Molche

Persischer Krokodilmolch (Neurergus kaiseri)

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Persischer Krokodilmolch (Neurergus kaiseri)

Bildquelle: HWall / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Persische Krokodilmolch, auch Kaisermolch genannt, gilt als einer der schönsten Molche der Welt. Sein kontrastreiches Muster aus schwarzen und weißen Streifen mit leuchtend orangeroten Flecken macht ihn einzigartig. Die Art ist auf wenige Bergbäche im iranischen Zagrosgebirge beschränkt und durch CITES Anhang I streng geschützt.

Der Persische Krokodilmolch, auch Kaisermolch genannt, gilt als einer der schönsten Molche der Welt. Sein kontrastreiches Muster aus schwarzen und weißen Streifen mit leuchtend orangeroten Flecken macht ihn einzigartig. Die Art ist auf wenige Bergbäche im iranischen Zagrosgebirge beschränkt und durch CITES Anhang I streng geschützt.

Steckbrief: Persischer Krokodilmolch (Neurergus kaiseri)
Wissenschaftlicher NameNeurergus kaiseri
OrdnungSchwanzlurche (Urodela)
FamilieEchte Salamander (Salamandridae)
GattungNeurergus
Größe10–14 cm
Gewicht5–10 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungZagrosgebirge (Iran)
LebensraumBergbäche, Quellbecken
SchutzstatusVom Aussterben bedroht (CR) – IUCN, CITES Anhang I

Beschreibung & Aussehen

Der Persische Krokodilmolch erreicht eine Gesamtlänge von 10–14 cm und ist einer der optisch spektakulärsten Molche weltweit. Seine Grundfarbe ist glänzend schwarz, durchbrochen von markanten weißen Querstreifen und leuchtend orangeroten Flecken auf dem Rücken, den Flanken und dem Schwanz. Diese kontrastreiche Zeichnung macht ihn unverwechselbar und hat ihm große Beliebtheit bei Terraristik-Enthusiasten eingebracht.

Der Körperbau ist schlank und elegant mit einem relativ langen, seitlich abgeflachten Schwanz. Der Kopf ist schmal mit großen, ausdrucksstarken Augen. Die Haut ist glatt und glänzend. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich nur wenig – Männchen haben zur Paarungszeit eine leicht geschwollene Kloakenregion und können etwas schlanker sein.

Verbreitung & Lebensraum

Der Persische Krokodilmolch ist auf ein winziges Verbreitungsgebiet im südlichen Zagrosgebirge des Iran beschränkt. Er kommt nur in wenigen Bergbächen in der Provinz Lorestan vor, in Höhenlagen zwischen 850 und 1.500 Metern. Das gesamte bekannte Verbreitungsgebiet umfasst weniger als 10 km².

Die Art lebt in und an klaren, kühlen Bergbächen und Quellbecken, die durch Eichen- und Pistazienwälder fließen. Die Gewässer haben steinigen Untergrund und sind reich an Versteckmöglichkeiten zwischen Felsen und unter Überhängen. Das Klima ist semi-arid mit heißen Sommern und kalten Wintern. Außerhalb der aquatischen Phase verbergen sich die Molche unter Steinen und in Felsspalten in der Nähe der Bäche.

Lebensweise & Verhalten

Der Persische Krokodilmolch hat einen stark an das Jahreszeitenklima angepassten Aktivitätszyklus. Die aquatische Phase findet im Frühjahr statt (Februar–Mai), wenn die Bergbäche durch Schneeschmelze und Regenfälle ausreichend Wasser führen. In dieser Zeit sind die Tiere sowohl tag- als auch nachtaktiv und zeigen ihr Balzverhalten.

Während der heißen, trockenen Sommermonate und im Winter estiviert bzw. hiberniert die Art in frostfreien Felsspalten und unter tiefen Steinen. Diese Ruhephasen können jeweils mehrere Monate dauern. Die Art ist relativ langsam und friedfertig. Bei Bedrohung flüchtet sie in Felsspalten oder krümmt den Körper, um die Warnfärbung zu präsentieren.

Ernährung

Der Persische Krokodilmolch ernährt sich von kleinen Wirbellosen, die er in und an seinen Bachlebensräumen erbeutet. Im Wasser frisst er Bachflohkrebse, Mückenlarven, Eintagsfliegenlarven, kleine Schnecken und Würmer. An Land nimmt er Insekten, Spinnen und kleine Schnecken auf.

In Gefangenschaft nimmst du die Art am besten mit kleinen, lebenden oder aufgetauten Mückenlarven, Enchyträen, Tubifex und fein gehackten Regenwürmern an. Die Fütterung erfolgt 2–3 Mal pro Woche während der Aktivitätsphase. Während der Ruheperioden wird nicht gefüttert. Eine Supplementierung mit Kalzium und Vitaminen ist empfehlenswert.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit liegt im Frühjahr (März–Mai), wenn die Bergbäche genügend Wasser führen. Das Männchen umwirbt das Weibchen im Wasser mit langsamen Schwanzbewegungen und dem Verbreiten von Pheromonen. Nach der Balz setzt das Männchen eine Spermatophore auf dem Bachgrund ab, die vom Weibchen aufgenommen wird.

Das Weibchen legt 40–80 Eier einzeln unter Steine in fließendem Wasser ab. Die Larven schlüpfen nach 3–4 Wochen und entwickeln sich über mehrere Monate im Bach. Die Metamorphose erfolgt typischerweise im Herbst. Die Geschlechtsreife wird mit 3–4 Jahren erreicht. In Gefangenschaft gelingt die Nachzucht unter fachkundiger Leitung, erfordert aber eine sorgfältige Simulation der natürlichen Jahreszeiten mit Trocken- und Nassphasen.

Haltung im Aquarium

Der Persische Krokodilmolch ist ein anspruchsvoller Pflegling, der nur von erfahrenen Haltern gepflegt werden sollte. Ein kühles Aquarium ab 60 × 30 cm mit einem Wasserstand von 10–15 cm, leichter Strömung und steinigem Untergrund eignet sich für ein Paar. Die Wassertemperatur sollte 14–20 °C betragen, im Sommer keinesfalls über 22 °C.

Die Einrichtung sollte viele Steine, Schieferplatten und Felsspalten als Verstecke bieten. Eine Estivation (Sommerruhe) bei trockener, kühler Haltung und eine Winterruhe bei 5–10 °C sind für die Gesundheit essenziell. WICHTIG: Diese Art ist in CITES Anhang I gelistet – der kommerzielle internationale Handel ist verboten. Nur Tiere aus legalen Nachzuchtprogrammen mit entsprechenden Papieren dürfen gehalten werden. Erkundige dich vor dem Erwerb unbedingt über die gesetzlichen Bestimmungen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Persische Krokodilmolch wird von der IUCN als „Vulnerable" (gefährdet) eingestuft und ist in CITES Anhang I gelistet, was den strengsten internationalen Handelsschutz bedeutet. Die Wildpopulation umfasst schätzungsweise nur wenige tausend Individuen in einem winzigen Verbreitungsgebiet. Die Hauptbedrohungen sind die illegale Sammlung für den Heimtierhandel, Dürren infolge des Klimawandels und der Verlust von Bachabschnitten durch Wasserentnahme.

Im Iran ist die Art streng geschützt, und es gibt Nachzuchtprogramme in iranischen und internationalen Zoos. Die Aufnahme in CITES Anhang I im Jahr 2010 war ein wichtiger Schritt zum Schutz dieser Art. Dennoch bleibt die illegale Entnahme ein Problem. Der Schutz der verbliebenen Bachlebensräume im Zagrosgebirge und die Bekämpfung des illegalen Handels sind überlebenswichtig für diese einzigartige Art.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Neurergus kaiseriamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Neurergus kaiseriiucnredlist.org
  3. Sharifi, M. et al. (2009): Microhabitat use by the Luristan Newt Neurergus kaiseri in southwestern Iran. Herpetological Journal, 19, 147–153.
  4. CITES: Appendix I listing of Neurergus kaisericites.org
  5. Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World. American Museum of Natural History – amphibiansoftheworld.amnh.org

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