Frösche

Papua-Laubfrosch (Nyctimystes dayi)

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Papua-Laubfrosch (Nyctimystes dayi)

Bildquelle: Vision Wildlife / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Papua-Laubfrosch ist ein nachtaktiver Baumfrosch aus den tropischen Regenwäldern Nordost-Australiens. Sein auffälligstes Merkmal sind die charakteristisch geäderten Augenlider, die der Gattung Nyctimystes eigen sind. Er lebt in der Nähe klarer Bergbäche im Regenwald von Queensland und ist aufgrund von Habitatverlust potenziell gefährdet.

Der Papua-Laubfrosch ist ein nachtaktiver Baumfrosch aus den tropischen Regenwäldern Nordost-Australiens. Sein auffälligstes Merkmal sind die charakteristisch geäderten Augenlider, die der Gattung Nyctimystes eigen sind. Er lebt in der Nähe klarer Bergbäche im Regenwald von Queensland und ist aufgrund von Habitatverlust potenziell gefährdet.

Steckbrief: Papua-Laubfrosch (Nyctimystes dayi)
Wissenschaftlicher NameNyctimystes dayi
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamiliePelodryadidae
GattungNyctimystes
Größe5–8 cm
Gewicht10–25 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungNordöstliches Australien (Queensland)
LebensraumTropische Regenwälder, Bergbäche (300–1.200 m)
SchutzstatusPotenziell gefährdet (NT) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Papua-Laubfrosch erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm. Die Oberseite ist olivbraun bis dunkelbraun gefärbt, manchmal mit undeutlichen dunkleren Flecken. Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben. Die Haut ist weitgehend glatt mit feiner Körnung an den Flanken.

Das markanteste Merkmal dieser Art sind die stark geäderten unteren Augenlider, die mit einem Netzwerk feiner Blutgefäße durchzogen sind – ein einzigartiges Kennzeichen der Gattung Nyctimystes. Diese geäderten Lider ermöglichen es dem Frosch vermutlich, auch bei geschlossenen Augen Licht wahrzunehmen. Die Haftscheiben an den Zehen sind gut entwickelt und ermöglichen sicheres Klettern auf nasser Vegetation.

Verbreitung & Lebensraum

Der Papua-Laubfrosch kommt ausschließlich im tropischen Nordosten Australiens vor, insbesondere in den Regenwäldern der Wet Tropics Region in Queensland. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Cooktown im Norden bis Townsville im Süden, überwiegend in Höhenlagen von 300–1.200 Metern.

Er bewohnt dichte tropische Regenwälder und ist eng an klare, schnell fließende Bergbäche gebunden. Du findest ihn nachts auf Vegetation und Felsen entlang der Bachläufe. Tagsüber versteckt er sich in Baumhöhlen, unter Rinde oder in der dichten Vegetation des Kronendachs.

Lebensweise & Verhalten

Der Papua-Laubfrosch ist streng nachtaktiv und beginnt seine Aktivität erst nach Einbruch der Dunkelheit. Er klettert geschickt auf Bäumen und Sträuchern in Bachnähe und nutzt seine großen Haftscheiben, um sich auch auf nassen und glatten Oberflächen sicher fortzubewegen.

Die Männchen rufen nachts von erhöhten Positionen auf Blättern und Ästen oberhalb der Bachläufe. Der Ruf ist ein kurzes, raues Klicken, das in unregelmäßigen Abständen wiederholt wird. Bei Störung lassen sich die Tiere oft einfach ins Wasser fallen und schwimmen davon. In den kühleren Wintermonaten (Juni–August) reduzieren sie ihre Aktivität deutlich.

Ernährung

Der Papua-Laubfrosch ernährt sich von einer Vielzahl nachtaktiver Wirbelloser. Auf dem Speiseplan stehen Nachtfalter, Käfer, Spinnen, Ameisen und andere Insekten, die er auf der Vegetation in Bachnähe erbeutet. Die Beute wird mit einem schnellen Zungenschlag gefangen.

In der Terrarienhaltung eignen sich Grillen, Heimchen, Nachtfalter und kleine Heuschrecken als Futter. Die Futtertiere sollten regelmäßig mit Kalzium und Vitaminen bestäubt werden. Die Fütterung erfolgt am besten in den Abendstunden, wenn der Frosch aktiv wird.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet während der warmen Regenzeit (November–März) statt. Die Männchen rufen von Ästen und Blättern über fließenden Bachabschnitten, um Weibchen anzulocken. Die Paarung erfolgt im Amplexus auf der Vegetation oberhalb des Wassers.

Die Eier werden in gallertartigen Klumpen an Felsen oder Vegetation in oder über dem Bach abgelegt. Die Kaulquappen schlüpfen und fallen ins Wasser, wo sie sich an Steinen in der Strömung festsaugen. Sie besitzen einen abgeflachten Körper und einen kräftigen Schwanz, der an das Leben in fließenden Gewässern angepasst ist. Die Entwicklung dauert mehrere Monate.

Haltung im Terrarium

Die Haltung des Papua-Laubfrosches ist anspruchsvoll und erfordert ein geräumiges, hohes Regenwaldterrarium von mindestens 60 × 40 × 60 cm für ein Paar. Ein integrierter Bachlauf oder Wasserfall mit sauberem, fließendem Wasser ist ideal, um die natürlichen Bedingungen nachzuahmen. Die Einrichtung sollte Kletteräste, Bromelien und dichtes Blattwerk umfassen.

Die Temperatur sollte tagsüber 22–26 °C betragen, nachts auf 18–20 °C absinken. Die Luftfeuchtigkeit muss bei 80–100 % liegen. Eine gute Belüftung ist wichtig, um Staunässe und Schimmelbildung zu vermeiden. Die Art ist in Europa nur selten im Handel erhältlich, da der Export aus Australien streng reguliert ist.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Papua-Laubfrosch wird von der IUCN als „Near Threatened" (potenziell gefährdet) eingestuft. Die Hauptbedrohung ist der Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis), der in den australischen Bergregenwäldern bereits zum Rückgang mehrerer Froscharten geführt hat. Auch Habitatverlust durch Rodung und Klimawandel stellen Bedrohungen dar.

Die Art profitiert vom Schutz der Wet Tropics World Heritage Area, in der ein Großteil ihres Lebensraums liegt. Monitoring-Programme überwachen die Populationsentwicklung, und es gibt Forschungsprojekte zur Bekämpfung des Chytridpilzes in der Region.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Nyctimystes dayiamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Nyctimystes dayiiucnredlist.org
  3. Cogger, H. G. (2014): Reptiles and Amphibians of Australia. 7th Edition. CSIRO Publishing.
  4. McDonald, K. R. (1992): Distribution patterns and conservation status of north Queensland rainforest frogs. Conservation Technical Report No. 1. Queensland Department of Environment and Heritage.
  5. Hero, J.-M. et al. (2006): Overview of the conservation status of Australian frogs. Pacific Conservation Biology, 12, 313–320.

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