Fische (Salzwasser)

Picasso-Drückerfisch (Rhinecanthus aculeatus)

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Picasso-Drückerfisch (Rhinecanthus aculeatus)

Bildquelle: Jiri Vlach / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Picasso-Drückerfisch trägt seinen Namen zu Recht – sein Gesichtsmuster aus geometrischen Linien und Farbflächen erinnert an ein kubistisches Gemälde. In Hawaii ist er unter dem langen Namen „Humuhumunukunukuāpuaʻa" bekannt und gilt als Staatsfisch. Trotz seiner Attraktivität ist er ein durchsetzungsstarker Charakter.

Der Picasso-Drückerfisch trägt seinen Namen zu Recht – sein Gesichtsmuster aus geometrischen Linien und Farbflächen erinnert an ein kubistisches Gemälde. In Hawaii ist er unter dem langen Namen „Humuhumunukunukuāpuaʻa" bekannt und gilt als Staatsfisch. Trotz seiner Attraktivität ist er ein durchsetzungsstarker Charakter.

Steckbrief: Picasso-Drückerfisch (Rhinecanthus aculeatus)
Wissenschaftlicher NameRhinecanthus aculeatus
OrdnungKugelfischverwandte (Tetraodontiformes)
FamilieDrückerfische (Balistidae)
GattungRhinecanthus
Größe20–30 cm
Lebenserwartung8–15 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Ostafrika bis Hawaii)
LebensraumFlache Korallenriffe, Lagunen, Sandflächen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 600 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Picasso-Drückerfisch erreicht eine Körperlänge von 20–30 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper, der typisch für Drückerfische ist. Seine Färbung ist ein wahres Kunstwerk der Natur: Das Gesicht zeigt ein komplexes Muster aus braunen, blauen, schwarzen und gelben Streifen und Flächen, das an ein abstraktes Gemälde erinnert.

Der Körper ist im hinteren Bereich heller mit einem auffälligen schwarzen Dreieck und orangefarbenen Streifen. Die Lippen sind bläulich, die Augen von dunklen Streifen umgeben. Wie alle Drückerfische besitzt er einen Verriegelungsmechanismus an der ersten Rückenflosse – ein kräftiger Dorn, der aufgestellt und in dieser Position arretiert werden kann, um sich in Felsspalten zu verankern.

Verbreitung & Lebensraum

Der Picasso-Drückerfisch ist im gesamten Indopazifik verbreitet, von der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Hawaii und in den östlichen Pazifik. In Hawaii trägt er den berühmten hawaiianischen Namen „Humuhumunukunukuāpuaʻa" und ist der offizielle Staatsfisch.

Du findest ihn in flachen Korallenriffen, Lagunen und über Sandflächen in Tiefen von 1–15 Metern. Die Art bevorzugt Bereiche mit einer Mischung aus Sand, Geröll und Korallen, wo sie reichlich Nahrung findet. Adulte Tiere besetzen feste Reviere, die sie energisch verteidigen.

Lebensweise & Verhalten

Der Picasso-Drückerfisch ist tagaktiv und ein ausgeprägter Revierfisch. Er verteidigt sein Territorium aggressiv gegen Eindringlinge – einschließlich Taucher, Schnorchler und deutlich größere Fische. Besonders während der Brutzeit können Drückerfische auch Menschen gegenüber angriffig werden.

Die Art ist intelligent, neugierig und entwickelt eine starke Persönlichkeit. Im Aquarium erkennt der Picasso-Drückerfisch seinen Pfleger schnell und kommt zur Fütterungszeit an die Scheibe. Er lernt, aus der Hand zu fressen und zeigt ein erstaunlich individuelles Verhalten.

Nachts schläft er in Felsspalten, in denen er sich mit seinem Rückenflossendorn verankert. Dieses „Verriegeln" macht es Raubtieren unmöglich, ihn aus seinem Versteck zu ziehen.

Ernährung

Der Picasso-Drückerfisch ist ein Allesfresser mit einem kräftigen Gebiss, das selbst hartschalige Beute knacken kann. In der Natur frisst er Seeigel, Krebse, Schnecken, Muscheln, Würmer und gelegentlich Algen. Er bläst gezielt Wasserstrahlen auf den Sandboden, um versteckte Beutetiere freizulegen.

Im Aquarium ist die Art ein unkomplizierter und gieriger Fresser. Frostfutter wie Muschelfleisch, Garnelen, Krill und Mysis werden ebenso gern gefressen wie Granulat und Flockenfutter. Biete gelegentlich hartschalige Nahrung wie Muscheln oder Krebstiere an, damit der Fisch sein Gebiss abnutzen kann – die Zähne wachsen kontinuierlich nach.

Fortpflanzung

Der Picasso-Drückerfisch ist ein Substratlaicher. Das Weibchen legt die Eier in einer flachen Grube im Sand ab, die es zuvor sorgfältig vorbereitet hat. Beide Elternteile, besonders aber das Weibchen, bewachen das Gelege aggressiv gegen alle Eindringlinge – in dieser Phase ist der Fisch am angriffslustigsten.

Die Eier entwickeln sich innerhalb weniger Tage, und die geschlüpften Larven treiben als Plankton im Freiwasser. Die Nachzucht im Aquarium ist bisher nur selten gelungen. Die aggressive Brutwache kann im Aquarium problematisch werden, da andere Bewohner massiv attackiert werden können.

Haltung im Aquarium

Der Picasso-Drückerfisch benötigt ein Aquarium ab 600 Litern mit reichlich Lebendgestein und Versteckmöglichkeiten. Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen. Achte auf eine robuste Einrichtung, da Drückerfische Dekorationen verschieben und umgestalten können.

Die Art ist definitiv nicht riffsicher – sie frisst Seeigel, Schnecken, Krebse, Röhrenwürmer und kann auch an Korallen knabbern. Die Haltung in einem reinen Fischbecken oder einem Becken mit sehr robusten Korallen ist empfehlenswert. Die Vergesellschaftung mit anderen robusten, gleichgroßen Fischen ist möglich, aber meide empfindliche oder scheue Arten.

Trotz seiner Aggressivität ist der Picasso-Drückerfisch einer der faszinierendsten und intelligentesten Meerwasserfische. Seine Persönlichkeit und sein interaktives Verhalten machen ihn zu einem echten Charaktertier, das viele Aquarianer begeistert.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Picasso-Drückerfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Indopazifik weit verbreitet und häufig. In Hawaii genießt er als Staatsfisch eine besondere kulturelle Bedeutung.

Im Aquarienhandel ist die Art regelmäßig und zu moderaten Preisen erhältlich. Die meisten Tiere sind Wildfänge, die sich in der Regel gut eingewöhnen und schnell Vertrauen zu ihrem Pfleger aufbauen.

Quellen

  1. FishBase: Rhinecanthus aculeatusfishbase.se
  2. IUCN Red List: Rhinecanthus aculeatusiucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  4. Matsuura, K. (2015): Taxonomy and systematics of tetraodontiform fishes. Springer.
  5. Randall, J. E. (2005): Reef and Shore Fishes of the South Pacific. University of Hawaii Press.

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