Der Persische Salamander ist ein attraktiver Schwanzlurch aus den Bergregionen der Türkei, des Irak und des Iran. Er zeichnet sich durch seine dunkelbraune bis schwarze Grundfarbe mit gelben bis orangefarbenen Flecken und Streifen aus. Die Art lebt an kühlen Bergbächen und ist durch Lebensraumverlust und Wasserentnahme gefährdet.
| Wissenschaftlicher Name | Neurergus crocatus |
| Ordnung | Schwanzlurche (Urodela) |
| Familie | Echte Salamander (Salamandridae) |
| Gattung | Neurergus |
| Größe | 12–16 cm |
| Gewicht | 8–12 g |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Türkei, Irak, Iran |
| Lebensraum | Bergbäche, Quellgewässer |
| Schutzstatus | Gefährdet (VU) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Persische Salamander erreicht eine Gesamtlänge von 12–16 cm und ist damit etwas größer als der verwandte Persische Krokodilmolch (N. kaiseri). Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis schwarz mit einem auffälligen Muster aus gelben bis orangefarbenen Flecken und Streifen. Die Zeichnung variiert individuell und je nach Population, ist aber generell weniger kontrastreich als beim Kaisermolch.
Der Körperbau ist schlank und langgestreckt mit einem seitlich abgeflachten Schwanz, der im Wasser als Ruder dient. Der Kopf ist schmal mit relativ großen Augen. Die Haut ist glatt und glänzend. Die Unterseite ist heller, oft gelblich bis orange. Männchen sind zur Paarungszeit an einer leicht geschwollenen Kloakenregion erkennbar und können einen niedrigen Schwanzflossensaum entwickeln.
Verbreitung & Lebensraum
Der Persische Salamander kommt in den Bergregionen der östlichen Türkei, des nördlichen Irak (Kurdistan-Region) und des westlichen Iran vor. Die Art lebt in Höhenlagen zwischen 800 und 2.200 Metern, wo sie an klare, kühle Bergbäche gebunden ist.
Die Art bewohnt felsige Bergbäche und Quellgewässer, die durch Eichen- und Pistazienwälder oder offene Berglandschaften fließen. Die Gewässer haben typischerweise steinigen Untergrund und kühle Wassertemperaturen. Außerhalb der aquatischen Phase verbergen sich die Salamander unter Steinen, in Felsspalten und in der Nähe der Bäche. Das Klima ist semi-arid bis gemäßigt mit deutlichen Jahreszeitenschwankungen.
Lebensweise & Verhalten
Der Persische Salamander zeigt einen jahreszeitlich geprägten Aktivitätszyklus, ähnlich dem verwandten Kaisermolch. Die aquatische Phase findet im Frühjahr statt, wenn Schneeschmelze und Regenfälle die Bergbäche mit Wasser füllen. In dieser Zeit sind die Tiere in und an den Bächen aktiv und pflanzen sich fort.
Während der trockenen Sommermonate und im Winter zieht sich die Art in tiefe Felsspalten und unter große Steine zurück, wo sie in einen Ruhezustand verfällt. Die Tiere sind relativ friedfertig und können in kleinen Gruppen angetroffen werden. Bei Bedrohung flüchten sie schnell in Felsspalten oder unter Steine im Bachbett.
Ernährung
Der Persische Salamander ernährt sich von kleinen aquatischen und terrestrischen Wirbellosen. Im Wasser frisst er Bachflohkrebse, Mückenlarven, Eintagsfliegenlarven, kleine Schnecken und Würmer. An Land stehen Insekten, Spinnen und andere kleine Gliedertiere auf dem Speiseplan.
In Gefangenschaft nimmst du die Art mit Mückenlarven, Enchyträen, Tubifex und kleinen Regenwürmern an. Die Fütterung erfolgt 2–3 Mal pro Woche während der Aktivitätsphase. Wie beim Kaisermolch wird während der Ruheperioden nicht gefüttert. Eine Supplementierung mit Kalzium und Vitaminen ist empfehlenswert.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit liegt im Frühjahr (März–Mai). Die Balz findet im Wasser statt, wobei das Männchen das Weibchen mit langsamen Bewegungen umwirbt und Pheromone absondert. Nach erfolgreicher Balz wird eine Spermatophore übertragen.
Das Weibchen legt 30–80 Eier unter Steine in fließendem Wasser ab. Die Larven schlüpfen nach einigen Wochen und entwickeln sich vollständig aquatisch im kühlen Bachwasser. Die Metamorphose dauert mehrere Monate. In Gefangenschaft gelingt die Nachzucht bei sorgfältiger Simulation der natürlichen Jahreszeitenrhythmik mit Trocken- und Nassphasen sowie Temperaturabsenkungen. Die Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht.
Haltung im Aquarium
Der Persische Salamander kann in einem kühlen Aquarium mit Bachlaufcharakter gehalten werden. Ein Becken ab 80 × 40 cm mit einem Wasserstand von 10–15 cm, leichter Strömung und vielen Steinen als Verstecke eignet sich für ein Paar. Die Wassertemperatur sollte 12–18 °C betragen und im Sommer nicht über 20 °C steigen.
Die Einrichtung sollte den natürlichen Bachlebensraum nachahmen: Steine, Schieferplatten, feiner Kies und einige Wasserpflanzen. Ein leistungsfähiger Filter sorgt für sauberes, sauerstoffreiches Wasser. Eine Sommerruhe bei trockener, kühler Haltung und eine Winterruhe bei 5–10 °C sind für die Gesundheit wichtig. Beachte, dass der internationale Handel mit Neurergus-Arten reguliert sein kann – erkundige dich über die geltenden Vorschriften.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Persische Salamander wird von der IUCN als „Vulnerable" (gefährdet) eingestuft. Die Hauptbedrohungen sind der Verlust von Bachlebensräumen durch Wasserentnahme für die Landwirtschaft, Dammbau und Entwaldung. Auch Dürren infolge des Klimawandels gefährden die ohnehin wasserabhängige Art. In einigen Gebieten stellt die Sammlung für den Heimtierhandel eine zusätzliche Bedrohung dar.
Die Art ist in der Türkei, dem Irak und dem Iran durch nationale Gesetze geschützt. Der Schutz der Bergbach-Ökosysteme in den Herkunftsländern ist entscheidend für das Überleben dieser Art. Nachzuchtprogramme in spezialisierten Einrichtungen könnten zur Entlastung der Wildpopulationen beitragen.
Quellen
- AmphibiaWeb: Neurergus crocatus – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Neurergus crocatus – iucnredlist.org
- Steinfartz, S. et al. (2002): Molecular phylogeny of the salamandrid genus Neurergus. Molecular Phylogenetics and Evolution, 23(3), 508–516.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
