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Panda-Zwergbuntbarsch (Apistogramma nijsseni)

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Panda-Zwergbuntbarsch (Apistogramma nijsseni)

Bildquelle: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Panda-Zwergbuntbarsch ist ein farbenprächtiger Zwergcichlide aus Peru. Während die Männchen ein leuchtendes Blau zeigen, bestechen die Weibchen mit einer intensiv gelben Grundfarbe und markanten schwarzen Zeichnungselementen, die an einen Panda erinnern.

Der Panda-Zwergbuntbarsch ist ein farbenprächtiger Zwergcichlide aus Peru. Während die Männchen ein leuchtendes Blau zeigen, bestechen die Weibchen mit einer intensiv gelben Grundfarbe und markanten schwarzen Zeichnungselementen, die an einen Panda erinnern.

Steckbrief: Panda-Zwergbuntbarsch (Apistogramma nijsseni)
Wissenschaftlicher NameApistogramma nijsseni
OrdnungBuntbarschartige (Cichliformes)
FamilieBuntbarsche (Cichlidae)
GattungApistogramma
Größe5–7 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Peru, Río Ucayali-Einzugsgebiet)
LebensraumSchwarzwasserbäche und überschwemmte Waldgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert4,5–6,5
Wasserhärte1–5 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Panda-Zwergbuntbarsch erreicht eine Körperlänge von 5–7 cm, wobei Männchen etwas größer werden als Weibchen. Die Art zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus: Männchen sind leuchtend metallisch blau mit einem dunklen Lateralband und verlängerten Flossenstrahlen in Rücken- und Schwanzflosse.

Die Weibchen sind dagegen auffallend gelb mit markanten schwarzen Zeichnungselementen – einem schwarzen Fleck auf der Körperseite und dunklen Bändern auf der Schwanzflosse, die an die Augenmaske eines Pandabären erinnern und der Art ihren Namen geben. Während der Brutpflege intensiviert sich die gelbe Färbung der Weibchen noch weiter. Die großen Augen und das leicht unterständige Maul verleihen dem Fisch einen intelligenten Ausdruck.

Verbreitung & Lebensraum

Der Panda-Zwergbuntbarsch stammt aus dem peruanischen Amazonasgebiet und kommt im Einzugsgebiet des Río Ucayali vor. Er wurde erst 1979 wissenschaftlich beschrieben und bewohnt Schwarzwasserbäche und saisonale Überschwemmungsgebiete im tropischen Regenwald.

Die Gewässer sind typischerweise sehr weich und extrem sauer (pH 4,0–5,5) mit einer charakteristischen dunkelbraunen Färbung durch Huminsäuren aus dem Falllaub. Der Bodengrund besteht aus Sand und einer dicken Schicht abgestorbener Blätter, die dem Fisch Deckung und Nahrung bieten. Die Wassertemperaturen liegen bei 24–28 °C.

Lebensweise & Verhalten

Der Panda-Zwergbuntbarsch lebt in der Natur in einem Harem-System: Ein Männchen beansprucht ein Revier, in dem mehrere Weibchen ihre eigenen kleineren Territorien unterhalten. Die Männchen sind gegenüber Rivalen territorial, aber im Vergleich zu vielen anderen Buntbarschen relativ friedlich.

Die Tiere halten sich bevorzugt in Bodennähe zwischen Laub und Wurzeln auf. Sie sind neugierig und zeigen ein komplexes Sozialverhalten mit verschiedenen Kommunikationssignalen über Körperfärbung und Flossenstellung. Besonders faszinierend ist das Brutpflegeverhalten der Weibchen, die ihr Gelege aggressiv verteidigen und die Jungfische führen.

Ernährung

Der Panda-Zwergbuntbarsch ist ein Allesfresser, der sich in der Natur von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven, Kleinkrebsen und Mikroorganismen ernährt, die er im Falllaub und zwischen Wurzeln findet. Im Aquarium nimmt er feines Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven, Cyclops und Daphnien gerne an.

Hochwertiges, feines Granulat und Flockenfutter wird ebenfalls akzeptiert. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit viel Lebendfutter fördert die Farbintensität und die Laichbereitschaft. Füttere kleine Portionen mehrmals täglich, da die kleinen Buntbarsche schnell zu wenig Nahrung bekommen, wenn dominante Beifische zuerst fressen.

Fortpflanzung

Der Panda-Zwergbuntbarsch ist ein Höhlenbrüter. Das Weibchen legt 40–80 Eier an die Decke einer kleinen Höhle – bevorzugt in Kokosnussschalen, Tonhöhlen oder unter Wurzeln. Die Eier werden vom Weibchen allein betreut, das sie bewacht, befächelt und von Schimmel befreit.

Die Larven schlüpfen nach 2–3 Tagen und werden weitere 4–5 Tage im Nest gepflegt, bevor sie freischwimmen. Das Weibchen führt die Jungfische aktiv und verteidigt sie aggressiv gegen alle Annäherungen – auch gegen das Männchen. In dieser Phase zeigt das Weibchen seine intensivste Gelbfärbung mit den markanten schwarzen Pandaflecken. Die Jungen können mit Artemia-Nauplien aufgezogen werden.

Haltung im Aquarium

Für den Panda-Zwergbuntbarsch empfiehlt sich ein Aquarium ab 60 Litern mit sandigem Bodengrund, einer Laubschicht aus Seemandelbaumblättern oder Eichenlaub und zahlreichen Höhlen aus Kokosnussschalen oder Tonröhren. Dichte Bepflanzung und Wurzeln bieten Sichtschutz und Revierabgrenzung.

Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen, der pH-Wert bei 4,5–6,5. Dieser Fisch benötigt weiches, saures Wasser – in hartem, alkalischem Wasser zeigt er weder seine volle Farbenpracht noch Fortpflanzungsverhalten. Eine Filterung über Torf ist empfehlenswert. Halte ein Männchen mit zwei bis drei Weibchen. Beifische sollten friedlich und nicht zu groß sein – Salmler und Panzerwelse eignen sich ideal.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Panda-Zwergbuntbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Sein Verbreitungsgebiet in Peru ist relativ begrenzt, aber die Art wird erfolgreich in Zuchtfarmen und von spezialisierten Aquarianern nachgezüchtet.

Die größte Bedrohung für die Wildpopulationen ist die Zerstörung der Regenwälder und die damit verbundene Degradation der Gewässerhabitate. Im Aquarienhandel sind sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten erhältlich, wobei Nachzuchten aufgrund der einfacheren Anpassung an Aquarienbedingungen oft besser geeignet sind.

Quellen

  1. FishBase: Apistogramma nijssenifishbase.se
  2. IUCN Red List: Apistogramma nijsseniiucnredlist.org
  3. Seriously Fish: Apistogramma nijsseniseriouslyfish.com
  4. Römer, U. (2006): Cichlid Atlas Volume 2. Mergus Verlag.
  5. Koslowski, I. (2002): Die Buntbarsche Amerikas Band 2: Apistogramma & Co. Ulmer Verlag.

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