Der Pazifische Riesensalamander ist einer der größten terrestrischen Salamander Nordamerikas und kann eine beeindruckende Länge von über 30 cm erreichen. Besonders bemerkenswert ist, dass er einer der wenigen Salamander weltweit ist, die Lautäußerungen von sich geben können – ein kurzes, bellendes Quietschen bei Bedrohung.
| Wissenschaftlicher Name | Dicamptodon tenebrosus |
| Ordnung | Schwanzlurche (Caudata) |
| Familie | Riesensalamander (Dicamptodontidae) |
| Gattung | Dicamptodon |
| Größe | 17–34 cm |
| Gewicht | 30–130 g |
| Lebenserwartung | 10–20 Jahre |
| Verbreitung | Pazifischer Nordwesten (British Columbia bis Kalifornien) |
| Lebensraum | Feuchte Nadelwälder, kühle Bergbäche, Bachuferbereiche |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Pazifische Riesensalamander ist mit einer Gesamtlänge von 17–34 cm einer der imposantesten Salamander Nordamerikas. Sein Körper ist kräftig und muskulös mit einem breiten, abgeflachten Kopf und kräftigen Beinen. Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis marmoriert-braun mit unregelmäßigen, kupferfarbenen bis tan-braunen Flecken auf der Oberseite.
Metamorphosierte, adulte Tiere besitzen eine glatte, feuchte Haut und einen runden Schwanz. Neotene Individuen, die in manchen Populationen verbreitet sind, behalten ihre äußeren Kiemenbüschel und einen seitlich abgeflachten Schwanzflossensaum. Die Augen sind groß und vorstehend, die Zähne kräftig. Dieser Salamander besitzt Lungen und ist damit von den lungenlosen Salamandern (Plethodontidae) deutlich verschieden.
Verbreitung & Lebensraum
Der Pazifische Riesensalamander kommt im pazifischen Nordwesten Nordamerikas vor – von der Küstenregion British Columbias (Kanada) über Washington und Oregon bis nach Nordkalifornien (USA). Er besiedelt Höhenlagen vom Meeresniveau bis etwa 2.100 m.
Du findest diesen Salamander in feuchten, alten Nadelwäldern (insbesondere Douglas-Tannen- und Rotholzwäldern) in der Nähe kühler Bergbäche und Flüsse. Er benötigt saubere, sauerstoffreiche Gewässer mit steinigem Untergrund für die Larvalentwicklung. An Land lebt er unter morschen Baumstämmen, unter Steinen und in feuchter Laubstreu. Alte Wälder mit reichlich Totholz bieten die besten Lebensbedingungen.
Lebensweise & Verhalten
Der Pazifische Riesensalamander ist vorwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag in feuchten Verstecken. Bei Regen und hoher Luftfeuchtigkeit kann er auch tagsüber aktiv sein. Er ist ein kraftvoller Räuber, der mit seinen kräftigen Kiefern auch größere Beutetiere überwältigen kann.
Besonders bemerkenswert ist seine Fähigkeit zur Lautäußerung – eine extrem seltene Eigenschaft unter Salamandern. Bei Bedrohung oder beim Ergreifen stößt er ein kurzes, bellendes oder quietschendes Geräusch aus. Dieses Verhalten dient vermutlich der Abschreckung von Fressfeinden. Wie der Mole-Salamander zeigt auch diese Art fakultative Neotenie: In manchen Gewässern bleiben Individuen dauerhaft im larvalen, aquatischen Zustand.
Ernährung
Der Pazifische Riesensalamander ist ein aggressiver Räuber und frisst nahezu alles, was er überwältigen kann. Adulte, terrestrische Tiere fressen Insekten, Schnecken, Regenwürmer, kleinere Salamander, kleine Mäuse und sogar kleine Schlangen. Er ist damit einer der vielseitigsten Prädatoren unter den nordamerikanischen Salamandern.
Aquatische Larven und neotene Individuen jagen Wasserinsektenlarven, Bachflohkrebse, kleine Fische und Kaulquappen. Große neotene Individuen können sogar Forellen-Jungfische erbeuten. Die Jagd erfolgt durch Lauern und blitzschnelles Zupacken mit den kräftigen Kiefern.
Fortpflanzung
Die Paarung findet im Frühling im Wasser statt. Das Weibchen legt die Eier in verborgenen Nestern unter großen Steinen in Bachbetten ab und bewacht sie während der Brutzeit. Ein Gelege umfasst 70–200 große, unpigmentierte Eier, die einzeln an der Unterseite von Steinen befestigt werden.
Die Larven schlüpfen im Herbst oder Winter und leben 2–4 Jahre aquatisch, bevor sie metamorphosieren – sofern sie nicht neotenisch bleiben. Die Larven können eine beträchtliche Größe von über 20 cm erreichen, bevor sie das Wasser verlassen. In permanenten, fischreichen Gewässern bleiben viele Individuen dauerhaft aquatisch. Die Geschlechtsreife wird nach 3–5 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Pazifische Riesensalamander ist ein anspruchsvoller, aber faszinierender Terrarienbewohner. Für adulte, terrestrische Tiere empfiehlt sich ein großes Terrarium ab 100 × 50 × 40 cm mit einer dicken Schicht feuchter Walderde, Moos, großen Steinen und Verstecken aus Korkrinde und Holz. Ein Wasserteil ist empfehlenswert.
Die Temperatur sollte kühl gehalten werden: tagsüber 14–18 °C, maximal 20 °C. Höhere Temperaturen sind schädlich und können zu Stress und Krankheiten führen. Aquatische oder neotene Tiere benötigen ein Aquarium mit kaltem, gut gefiltertem Wasser (10–16 °C). Gefüttert wird mit großen Regenwürmern, Heimchen, Grillen und gelegentlich kleinen Futterfischen. Vorsicht: Dieser Salamander beißt kräftig!
Gefährdung & Schutzstatus
Der Pazifische Riesensalamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in geeigneten Habitaten noch relativ häufig, zeigt jedoch Rückgänge in Gebieten mit intensiver Forstwirtschaft. Der Verlust alter Waldbestände und die daraus resultierende Verschlechterung der Gewässerqualität durch Erosion und Sedimenteintrag sind die größten Bedrohungen.
In Oregon und Washington wird die Art als „sensitiv" eingestuft und bei forstwirtschaftlichen Maßnahmen berücksichtigt. Der Erhalt von Altholzbeständen und Uferschutzzonen entlang von Bächen ist entscheidend für den Schutz dieser beeindruckenden Salamanderart.
Quellen
- AmphibiaWeb: Dicamptodon tenebrosus – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Dicamptodon tenebrosus – iucnredlist.org
- Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
- Stebbins, R. C. & McGinnis, S. M. (2012): Field Guide to Amphibians and Reptiles of California. University of California Press.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
