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Prachtalgenfresser (Garra flavatra)

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Prachtalgenfresser (Garra flavatra)

Bildquelle: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Prachtalgenfresser, auch Panda-Garra genannt, ist ein attraktiver und effizienter Algenfresser aus Myanmar. Mit seinem kontrastreichem Muster aus dunklen und hellen Bändern und seinem friedlichen Wesen ist er eine hervorragende Alternative zum Siamesischen Algenfresser für kleinere Aquarien.

Der Prachtalgenfresser, auch Panda-Garra genannt, ist ein attraktiver und effizienter Algenfresser aus Myanmar. Mit seinem kontrastreichem Muster aus dunklen und hellen Bändern und seinem friedlichen Wesen ist er eine hervorragende Alternative zum Siamesischen Algenfresser für kleinere Aquarien.

Steckbrief: Prachtalgenfresser (Garra flavatra)
Wissenschaftlicher NameGarra flavatra
OrdnungKarpfenartige (Cypriniformes)
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
GattungGarra
Größe5–8 cm
Gewicht3–10 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungSüdostasien (Myanmar, Rakhine-Staat)
LebensraumKlare, schnell fließende Bergbäche mit Felssubstrat
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 80 Liter
Temperatur20–25 °C
pH-Wert6,5–7,5
Wasserhärte5–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Prachtalgenfresser erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm und besitzt einen langgestreckten, leicht abgeflachten Körper, der an das Leben in strömungsreichen Bergbächen angepasst ist. Die Grundfärbung ist ein warmes Goldbraun bis Olive mit markanten dunklen Querbändern, die dem Fisch sein panda-ähnliches Aussehen verleihen.

Das unterständige Saugmaul ist mit fleischigen Lippen ausgestattet, die ideal zum Abweiden von Algenbelägen von Steinen und Oberflächen geeignet sind. Die Flossen sind transparent mit dunklen Bändern. Geschlechtsunterschiede sind schwer erkennbar, Weibchen sind bei genauer Betrachtung etwas fülliger. In guter Haltung zeigt der Fisch lebhafte, kontrastreiche Farben.

Verbreitung & Lebensraum

Der Prachtalgenfresser stammt aus dem westlichen Myanmar, genauer aus dem Rakhine-Staat. Er wurde erst 2004 wissenschaftlich beschrieben und bewohnt klare, schnell fließende Bergbäche mit felsigem Untergrund in den Ausläufern des Arakan-Yoma-Gebirges.

In seinem natürlichen Lebensraum findet er sich in sauerstoffreichen, kühlen Gewässern mit moderater bis starker Strömung. Der Bodengrund besteht aus Kies und Felsen, die dicht mit Aufwuchsalgen bedeckt sind – seiner Hauptnahrungsquelle. Die Wassertemperaturen sind für tropische Verhältnisse relativ kühl (20–25 °C).

Lebensweise & Verhalten

Der Prachtalgenfresser ist ein aktiver, geselliger Bodenbewohner, der am besten in Gruppen von mindestens fünf Tieren gehalten wird. In der Gruppe zeigen die Tiere ein natürliches, selbstbewusstes Verhalten und sind ständig mit dem Abweiden von Oberflächen beschäftigt.

Die Tiere sind tagaktiv und sehr beweglich. Sie haften mit ihrem Saugmaul an Steinen und Scheiben und können auch in stärkerer Strömung mühelos ihre Position halten. Gegenüber Artgenossen sind sie weitgehend friedlich, gelegentlich kommt es zu harmlosen Rangeleien. Gegenüber anderen Fischarten sind sie nicht aggressiv und eignen sich gut für Gesellschaftsbecken.

Ernährung

Der Prachtalgenfresser ist ein spezialisierter Aufwuchsfresser, der sich hauptsächlich von Algenbelägen auf Steinen und anderen harten Oberflächen ernährt. Sein Saugmaul ist perfekt dafür ausgestattet, Algen von Oberflächen abzuraspeln. Er ist einer der effektivsten Algenfresser für das Aquarium.

Ergänze die Ernährung mit Algentabletten, Spirulina-Flocken und blanchiertem Gemüse wie Zucchini, Gurke und Spinat. Feines Frostfutter und hochwertiges Granulat werden ebenfalls angenommen. Stelle sicher, dass genügend Aufwuchsflächen im Aquarium vorhanden sind – Steine und Wurzeln bieten natürliche Weideflächen. In sauberen Aquarien ohne Algenwuchs kann Zufütterung nötig sein.

Fortpflanzung

Die Zucht des Prachtalgenfressers im Aquarium ist dokumentiert, aber nicht einfach. Die Tiere laichen in Gruppen über Kies oder grobem Sand. Die Eier werden frei abgegeben und sinken zwischen die Steine, wo sie vor dem Zugriff der Eltern geschützt sind.

Die Larven schlüpfen nach 3–4 Tagen und ernähren sich zunächst von ihrem Dottersack, dann von Aufwuchs und Infusorien. Eine gute Strömung und sauerstoffreiches Wasser sind für die erfolgreiche Entwicklung der Eier wichtig. Im Handel sind sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten erhältlich.

Haltung im Aquarium

Für eine Gruppe Prachtalgenfresser empfiehlt sich ein Aquarium ab 80 Litern mit viel Strömung und reichlich Steinen und Kies als Aufwuchsflächen. Die Wassertemperatur sollte bei 20–25 °C liegen – der Prachtalgenfresser mag es kühler als viele andere tropische Fische. Der pH-Wert sollte bei 6,5–7,5 liegen.

Eine kräftige Strömungspumpe simuliert die natürlichen Bachbedingungen und fördert das Wohlbefinden. Das Aquarium sollte gut eingefahren sein und über reichlich Aufwuchs auf Steinen und Wurzeln verfügen. Geeignete Beifische sind andere strömungsliebende Arten wie Schmerlen, Bärblinge und Hillstream Loaches. Vermeide ruhige, wärmeliebende Arten.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Prachtalgenfresser wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Sein Verbreitungsgebiet in Myanmar ist begrenzt, aber die Art wird zunehmend in Zuchtfarmen vermehrt.

Die natürlichen Lebensräume in Myanmar sind durch Abholzung, Bergbau und Infrastrukturentwicklung potenziell bedroht. Die wachsende Beliebtheit in der Aquaristik hat zu verstärkter Nachzucht geführt, was den Fangdruck auf Wildpopulationen reduziert. Der Prachtalgenfresser gilt als nachhaltige Alternative zu größeren, anspruchsvolleren Algenfressern.

Quellen

  1. FishBase: Garra flavatrafishbase.se
  2. IUCN Red List: Garra flavatraiucnredlist.org
  3. Seriously Fish: Garra flavatraseriouslyfish.com
  4. Kullander, S.O. & Fang, F. (2004): Seven new species of Garra from the Rakhine Yoma, western Myanmar. Ichthyological Exploration of Freshwaters, 15(3), 257–278.
  5. Rühl, A. & Baensch, H.A. (2006): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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