Fische (Salzwasser)

Pfauen-Kaiserfisch (Pygoplites diacanthus)

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Pfauen-Kaiserfisch (Pygoplites diacanthus)

Bildquelle: Tatiana Belova / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Pfauen-Kaiserfisch gehört mit seinem atemberaubenden Streifenmuster aus Orange, Blau und Weiß zu den schönsten Meeresfischen überhaupt. Er gilt allerdings als einer der anspruchsvollsten Kaiserfische in der Aquarienhaltung, wobei Exemplare aus dem Roten Meer als robuster gelten.

Der Pfauen-Kaiserfisch gehört mit seinem atemberaubenden Streifenmuster aus Orange, Blau und Weiß zu den schönsten Meeresfischen überhaupt. Er gilt allerdings als einer der anspruchsvollsten Kaiserfische in der Aquarienhaltung, wobei Exemplare aus dem Roten Meer als robuster gelten.

Steckbrief: Pfauen-Kaiserfisch (Pygoplites diacanthus)
Wissenschaftlicher NamePygoplites diacanthus
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieKaiserfische (Pomacanthidae)
GattungPygoplites
Größe20–25 cm
Lebenserwartung8–15 Jahre
VerbreitungIndopazifik und Rotes Meer
LebensraumKorallenriffe, Riffhöhlen, Steilwände
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 600 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Pfauen-Kaiserfisch erreicht eine Körperlänge von 20–25 cm und ist zweifellos einer der prächtigsten Meeresfische. Sein Körper zeigt ein spektakuläres Muster aus vertikalen orangefarbenen Streifen mit weißen und blauen Einfassungen auf dunkelblauem bis schwarzem Grund. Die Rückenflosse ist gelb mit blauen Streifen, die Afterflosse zeigt parallele blaue und orangefarbene Linien.

Die Schwanzflosse ist leuchtend gelb mit feinen blauen Mustern. Die gesamte Farbkombination wirkt wie ein kunstvoll gemaltes Bild. Jungtiere ähneln den Adulten bereits stark, was bei Kaiserfischen ungewöhnlich ist – die meisten Arten durchlaufen eine drastische Farbveränderung. Exemplare aus dem Roten Meer sind tendenziell etwas farbintensiver als solche aus dem übrigen Indopazifik.

Verbreitung & Lebensraum

Der Pfauen-Kaiserfisch ist im Indopazifik und im Roten Meer verbreitet, von der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Japan, Australien und in den westlichen Pazifik. Er bewohnt Korallenriffe, Riffhöhlen und Steilwände in Tiefen von 1–48 Metern.

Die Art bevorzugt Bereiche mit reichlich Höhlen und Überhängen, in denen sie sich verstecken kann. Sie ist eher scheu und lebt meist einzeln oder paarweise. Tiere aus dem Roten Meer gelten als robuster und anpassungsfähiger für die Aquarienhaltung als Exemplare aus dem Indo-Pazifik.

Lebensweise & Verhalten

Der Pfauen-Kaiserfisch ist tagaktiv, aber eher zurückhaltend und scheu. Er hält sich häufig in der Nähe von Höhlen und Überhängen auf und flüchtet bei Störung sofort in seine Verstecke. Dieses scheue Verhalten kann die Eingewöhnung im Aquarium erschweren.

Die Art lebt einzeln oder paarweise und verteidigt ein Revier im Riff. Gegenüber Artgenossen und anderen Kaiserfischen kann sie territorial werden. Im Aquarium kann es Wochen oder Monate dauern, bis der Pfauen-Kaiserfisch sich sicher fühlt und regelmäßig im Freiwasser zeigt.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Pfauen-Kaiserfisch hauptsächlich von Schwämmen und Tunikaten (Manteltieren), ergänzt durch Algen und kleine Wirbellose. Die Spezialisierung auf Schwämme macht die Futterumstellung im Aquarium besonders anspruchsvoll.

Im Aquarium ist die Futterumstellung oft die größte Herausforderung. Biete eine breite Palette an Futter an: Frostfutter mit Schwammanteilen, Muschelfleisch, Artemia, Mysis, Nori-Algen und hochwertiges Granulat. Exemplare aus dem Roten Meer nehmen in der Regel schneller Ersatzfutter an als solche aus dem übrigen Verbreitungsgebiet. Geduld und Ausdauer sind bei der Eingewöhnung entscheidend.

Fortpflanzung

Der Pfauen-Kaiserfisch ist ein Freilaicher, der sich in der Dämmerung paart. Das Paar steigt gemeinsam auf und gibt Eier und Spermien ins Freiwasser ab. Die Art bildet in der Natur häufig monogame Paarbindungen.

Die pelagischen Eier treiben im Plankton und schlüpfen nach kurzer Zeit. Die Nachzucht im Aquarium ist bisher nicht gelungen und bleibt eine der großen Herausforderungen in der Meerwasseraquaristik.

Haltung im Aquarium

Der Pfauen-Kaiserfisch benötigt ein Aquarium ab 600 Litern mit zahlreichen Höhlen und Versteckmöglichkeiten aus Lebendgestein. Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen. Eine ausgezeichnete Wasserqualität ist unerlässlich, da die Art empfindlich auf erhöhte Schadstoffwerte reagiert.

Bevorzuge beim Kauf Exemplare aus dem Roten Meer, da diese als deutlich robuster und anpassungsfähiger gelten. Achte auf gut genährte Tiere, die bereits Ersatzfutter annehmen. Die Art ist nicht riffsicher und kann Schwämme, Weichkorallen und Manteltiere anknabbern.

Der Pfauen-Kaiserfisch ist einer der anspruchsvollsten Kaiserfische und definitiv kein Anfängerfisch. Nur erfahrene Aquarianer mit stabilen Becken und der Bereitschaft, viel Geduld bei der Eingewöhnung aufzubringen, sollten diese wunderschöne Art pflegen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Pfauen-Kaiserfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indopazifik weit verbreitet und kommt in zahlreichen Meeresschutzgebieten vor.

Im Aquarienhandel ist die Art regelmäßig erhältlich. Aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate bei der Eingewöhnung solltest du nur gesunde, fressende Exemplare von vertrauenswürdigen Händlern erwerben. Rotmeer-Exemplare sind teurer, aber die Investition lohnt sich in der Regel durch bessere Haltungserfolge.

Quellen

  1. FishBase: Pygoplites diacanthusfishbase.se
  2. IUCN Red List: Pygoplites diacanthusiucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  4. Michael, S. W. (2004): Angelfishes & Butterflyfishes. TFH Publications.
  5. Fossa, S. A. & Nilsen, A. J. (2000): Das Korallenriff-Aquarium. Schmettkamp Verlag.

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