Frösche

Papua-Riesenlaubfrosch (Nyctimystes infrafrenatus)

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Papua-Riesenlaubfrosch (Nyctimystes infrafrenatus)

Bildquelle: Lauren Suryanata / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Papua-Riesenlaubfrosch ist einer der größten Laubfrösche Neuguineas und kann eine Körperlänge von bis zu 12 cm erreichen. Er bewohnt die tropischen Regenwälder der Insel und ist auch in menschennahen Habitaten wie Gärten und Plantagen zu finden. Mit seinen großen Haftscheiben und den für die Gattung typischen geäderten Augenlidern ist er ein beeindruckender Vertreter der Pelodryadidae.

Der Papua-Riesenlaubfrosch ist einer der größten Laubfrösche Neuguineas und kann eine Körperlänge von bis zu 12 cm erreichen. Er bewohnt die tropischen Regenwälder der Insel und ist auch in menschennahen Habitaten wie Gärten und Plantagen zu finden. Mit seinen großen Haftscheiben und den für die Gattung typischen geäderten Augenlidern ist er ein beeindruckender Vertreter der Pelodryadidae.

Steckbrief: Papua-Riesenlaubfrosch (Nyctimystes infrafrenatus)
Wissenschaftlicher NameNyctimystes infrafrenatus
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamiliePelodryadidae
GattungNyctimystes
Größe8–12 cm
Gewicht30–70 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungNeuguinea, vorgelagerte Inseln
LebensraumTropische Regenwälder, Sekundärwälder, Gärten
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Papua-Riesenlaubfrosch ist ein stattlicher Frosch mit einer Körperlänge von 8–12 cm. Die Oberseite ist leuchtend grün bis olivgrün gefärbt, manchmal mit vereinzelten weißen oder gelben Punkten. Die Unterseite ist weißlich bis gelblich. Ein deutlicher weißer Streifen verläuft entlang der Unterlippe und setzt sich oft als helle Linie entlang der Flanke fort.

Die Haftscheiben an den Zehen sind sehr groß und ermöglichen dem Frosch, sicher auf glatten Oberflächen wie Blättern und Glasscheiben zu klettern. Wie alle Vertreter der Gattung Nyctimystes besitzt er charakteristisch geäderte untere Augenlider. Die Augen sind groß mit einer goldenen Iris. Die Trommelfelle sind deutlich sichtbar.

Verbreitung & Lebensraum

Der Papua-Riesenlaubfrosch ist auf Neuguinea und einigen vorgelagerten Inseln wie den Bismarck-Inseln verbreitet. Er kommt sowohl in den Tieflandregenwäldern als auch in Bergwäldern bis etwa 1.500 Meter Höhe vor.

Die Art ist anpassungsfähig und bewohnt neben primären Regenwäldern auch Sekundärwälder, Gärten, Plantagen und Dörfer. Du kannst ihn nachts häufig an Hauswänden und unter Straßenlaternen beobachten, wo er von Licht angelockte Insekten jagt. In der Nähe menschlicher Siedlungen ist er oft einer der häufigsten Frösche.

Lebensweise & Verhalten

Der Papua-Riesenlaubfrosch ist nachtaktiv und verbringt den Tag in Baumhöhlen, unter großen Blättern oder in anderen geschützten Verstecken im Kronendach. Bei Einbruch der Dunkelheit wird er aktiv und klettert auf der Suche nach Beute durch die Vegetation.

Die Männchen rufen laut und durchdringend von erhöhten Positionen in Bäumen und Sträuchern. Der Ruf ist ein lautes, bellartiges Quaken, das weit hörbar ist. Die Art ist relativ tolerant gegenüber menschlicher Nähe und lässt sich in tropischen Gärten und an Gebäuden häufig beobachten. Bei Bedrohung kann der Frosch weite Sprünge ausführen und sich im Blattwerk verstecken.

Ernährung

Der Papua-Riesenlaubfrosch ist ein opportunistischer Jäger und frisst eine breite Palette von Wirbellosen. Zu seiner Beute gehören große Insekten wie Nachtfalter, Käfer, Heuschrecken und Kakerlaken. Größere Exemplare erbeuten gelegentlich auch kleine Frösche, Geckos und wirbellose Tiere.

Im Terrarium kannst du ihn mit Grillen, Heuschrecken, Schaben und gelegentlich Mäuse-Babys (Pinkies) füttern. Die Futtertiere sollten der Größe des Frosches angepasst und regelmäßig mit Kalzium und Vitaminen bestäubt werden. Eine Fütterung alle 2–3 Tage ist ausreichend.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt, die in Neuguinea je nach Region variiert. Die Männchen rufen lautstark von Bäumen und Sträuchern in der Nähe von stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Die Paarung erfolgt im Amplexus in der Vegetation oder am Boden.

Die Eier werden in gallertartigen Klumpen in flaches, stehendes Wasser oder in überflutete Bereiche am Waldrand abgelegt. Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und entwickeln sich im Wasser über 2–3 Monate zu Jungfröschen. Die Metamorphose führt zu kleinen Fröschen von etwa 2–3 cm Länge. Die Geschlechtsreife wird nach 1–2 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Für die Haltung des Papua-Riesenlaubfrosches benötigst du ein großes, hohes Regenwaldterrarium von mindestens 80 × 50 × 80 cm für ein Paar. Die Einrichtung sollte stabile Kletteräste, große Blätter, Versteckmöglichkeiten und ein flaches Wasserbecken am Boden umfassen. Robuste Pflanzen wie Pothos und Philodendron eignen sich gut.

Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts auf 20–22 °C absinken. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70–90 % liegen. Die Art ist robust und für die Terrarienhaltung geeignet, allerdings aufgrund ihrer Herkunft aus Neuguinea im europäischen Handel selten. Nachzuchten sind gelegentlich von spezialisierten Züchtern erhältlich.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Papua-Riesenlaubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist auf Neuguinea weit verbreitet und häufig, auch in menschennahen Habitaten. Die Populationen gelten als stabil.

Potenzielle Bedrohungen sind großflächige Rodungen der Regenwälder für Palmölplantagen und Holzeinschlag, die in Teilen Neuguineas zunehmen. Die Anpassungsfähigkeit der Art an Sekundärhabitate bietet jedoch einen gewissen Schutz vor Habitatverlust.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Nyctimystes infrafrenatusamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Nyctimystes infrafrenatusiucnredlist.org
  3. Menzies, J. I. (2006): The Frogs of New Guinea and the Solomon Islands. Pensoft Publishers.
  4. Richards, S. J. & Oliver, P. M. (2010): Diversity and Conservation of Frogs in New Guinea. In: Conservation Biology of Frogs of Asia. Herpetological Monographs.
  5. Kraus, F. (2018): Alien Reptiles and Amphibians of the Pacific. Springer.

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