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Peru-Pfeilgiftfrosch (Ranitomeya fantastica)

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Peru-Pfeilgiftfrosch (Ranitomeya fantastica)

Bildquelle: Kurit afshen / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Peru-Pfeilgiftfrosch ist einer der kleinsten und farbenprächtigsten Pfeilgiftfrösche der Welt. Mit nur 1,5–2 cm Körperlänge ist er ein wahres Miniaturjuwel der Regenwälder Nordost-Perus. Seine leuchtend rote Kopfoberseite, kontrastiert mit schwarzen und blauen Beinen, macht ihn zu einem der begehrtesten Terrarientiere unter Dendrobatiden-Enthusiasten.

Der Peru-Pfeilgiftfrosch ist einer der kleinsten und farbenprächtigsten Pfeilgiftfrösche der Welt. Mit nur 1,5–2 cm Körperlänge ist er ein wahres Miniaturjuwel der Regenwälder Nordost-Perus. Seine leuchtend rote Kopfoberseite, kontrastiert mit schwarzen und blauen Beinen, macht ihn zu einem der begehrtesten Terrarientiere unter Dendrobatiden-Enthusiasten.

Steckbrief: Peru-Pfeilgiftfrosch (Ranitomeya fantastica)
Wissenschaftlicher NameRanitomeya fantastica
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieDendrobatidae
GattungRanitomeya
Größe1,5–2 cm
Gewicht0,5–1,5 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungPeru (Region San Martín)
LebensraumTropische Regenwälder, Bergwälder (200–1.000 m)
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Peru-Pfeilgiftfrosch gehört mit einer Körperlänge von nur 1,5–2 cm zu den kleinsten Fröschen der Welt. Die Färbung ist extrem variabel und es existieren mehrere geographisch getrennte Farbmorphen. Die häufigste Form zeigt einen leuchtend orangeroten bis roten Kopf und Rücken, schwarze Flanken und blaue bis türkise Beine mit schwarzer Netzzeichnung.

Es gibt jedoch auch Morphen mit gelbem Kopf, grünen Beinen oder orangefarbenen Streifen. Die Haut ist glatt und leicht glänzend. Die Augen sind groß und dunkel. Die Haftscheiben an den Zehen sind trotz der winzigen Körpergröße gut entwickelt und ermöglichen dem Frosch, auch auf glatten Blattoberflächen sicher zu klettern.

Verbreitung & Lebensraum

Der Peru-Pfeilgiftfrosch hat ein relativ kleines Verbreitungsgebiet in der Region San Martín im Nordosten Perus. Er kommt in Höhenlagen zwischen 200 und 1.000 Metern in den östlichen Andenausläufern vor.

Er bewohnt feuchte tropische Regenwälder mit dichter Vegetation und hoher Luftfeuchtigkeit. Besonders häufig findest du ihn in der Nähe von Bromelien und anderen epiphytischen Pflanzen, deren Blattrosetten als Wasserreservoire für die Kaulquappenentwicklung dienen. Die Art kommt auch in Sekundärwäldern und Kakaoplantagen vor, solange geeignete Mikrohabitate vorhanden sind.

Lebensweise & Verhalten

Der Peru-Pfeilgiftfrosch ist tagaktiv und verbringt den Großteil seiner Zeit auf dem Waldboden und in der unteren Vegetationsschicht bis etwa 2 Meter Höhe. Er ist lebhaft und ständig in Bewegung, auf der Suche nach winziger Beute in der Laubstreu und auf Blättern.

Die Männchen sind territorial und verteidigen kleine Reviere von wenigen Quadratmetern. Sie rufen mit leisen, insektenartigen Summtönen, die nur aus kurzer Entfernung hörbar sind. Trotz ihrer winzigen Größe zeigen diese Frösche ein komplexes Sozialverhalten und eine bemerkenswerte Brutpflege.

Ernährung

Aufgrund seiner winzigen Größe ernährt sich der Peru-Pfeilgiftfrosch ausschließlich von sehr kleinen Wirbellosen. Springschwänze, Milben, winzige Ameisen und andere Mikroarthropoden bilden die Hauptnahrung. Er durchsucht systematisch die Laubstreu und Blattoberflächen nach diesen Kleinstlebewesen.

Im Terrarium sind Springschwänze (Collembola) und tropische Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster und D. hydei) die wichtigsten Futtertiere. Diese solltest du in eigenen Kulturen züchten, um eine konstante Versorgung sicherzustellen. Eine Supplementierung mit fein gemahlenem Kalzium- und Vitaminpulver ist unerlässlich.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Peru-Pfeilgiftfrosches zeigt eine bemerkenswerte Brutpflege. Das Männchen lockt das Weibchen mit seinem Ruf zu einem geeigneten Laichplatz auf einem feuchten Blatt oder in der Laubstreu. Dort werden nur 2–6 Eier pro Gelege abgelegt.

Das Männchen bewacht die Eier und hält sie feucht. Nach dem Schlüpfen transportiert es die Kaulquappen einzeln auf seinem Rücken zu kleinen Wasseransammlungen in Bromelien-Trichtern oder Baumhöhlen. Das Weibchen besucht die Kaulquappen regelmäßig und legt unbefruchtete Nähreier ins Wasser, von denen sich die Larven ernähren. Diese Verhalten wird als „Egg Feeding" bezeichnet und ist bei Ranitomeya-Arten verbreitet.

Haltung im Terrarium

Der Peru-Pfeilgiftfrosch ist ein beliebter Terriarienfrosch, der sich gut in bepflanzten Regenwaldterrarien halten lässt. Ein Terrarium ab 40 × 30 × 40 cm ist für ein Paar ausreichend. Die Einrichtung sollte Bromelien (wichtig für die Fortpflanzung!), Moos, kleine Farne, Kletteräste und feuchtes Substrat umfassen.

Die Temperatur sollte tagsüber 22–26 °C betragen, nachts leicht absinken. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 80–100 % liegen. Eine Beregnungsanlage ist empfehlenswert. Die Art ist im spezialisierten Fachhandel als Nachzucht erhältlich und wird von vielen Dendrobatiden-Züchtern erfolgreich vermehrt.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Peru-Pfeilgiftfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft, obwohl sein Verbreitungsgebiet relativ klein ist. Die Populationen sind in geeigneten Habitaten häufig und die Art kommt auch in leicht veränderten Lebensräumen vor.

Die Hauptbedrohung ist die Abholzung der Wälder in der Region San Martín für Landwirtschaft und Infrastrukturprojekte. Auch der illegale Fang für den Tierhandel stellt ein Problem dar. Die Art ist in CITES Anhang II gelistet, was den internationalen Handel reguliert. Nachzuchten sollten Wildfängen immer vorgezogen werden.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Ranitomeya fantasticaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Ranitomeya fantasticaiucnredlist.org
  3. Brown, J. L. et al. (2011): A taxonomic revision of the Neotropical poison frog genus Ranitomeya. Zootaxa, 3083, 1–120.
  4. Lötters, S. et al. (2007): Poison Frogs – Biology, Species & Captive Husbandry. Edition Chimaira.
  5. Schulte, R. (1999): Pfeilgiftfrösche – Artenteil Peru. INIBICO, Waiblingen.

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