Der Peru-Laubfrosch, wissenschaftlich als Boana geographica bekannt, ist ein weit verbreiteter Laubfrosch des Amazonasbeckens. Seinen Namen verdankt er dem landkartenartigen Muster auf seiner Haut. Er ist ein häufiger Bewohner von Gewässerrändern in tropischen Tieflandwäldern und fällt besonders durch seine nächtlichen, lauten Rufe auf.
| Wissenschaftlicher Name | Boana geographica |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Hylidae |
| Gattung | Boana |
| Größe | 5–8 cm |
| Gewicht | 15–30 g |
| Lebenserwartung | 5–10 Jahre |
| Verbreitung | Südamerika (Amazonasbecken, Guyana-Schild) |
| Lebensraum | Tropische Tieflandregenwälder, Sümpfe, Flussufer |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Peru-Laubfrosch erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm und ist damit ein mittelgroßer Vertreter der Laubfrösche. Die Grundfärbung der Oberseite variiert von hellbraun über gelbbraun bis olivgrün, mit einem auffälligen, landkartenartigen Muster aus dunkleren Linien und Flecken – daher der englische Name „Map Treefrog".
Die Flanken sind oft heller gefärbt mit kontrastierenden dunklen Flecken. Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben. Die Haftscheiben an den Zehen sind gut entwickelt und ermöglichen sicheres Klettern. Die Augen sind groß mit einer goldenen bis bronzefarbenen Iris. Zwischen den Zehen befinden sich Schwimmhäute, die beim Springen als Fallschirm dienen können.
Verbreitung & Lebensraum
Der Peru-Laubfrosch hat eines der größten Verbreitungsgebiete aller neotropischen Laubfrösche. Er kommt im gesamten Amazonasbecken vor – von Kolumbien, Venezuela und den Guyanas über Ecuador, Peru und Bolivien bis nach Brasilien. Die Art wurde früher der Gattung Hypsiboas zugeordnet, ist aber nach neuerer Systematik in die Gattung Boana eingeordnet.
Er bewohnt die Tieflandregenwälder und kommt von Meereshöhe bis etwa 500 Meter vor. Bevorzugte Habitate sind Sümpfe, Flussufer, überflutete Wälder (Várzea und Igapó) und temporäre Tümpel im Wald. Du findest ihn besonders häufig an stehenden und langsam fließenden Gewässern mit dichter Ufervegetation.
Lebensweise & Verhalten
Der Peru-Laubfrosch ist nachtaktiv und beginnt seine Aktivität bei Einbruch der Dunkelheit. Er klettert auf Sträuchern und niedrigen Bäumen in Gewässernähe und ruft von dort aus lautstark. Der Ruf besteht aus einer Reihe kurzer, lauter Klicklaute und ist in tropischen Nächten oft einer der dominanten Froschrufe.
Tagsüber ruht er versteckt in Blattachseln, unter Rinde oder auf großen Blättern, wo seine Tarnfärbung ihn vor Fressfeinden schützt. Die Art ist sozial verträglich und es finden sich oft mehrere Individuen in enger Nachbarschaft an einem Gewässer. In der Trockenzeit kann er sich in feuchte Verstecke zurückziehen und seine Aktivität reduzieren.
Ernährung
Der Peru-Laubfrosch ernährt sich von einer Vielzahl fliegender und kriechender Insekten sowie anderen Wirbellosen. Zu seiner Beute gehören Nachtfalter, Käfer, Fliegen, Ameisen und Spinnen. Er jagt aktiv in der Vegetation und erbeutet seine Nahrung mit schnellen Zungenschlägen.
In der Terrarienhaltung eignen sich Grillen, Heimchen und Fruchtfliegen als Hauptfutter. Gelegentlich können auch kleine Motten und Wachsmaden angeboten werden. Die Futtertiere sollten mit Kalzium- und Vitaminpulver bestäubt werden. Die Fütterung erfolgt alle 2–3 Tage.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt und ist eng an temporäre und permanente Gewässer gebunden. Die Männchen bilden Rufgemeinschaften (Chöre) an geeigneten Gewässern und locken Weibchen mit ihrem lauten Ruf an. Die Paarung erfolgt im Amplexus auf der Vegetation über dem Wasser.
Die Weibchen legen mehrere hundert Eier in einem Schaumnest auf der Wasseroberfläche oder auf überhängender Vegetation ab. Die Kaulquappen fallen nach dem Schlüpfen ins Wasser und entwickeln sich dort über 2–3 Monate. Sie ernähren sich von Algen und Detritus. Die Jungfrösche sind bei der Metamorphose etwa 1,5–2 cm groß.
Haltung im Terrarium
Der Peru-Laubfrosch ist für die Terrarienhaltung geeignet und relativ pflegeleicht. Ein Regenwaldterrarium ab 60 × 40 × 60 cm ist für ein kleines Paar ausreichend. Die Einrichtung sollte Kletteräste, Kunstpflanzen oder robuste echte Pflanzen, Verstecke und ein Wasserbecken umfassen.
Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts auf 20–22 °C absinken. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70–90 % liegen und durch tägliches Sprühen aufrechterhalten werden. Die Art ist im europäischen Fachhandel gelegentlich als Nachzucht erhältlich. Eine Vergesellschaftung mit ähnlich großen, friedlichen Froscharten ist möglich.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Peru-Laubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, ist häufig und toleriert auch leicht veränderte Habitate. Die Populationen gelten als stabil.
Lokale Bedrohungen bestehen durch die Abholzung der Regenwälder, insbesondere für Rinderweideland und Sojaanbau in Brasilien. Da die Art jedoch in vielen Schutzgebieten vorkommt und eine gewisse Anpassungsfähigkeit zeigt, ist sie derzeit nicht akut gefährdet.
Quellen
- AmphibiaWeb: Boana geographica – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Boana geographica – iucnredlist.org
- Duellman, W. E. (2005): Cusco Amazónico: The Lives of Amphibians and Reptiles in an Amazonian Rainforest. Cornell University Press.
- Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World. American Museum of Natural History – amphibiansoftheworld.amnh.org
- Lötters, S. et al. (2007): Poison Frogs – Biology, Species & Captive Husbandry. Edition Chimaira.
