinterleib, aus denen nach etwa 3–4 Wochen fertig entwickelte Junggarnelen schlüpfen. Die Jungtiere sind winzig (ca. 2 mm) und zeigen bereits ansatzweise die schwarz-weiße Zeichnung der Eltern.
Für die Zucht hochwertiger Panda-Garnelen ist eine gezielte Selektion notwendig. Züchter setzen nur Tiere mit besonders intensiver und symmetrischer Zeichnung zur Zucht ein. Die Vererbung der Farbmuster ist komplex, und in einem Wurf können Tiere unterschiedlicher Qualitätsgrade schlüpfen. Optimale Wasserwerte, stabiles Weichwasser und reichlich Aufwuchsflächen fördern die Nachzucht.
Haltung im Aquarium
Die Panda-Garnele stellt höhere Ansprüche an die Haltung als viele andere Zwerggarnelen. Ein Artenbecken ab 20 Liter ist der Mindeststandard, wobei 30–54 Liter stabilere Wasserwerte ermöglichen. Aktiver Bodengrund (Soil) ist empfehlenswert, da er den pH-Wert und die Härte auf natürliche Weise senkt und stabilisiert.
Die Wassertemperatur sollte bei 18–24 °C liegen – eher kühl als warm. Der pH-Wert muss im Bereich von 5,5–7,0 liegen, die Gesamthärte bei 0–6 °dGH und die Karbonathärte bei 0–2 °dKH. Osmosewasser, das mit speziellem Garnelensalz (Bee Shrimp Mineral) aufgehärtet wird, ist die beste Grundlage. Die Einrichtung sollte viel Moos (Christmasmoos, Javamoos), Laub und feinblättrige Pflanzen enthalten.
Die Vergesellschaftung sollte sich auf andere Weichwasser-Garnelen beschränken. Fische sind als Mitbewohner nicht geeignet, da sie die kleinen Garnelen und insbesondere den Nachwuchs fressen. Schnecken wie Posthornschnecken oder Blasenschnecken sind unproblematische Mitbewohner.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Panda-Garnele als Zuchtform unterliegt keinem speziellen Schutzstatus. Die Wildform Caridina cantonensis ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in Südchina durch Gewässerverschmutzung und Lebensraumverlust potenziell bedroht, wird aber von der IUCN derzeit als „Least Concern" eingestuft.
Da Panda-Garnelen ausschließlich als Nachzuchten gehandelt werden, besteht kein direkter Druck auf Wildpopulationen. Die etablierte Zuchtbasis in der Aquaristik sichert den Bestand dieser Zuchtform langfristig. Unterstütze verantwortungsvolle Züchter und erwerbe Tiere möglichst aus lokaler Nachzucht, um lange Transportwege zu vermeiden.
Quellen
- Werner Klotz & Andreas Karge (2013): Süßwassergarnelen aus aller Welt. Dähne Verlag.
- Lukhaup, C. & Pekny, R. (2010): Garnelen, Krebse und Krabben im Süßwasseraquarium. Dähne Verlag.
- Cai, Y. (1996): Revision of Caridina – biodiversitylibrary.org
- De Grave, S. & Fransen, C.H.J.M. (2011): Carideorum catalogus – marinespecies.org
- Garnelenhaus: Bee Shrimp Zuchtformen – garnelenhaus.de
