Die Perlmuttschmerle, auch Blaue Botia oder Rotflossen-Botia genannt, ist eine große, attraktive Schmerle aus Südostasien. Ihr blaugrauer Körper mit der leuchtend roten Schwanzflosse macht sie zu einem Blickfang in großen Aquarien. Sie ist gesellig, langlebig und ein effektiver Schneckenvertilger.
| Wissenschaftlicher Name | Yasuhikotakia modesta |
| Ordnung | Karpfenartige (Cypriniformes) |
| Familie | Prachtschmerlen (Botiidae) |
| Gattung | Yasuhikotakia |
| Größe | 15–25 cm |
| Gewicht | 50–150 g |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Südostasien (Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha) |
| Lebensraum | Große Flüsse und saisonale Überschwemmungsgebiete |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 250 Liter |
| Temperatur | 24–28 °C |
| pH-Wert | 6,0–7,5 |
| Wasserhärte | 2–12 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Die Perlmuttschmerle erreicht eine beachtliche Körperlänge von 15–25 cm und gehört damit zu den größeren Botiidae. Der kräftige, seitlich leicht abgeflachte Körper zeigt eine einheitliche blaugraue bis schiefergraue Grundfärbung mit einem feinen perlmuttartigen Schimmer, der dem Fisch seinen Namen verleiht.
Das auffälligste Merkmal ist die leuchtend rote bis orangerote Schwanzflosse – ein markanter Kontrast zur blauen Körperfarbe, der ihr den englischen Namen „Redtail Botia" einbrachte. Der Kopf ist abgerundet mit einem unterständigen Maul und vier Paar Barteln. Wie alle Botiidae besitzt sie einen aufrichtbaren Dorn unterhalb des Auges zur Verteidigung.
Verbreitung & Lebensraum
Die Perlmuttschmerle kommt in Südostasien vor und bewohnt das Mekong-Einzugsgebiet in Thailand, Laos, Vietnam und Kambodscha sowie den Chao Phraya in Thailand. Sie lebt in großen Flüssen mit sandigem oder schlammigem Grund und unternimmt saisonale Wanderungen in Überschwemmungsgebiete zur Nahrungssuche und Fortpflanzung.
In ihrem natürlichen Lebensraum ist sie ein wichtiger Speisefisch und wird in großen Mengen auf Märkten verkauft. Die saisonalen Wanderungen können beträchtliche Strecken umfassen. Während der Trockenzeit konzentrieren sich die Tiere in den Hauptflussbetten.
Lebensweise & Verhalten
Die Perlmuttschmerle ist ein geselliger Bodenbewohner, der in Gruppen von mindestens fünf Tieren gehalten werden sollte. Einzeln gehaltene Exemplare werden häufig aggressiv und stressen andere Aquarienbewohner. In der Gruppe etablieren sie eine Rangordnung mit regelmäßigen, aber meist harmlosen Auseinandersetzungen.
Die Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und können tagsüber recht scheu sein. Sie lieben Verstecke in Form von Höhlen, Röhren und Wurzelwerk. Typisch ist das Ruhen in Seitenlage oder kopfüber in Spalten – ein normales Verhalten, das bei Anfängern oft Besorgnis auslöst. Wie andere Schmerlen erzeugen sie bei Aufregung klickende Laute.
Ernährung
Die Perlmuttschmerle ist ein Allesfresser, der besonders gerne Schnecken vertilgt. Sie knackt Schneckengehäuse geschickt mit ihrem kräftigen Maul und ist daher ein natürlicher Helfer bei Schneckenplagen. Darüber hinaus frisst sie Insektenlarven, Würmer, Kleinkrebse und pflanzliches Material.
Im Aquarium nimmt sie sinkende Futtertabletten, Granulat und Frostfutter bereitwillig an. Biete regelmäßig Mückenlarven, Artemia, Muschelfleisch und Garnelen an. Pflanzliche Kost wie blanchiertes Gemüse (Zucchini, Gurke) und Algentabletten ergänzen die Ernährung. Füttere bevorzugt am Abend, wenn die Tiere aktiver werden.
Fortpflanzung
Die Zucht der Perlmuttschmerle im Aquarium ist bisher nicht gelungen. In der Natur wandert sie saisonal in Überschwemmungsgebiete, wo sie laicht. Man vermutet, dass spezifische Umweltfaktoren wie Strömung, Wasserstandsänderungen und Wasserchemie die Laichbereitschaft auslösen.
In Südostasien wird die Art in Zuchtfarmen mit Hilfe von Hormonstimulation vermehrt. Die im Handel erhältlichen Tiere stammen größtenteils aus solchen Zuchtfarmen oder aus Wildfängen. Eine natürliche Zucht im Heimaquarium ist unter normalen Bedingungen nicht möglich.
Haltung im Aquarium
Die Perlmuttschmerle benötigt aufgrund ihrer Endgröße ein geräumiges Aquarium ab 250 Litern für eine kleine Gruppe. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen, um die empfindlichen Barteln nicht zu verletzen. Biete zahlreiche Versteckmöglichkeiten durch Steine, Höhlen, Röhren und Wurzeln – die Tiere brauchen Rückzugsorte.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,0–7,5. Eine kräftige Filterung mit moderater Strömung simuliert die natürlichen Fließgewässerbedingungen. Halte mindestens fünf Exemplare, um Aggressionen zu minimieren. Geeignete Beifische sind robuste, mittelgroße bis große Fische. Vermeide langflossige Arten und sehr kleine Fische.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Perlmuttschmerle wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Sie ist in ihrem Verbreitungsgebiet im Mekong-Einzugsgebiet häufig und hat als Speisefisch eine hohe wirtschaftliche Bedeutung.
Die größten Bedrohungen sind der Bau von Staudämmen, die ihre saisonalen Wanderungen unterbrechen können, sowie die Überfischung für den Lebensmittel- und Aquarienhandel. Der Mekong-Staudammbau ist ein zunehmendes Problem für viele wandernde Fischarten in der Region.
Quellen
- FishBase: Yasuhikotakia modesta – fishbase.se
- IUCN Red List: Yasuhikotakia modesta – iucnredlist.org
- Seriously Fish: Yasuhikotakia modesta – seriouslyfish.com
- Kottelat, M. (2012): Conspectus Cobitidum: An Inventory of the Loaches of the World. Raffles Bulletin of Zoology.
- Rainboth, W.J. (1996): Fishes of the Cambodian Mekong. FAO Species Identification Field Guide.
