Die Porzellan-Napfschnecke ist ein außergewöhnlicher Algenfresser mit einem flachen, napfförmigen Gehäuse. Sie haftet wie eine Napfschnecke am Meer fest an Steinen und Scheiben und entfernt hartnäckige Algenbeläge mit großer Effizienz. Ihr exotisches Aussehen macht sie zu einem Blickfang im Aquarium.
| Wissenschaftlicher Name | Septaria porcellana |
| Ordnung | Cycloneritida |
| Familie | Neritidae |
| Gattung | Septaria |
| Größe | 2–3 cm |
| Lebenserwartung | 2–3 Jahre |
| Verbreitung | Südostasien, Pazifikinseln |
| Lebensraum | Fließgewässer, auf Steinen |
| Schutzstatus | Nicht bewertet |
| Aquarium | ab 30 Liter |
| Temperatur | 22–28 °C |
| pH-Wert | 7,0–8,5 |
| Wasserhärte | 8–20 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Die Porzellan-Napfschnecke besitzt ein flaches, napf- bis pantoffelförmiges Gehäuse mit einer Länge von 2–3 cm. Das Gehäuse ist kaum gewunden und sitzt wie eine flache Kappe auf dem Rücken des Tieres. Die Oberfläche ist glatt und erinnert in ihrer Textur an Porzellan – daher der Name. Die Gehäusefarbe variiert von cremefarben über braun bis dunkelgrau, oft mit radiären Streifen oder Flecken.
Der Fuß ist breit und kräftig, sodass die Schnecke extrem fest an glatten Oberflächen haftet. Das Ablösen einer fest sitzenden Porzellan-Napfschnecke von der Scheibe oder einem Stein ist kaum möglich, ohne das Tier zu verletzen. Die Unterseite des Tieres zeigt den typischen Neritidae-Kopf mit zwei Fühlern und einem kleinen Deckel. Die Augen sitzen auf kleinen Stielen an der Basis der Fühler.
Verbreitung & Lebensraum
Die Porzellan-Napfschnecke stammt aus Südostasien und den Pazifikinseln, wo sie in schnell fließenden Bächen und Flüssen auf steinigem Untergrund lebt. Sie bevorzugt sauerstoffreiches, klares Wasser mit starker Strömung und kommt häufig gemeinsam mit anderen Neritidae vor.
In ihrem natürlichen Lebensraum sitzt sie fest auf glatten Steinen in der Strömung und weidet den Algenaufwuchs ab. Die Art kommt sowohl in reinem Süßwasser als auch in Brackwasserbereichen im Unterlauf von Flüssen vor. Für die Larvenentwicklung wird Brackwasser benötigt.
Lebensweise & Verhalten
Die Porzellan-Napfschnecke ist ein sesshafter Algenfresser, der sich nur langsam über Oberflächen bewegt. Sie bevorzugt glatte Flächen wie Steine, Scheiben und Wurzeln, auf denen sie mit ihrem kräftigen Fuß haftet. Die Haftung ist so stark, dass du die Schnecke niemals gewaltsam von einer Oberfläche lösen solltest – dies kann zu tödlichen Verletzungen führen.
Die Art ist überwiegend nachtaktiv und bewegt sich in der Dunkelheit langsam über ihre bevorzugten Oberflächen, um Algen abzuweiden. Tagsüber sitzt sie oft an derselben Stelle. Sie ist ein reiner Kiemenatmer und benötigt sauerstoffreiches Wasser. Eine gute Strömung im Aquarium kommt ihrer natürlichen Lebensweise entgegen.
Ernährung
Die Porzellan-Napfschnecke ist ein spezialisierter Aufwuchsfresser. Mit ihrer kräftigen Radula raspt sie Kiesel- und Grünalgen von harten Oberflächen ab. Sie gehört zu den effizientesten Algenfressern unter den Aquarienschnecken und hinterlässt auf Steinen und Scheiben sichtbare, saubere Spuren.
Im Aquarium benötigt sie ausreichend Algenwuchs als Nahrungsgrundlage. In „zu sauberen" Becken kann sie verhungern. Du kannst Steine mit Algenbewuchs aus einem anderen Becken oder vom Balkon bereitstellen. Alternativ akzeptiert sie auch Spirulina-Tabletten und überbrühtes Gemüse, allerdings nicht so bereitwillig wie natürlichen Aufwuchs.
Fortpflanzung
Die Porzellan-Napfschnecke ist getrenntgeschlechtlich. Die Weibchen legen kleine, weiße, halbkugelförmige Eikapseln auf harten Oberflächen ab – typischerweise auf Steinen und Scheiben. Die Eier sind gut sichtbar und ähneln kleinen weißen Punkten.
Wie bei allen Neritidae benötigen die Larven für ihre Entwicklung Brackwasser. Im normalen Süßwasseraquarium schlüpfen zwar Larven, diese können sich aber nicht weiterentwickeln und sterben ab. Eine Vermehrung im Aquarium findet daher praktisch nicht statt – jedes Exemplar muss als Wildfang oder aus spezieller Brackwasserzucht bezogen werden.
Haltung im Aquarium
Für die Haltung der Porzellan-Napfschnecke empfiehlt sich ein Aquarium ab 30 Liter mit guter Filterströmung und reichlich Algenwuchs auf Steinen und Scheiben. Die Wassertemperatur sollte bei 22–28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 7,0 und 8,5. Hartes Wasser (GH 8–20) wird bevorzugt.
Wichtig: Versuche niemals, eine fest sitzende Porzellan-Napfschnecke gewaltsam von einer Oberfläche zu lösen! Warte, bis sie sich von selbst bewegt. Die Art lässt sich gut mit anderen friedlichen Aquarienbewohnern vergesellschaften. Da sie sich im Süßwasser nicht vermehrt, besteht keine Gefahr einer Schneckenplage. Achte auf ausreichend Algenwuchs als Nahrungsgrundlage – in sehr sauberen Becken kann die Schnecke verhungern.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Schutzstatus der Porzellan-Napfschnecke ist von der IUCN bisher nicht bewertet worden. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet ist die Art in geeigneten Habitaten noch häufig, lokale Populationen können jedoch durch Gewässerverbauung und Verschmutzung zurückgehen.
Da die Art sich im Süßwasseraquarium nicht vermehrt, stammen die im Handel erhältlichen Tiere in der Regel aus Wildfängen. Ein nachhaltiger Umgang und der Kauf nur bei seriösen Händlern sind empfehlenswert. Die Nachfrage durch die Aquaristik sollte die natürlichen Bestände nicht gefährden, sofern der Fang reguliert wird.
Quellen
- Kano, Y. et al. (2002): Larval ecology and phylogeny of Neritidae. Molecular Phylogenetics and Evolution.
- Gastropods.com – Neritidae – gastropods.com
- Eberhard Hartmann (2013): Schnecken im Aquarium. Dähne Verlag.
- AquaInfo: Napfschnecken – aqua-info.de
