Der Paradiesmolch ist ein attraktiver Schwanzlurch aus den Bergbächen Hongkongs und des südlichen Chinas. Seine dunkelbraune bis schwarze Oberseite mit orange-roten Bauchflecken und der abgeflachte Körper machen ihn zu einem beliebten Pflegling in der Aquaristik. Als Art eines stark urbanisierten Gebiets ist er durch den zunehmenden Lebensraumverlust potenziell gefährdet.
| Wissenschaftlicher Name | Paramesotriton hongkongensis |
| Ordnung | Schwanzlurche (Urodela) |
| Familie | Echte Salamander (Salamandridae) |
| Gattung | Paramesotriton |
| Größe | 10–15 cm |
| Gewicht | 8–15 g |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Hongkong, Südchina (Guangdong) |
| Lebensraum | Bergbäche, Waldgewässer |
| Schutzstatus | Potenziell gefährdet (NT) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Paradiesmolch erreicht eine Gesamtlänge von 12–16 cm und besitzt einen leicht abgeflachten, robusten Körperbau. Die Oberseite ist dunkelbraun bis schwärzlich mit einer rauen, warzigen Hauttextur. Entlang der Flanken verlaufen deutliche warzenförmige Erhebungen. Die Unterseite ist kontrastreich orange bis rot mit unregelmäßigen dunklen Flecken.
Der Kopf ist breit und abgeflacht mit kleinen, dunklen Augen. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und dient im Wasser als Ruder. Entlang des Rückens verläuft ein flacher Längskiel, der bei Männchen während der Paarungszeit etwas stärker ausgeprägt ist. Männchen sind während der Fortpflanzungszeit an der geschwollenen Kloakenregion erkennbar. Die Art ähnelt dem Warzenmolch (P. chinensis), unterscheidet sich aber in der Zeichnung und der Kopfform.
Verbreitung & Lebensraum
Der Paradiesmolch kommt in Hongkong und den angrenzenden Gebieten der chinesischen Provinz Guangdong vor. Sein Verbreitungsgebiet ist relativ klein, und die Art ist an die bewaldeten Bergregionen dieser dicht besiedelten Küstenregion gebunden. Sie lebt in Höhenlagen bis etwa 600 Meter.
Die Art bewohnt klare, kühle Bergbäche und Waldgewässer mit steinigem Untergrund. Sie bevorzugt beschattete Gewässerabschnitte mit mäßiger Strömung und reichlich Versteckmöglichkeiten zwischen Steinen und Felsen. Außerhalb der Hauptaktivitätszeit verbirgt sich der Paradiesmolch unter Steinen, in Felsspalten und unter Totholz in der Nähe der Gewässer. Die Nähe zu fließendem Wasser ist für diese Art essenziell.
Lebensweise & Verhalten
Der Paradiesmolch ist ein stark aquatisch lebender Molch, der den Großteil seines Lebens im oder in unmittelbarer Nähe von Wasser verbringt. Er ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, kann aber in seinem Gewässer auch tagsüber beobachtet werden. Die Art bevorzugt kühle Wassertemperaturen und ist besonders in der kühleren Jahreszeit aktiv.
Im subtropischen Klima Hongkongs gibt es keine echte Winterruhe, aber eine reduzierte Aktivität während der heißesten Sommermonate (Juli–August). Die Molche halten sich gern zwischen Steinen und in Felsritzen auf, wo sie auf vorbeikommende Beute lauern. Bei Bedrohung können sie sich schnell zwischen Steinen verstecken oder den orangefarbenen Bauch als Warnsignal zeigen.
Ernährung
Der Paradiesmolch ernährt sich von einer Vielzahl aquatischer und semi-aquatischer Wirbelloser. Zum Nahrungsspektrum gehören Mückenlarven, Bachflohkrebse, Eintagsfliegenlarven, kleine Schnecken, Würmer und andere Wasserinsekten. An Land frisst er gelegentlich Regenwürmer, Spinnen und kleine Insekten.
In Gefangenschaft nimmst du die Art gut mit lebenden oder aufgetauten Mückenlarven (rote und schwarze), Tubifex, Enchyträen und kleinen Regenwürmern an. Die Fütterung sollte 2–3 Mal pro Woche erfolgen. Die Art ist nicht wählerisch und akzeptiert auch hochwertiges Pelletfutter für Amphibien, wenn sie daran gewöhnt wird.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit des Paradiesmolchs liegt in den kühleren Monaten, typischerweise von November bis März. Das Männchen umwirbt das Weibchen mit Schwanzbewegungen und dem Absetzen von Pheromonen. Nach der Balz wird eine Spermatophore übertragen.
Das Weibchen legt die Eier einzeln oder in kleinen Gruppen unter Steine oder an Wasserpflanzen in fließendem oder leicht strömendem Wasser ab. Die Larven schlüpfen nach einigen Wochen und entwickeln sich vollständig aquatisch. Die Metamorphose erfolgt nach 3–5 Monaten. In Gefangenschaft gelingt die Nachzucht, wenn eine kühlere Periode als Auslöser simuliert wird. Die Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht.
Haltung im Aquarium
Der Paradiesmolch eignet sich sehr gut für die Haltung im kühlen Aquarium. Ein Becken ab 80 × 40 cm mit einem Wasserstand von 15–25 cm und einer leichten Strömung eignet sich für 2–3 Tiere. Die Wassertemperatur sollte 16–22 °C betragen, im Sommer nicht über 24 °C. Eine kleine Landemöglichkeit sollte vorhanden sein.
Die Einrichtung sollte viele Steine, Schieferplatten und Versteckmöglichkeiten enthalten, die den natürlichen Bachleben nachempfinden. Wasserpflanzen wie Javamoos und Anubias ergänzen die Einrichtung. Ein leistungsfähiger Filter sorgt für klares, sauerstoffreiches Wasser. Gefüttert wird mit Mückenlarven, Tubifex und Enchyträen. Die Art ist gelegentlich im spezialisierten Fachhandel als Nachzucht erhältlich.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Paradiesmolch wird von der IUCN als „Near Threatened" (potenziell gefährdet) eingestuft. Die Hauptbedrohungen sind der Verlust und die Verschmutzung von Bergbächen durch Urbanisierung, Infrastrukturprojekte und die Wasserentnahme. In Hongkong, einem der am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt, steht der Lebensraum unter enormem Druck.
In Hongkong ist die Art gesetzlich geschützt und kommt in mehreren Country Parks (Naturschutzgebieten) vor. Der Schutz der verbliebenen Bergbachhabitate und die Renaturierung beeinträchtigter Gewässer sind entscheidend für das Überleben dieser Art. Die relativ gute Nachzuchtfähigkeit in Gefangenschaft bietet eine Absicherung gegen einen möglichen Bestandsrückgang.
Quellen
- AmphibiaWeb: Paramesotriton hongkongensis – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Paramesotriton hongkongensis – iucnredlist.org
- Karsen, S. J., Lau, M. W. & Bogadek, A. (1998): Hong Kong Amphibians and Reptiles. Provisional Urban Council.
- Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World. American Museum of Natural History – amphibiansoftheworld.amnh.org
