Der Papuanische Hornfrosch ist ein Meister der Tarnung und sieht einem trockenen Laubblatt zum Verwechseln ähnlich. Trotz seines Namens stammt er nicht aus Papua, sondern von Borneo, Sumatra und der Malaiischen Halbinsel. Mit seinen auffälligen hornartigen Fortsätzen über den Augen und an der Schnauze ist er einer der spektakulärsten Frösche Südostasiens.
| Wissenschaftlicher Name | Megophrys nasuta |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Megophryidae |
| Gattung | Megophrys |
| Größe | 10–16 cm (Weibchen größer) |
| Gewicht | 50–150 g |
| Lebenserwartung | 5–10 Jahre |
| Verbreitung | Borneo, Sumatra, Malaiische Halbinsel |
| Lebensraum | Tropische Tieflandregenwälder, Bodenstreu |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Papuanische Hornfrosch ist ein großer, kräftig gebauter Frosch mit einer Körperlänge von 10–16 cm. Weibchen werden deutlich größer als Männchen. Das auffälligste Merkmal sind die dreieckigen, hornartigen Fortsätze über den Augen und an der Schnauzenspitze, die dem Frosch sein charakteristisches Aussehen verleihen.
Die gesamte Körperform und Färbung ist eine perfekte Nachahmung eines trockenen Blattes. Die Oberseite ist in verschiedenen Brauntönen gefärbt – von hellbraun über rotbraun bis dunkelbraun – mit einer blattähnlichen Mittelrippe auf dem Rücken und gezackten Hautsäumen an den Flanken. Die Unterseite ist heller, oft cremefarben mit dunkler Marmorierung. Die Hinterbeine sind kräftig und mit Schwimmhäuten versehen.
Verbreitung & Lebensraum
Trotz des irreführenden deutschen Namens kommt der Papuanische Hornfrosch nicht in Papua-Neuguinea vor. Sein tatsächliches Verbreitungsgebiet umfasst Borneo (Malaysia, Indonesien, Brunei), Sumatra und die südliche Malaiische Halbinsel. Er lebt in den Tieflandregenwäldern von Meereshöhe bis etwa 1.500 Meter.
Sein bevorzugter Lebensraum ist der Boden primärer tropischer Regenwälder mit einer dicken Schicht aus Falllaub. Dort sitzt er reglos in der Laubstreu, perfekt getarnt als welkes Blatt, und wartet auf Beute. Er bevorzugt die Nähe kleiner Bäche und feuchter Senken, wo die Luftfeuchtigkeit konstant hoch ist.
Lebensweise & Verhalten
Der Papuanische Hornfrosch ist überwiegend nachtaktiv und ein klassischer Lauerjäger. Er sitzt stundenlang regungslos in der Laubstreu und wartet, bis ein geeignetes Beutetier in Reichweite kommt. Seine Tarnung ist dabei so perfekt, dass selbst aufmerksame Beobachter ihn leicht übersehen.
Bei Bedrohung verlässt er sich zunächst auf seine Tarnung. Wird er dennoch entdeckt, reißt er sein überraschend großes Maul auf und stößt einen lauten Schreckruf aus, der Angreifer erschrecken soll. Die Männchen rufen nachts mit einem metallischen, klickenden Laut von Positionen am Boden oder auf niedrigen Felsen in Bachnähe.
Ernährung
Der Papuanische Hornfrosch ist ein Lauerjäger mit einem breiten Beutespektrum. Er frisst große Insekten wie Grillen, Heuschrecken und Schaben, aber auch Spinnen, Tausendfüßler, kleine Frösche, Eidechsen und sogar kleine Mäuse. Sein großes Maul ermöglicht es ihm, überraschend große Beutetiere zu verschlingen.
Im Terrarium fütterst du ihn mit großen Grillen, Heuschrecken, Schaben und gelegentlich Mäuse-Babys. Eine Supplementierung mit Kalzium ist wichtig. Die Fütterung sollte alle 3–5 Tage erfolgen, da der Frosch aufgrund seiner geringen Aktivität weniger Energie verbraucht als aktivere Arten.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt. Die Männchen rufen nachts an den Ufern kleiner Waldbäche. Der Ruf ist ein kurzes, metallisches Klicken, das in regelmäßigen Abständen wiederholt wird. Die Paarung erfolgt im Amplexus nahe dem Wasser.
Die Eier werden in gallertartigen Klumpen an Felsen oder Steinen in oder über dem fließenden Wasser abgelegt. Die Kaulquappen sind hochspezialisiert und besitzen einen trichterförmigen Mund, mit dem sie an der Wasseroberfläche von Stilltümpeln organische Partikel filtern. Die Larvenentwicklung dauert mehrere Monate. Die Nachzucht im Terrarium ist bisher selten gelungen.
Haltung im Terrarium
Der Papuanische Hornfrosch ist ein beliebtes Terrarientier für erfahrene Halter. Ein Terrarium ab 80 × 50 × 40 cm ist für ein Einzeltier ausreichend. Die Einrichtung sollte eine dicke Schicht aus Laub (Eiche oder Buche) über feuchtem Kokoshumus, Korkrinden-Verstecke und ein flaches Wasserbecken umfassen.
Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts auf 20–22 °C absinken. Die Luftfeuchtigkeit muss bei 75–90 % liegen. Eine moderate Beleuchtung und ein Tag-Nacht-Rhythmus von 12/12 Stunden sind empfehlenswert. Beachte, dass der Frosch sehr ruhig ist und sich wenig bewegt – die Hauptattraktion liegt in seiner faszinierenden Tarnung.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Papuanische Hornfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet noch relativ häufig und kommt auch in Schutzgebieten vor.
Dennoch ist die Hauptbedrohung der zunehmende Verlust von Primärregenwäldern durch Abholzung für Palmölplantagen und Holzeinschlag, insbesondere auf Borneo und Sumatra. Der Frosch ist auf intakte Waldökosysteme mit dicker Laubstreu angewiesen und kann in degradierten Habitaten nicht überleben. Der Fang für den internationalen Tierhandel stellt eine zusätzliche Belastung dar.
Quellen
- AmphibiaWeb: Megophrys nasuta – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Megophrys nasuta – iucnredlist.org
- Inger, R. F. & Stuebing, R. B. (2005): A Field Guide to the Frogs of Borneo. Natural History Publications.
- Manthey, U. & Grossmann, W. (1997): Amphibien und Reptilien Südostasiens. Natur und Tier-Verlag.
- Das, I. (2010): A Field Guide to the Reptiles of South-East Asia. New Holland Publishers.
