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Prachtkärpfling (Aphyosemion australe)

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Prachtkärpfling (Aphyosemion australe)

Bildquelle: JuanCarlosPalauDiaz / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Prachtkärpfling, auch Kap-Lopez-Prachtärpfling oder Lyretail Killifish genannt, ist einer der schönsten und am einfachsten zu haltenden Killifische. Männchen bezaubern mit einer leuchtend orangeroten Körperfärbung und elegant ausgezogenen Flossenspitzen, die ihm den Namen „Lyretail" einbrachten.

Der Prachtkärpfling, auch Kap-Lopez-Prachtärpfling oder Lyretail Killifish genannt, ist einer der schönsten und am einfachsten zu haltenden Killifische. Männchen bezaubern mit einer leuchtend orangeroten Körperfärbung und elegant ausgezogenen Flossenspitzen, die ihm den Namen „Lyretail" einbrachten.

Steckbrief: Prachtkärpfling (Aphyosemion australe)
Wissenschaftlicher NameAphyosemion australe
OrdnungZahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
FamilieNothobranchiidae
GattungAphyosemion
Größe4–6 cm
Gewicht2–4 g
Lebenserwartung2–3 Jahre
VerbreitungWestafrika (Gabun, Kamerun, Kongo)
LebensraumKleine Waldbäche und Tümpel im tropischen Regenwald
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 30 Liter
Temperatur20–24 °C
pH-Wert5,5–7,0
Wasserhärte2–8 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Prachtkärpfling erreicht eine Körperlänge von 4–6 cm und besitzt einen langgestreckten, zylindrischen Körper. Männchen sind spektakulär gefärbt: Die Grundfarbe ist ein warmes Orange bis Rotbraun, übersät mit leuchtend roten Punkten und Linien. Besonders auffällig sind die Schwanz- und Afterflosse, deren Spitzen zu langen, leierförmigen Fäden ausgezogen sind – daher der englische Name „Lyretail".

Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt – bräunlich bis olive mit einigen dunklen Punkten und abgerundeten Flossen. Es existiert auch eine goldene Zuchtform (Aphyosemion australe „Gold"), bei der die dunklen Farbanteile fehlen und das gesamte Tier goldorange erscheint. Die Augen sind groß und leuchtend, was dem Fisch einen wachsamen Ausdruck verleiht.

Verbreitung & Lebensraum

Der Prachtkärpfling stammt aus Westafrika und kommt hauptsächlich in Gabun, dem südlichen Kamerun und im westlichen Kongo vor. Er bewohnt kleine, schattige Waldbäche, Tümpel und temporäre Gewässer im tropischen Regenwald.

Die Gewässer sind typischerweise weich und sauer, durch Falllaub bräunlich gefärbt und relativ kühl. Der Prachtkärpfling ist ein sogenannter nicht-annueller Killifisch – anders als annuelle Killifische überdauert er keine Trockenperioden als Ei, sondern benötigt permanente Gewässer. Dennoch lebt er in relativ flachen, kleinen Gewässern, die in der Natur oft nur wenige Zentimeter tief sind.

Lebensweise & Verhalten

Der Prachtkärpfling ist ein ruhiger, friedlicher Fisch, der sich bevorzugt in der oberen Wasserzone aufhält. Er ist kein Schwarmfisch im engeren Sinne, sollte aber mindestens paarweise oder in einer kleinen Gruppe gehalten werden. Männchen zeigen untereinander Imponierverhalten mit gespreizten Flossen, verletzen sich aber normalerweise nicht.

Die Tiere sind etwas scheu und bevorzugen gedämpftes Licht und dichte Bepflanzung. Sie sind hervorragende Springer und verlassen in der Natur gelegentlich das Wasser, um in nahegelegene Pfützen zu wechseln. Ein lückenlos abgedecktes Aquarium ist daher zwingend erforderlich. Ihre Lebenserwartung ist mit 2–3 Jahren relativ kurz, was typisch für Killifische ist.

Ernährung

Der Prachtkärpfling ist ein kleiner Raubfisch, der sich in der Natur von Insekten, Insektenlarven und kleinen Wirbellosen ernährt, die an der Wasseroberfläche oder knapp darunter treiben. Im Aquarium bevorzugt er Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Daphnien, Mückenlarven und Cyclops.

Hochwertiges Flockenfutter und feines Granulat werden von eingewöhnten Tieren ebenfalls akzeptiert, sollten aber nicht die alleinige Nahrung darstellen. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit hohem Lebendfutteranteil fördert die Farbintensität und die Laichbereitschaft. Füttere mehrmals täglich kleine Portionen – Killifische haben einen schnellen Stoffwechsel.

Fortpflanzung

Die Zucht des Prachtkärpflings ist relativ einfach und auch Anfängern in der Killifischzucht zu empfehlen. Die Tiere laichen kontinuierlich und legen ihre Eier einzeln in feinblättrige Pflanzen wie Javamoos oder Wollmops ab. Pro Tag werden 5–20 Eier gelegt.

Die Eier haben eine relativ lange Entwicklungszeit von 14–21 Tagen bei 22–24 °C. Du kannst die Eier im Elternbecken belassen (weniger Nachwuchs, da Eier gefressen werden) oder sie einsammeln und in einem separaten Behälter ausbrüten. Die Larven sind winzig und können mit Infusorien und nach wenigen Tagen mit Artemia-Nauplien aufgezogen werden.

Haltung im Aquarium

Der Prachtkärpfling eignet sich hervorragend für kleine Aquarien ab 30 Litern. Biete dichte Bepflanzung mit Schwimmpflanzen, die das Licht dämpfen, und feinfiedrige Pflanzen wie Javamoos als Laichsubstrat. Der Bodengrund sollte dunkel sein – dunkler Sand oder feiner Kies. Wurzeln und Falllaub (Seemandelbaum, Eiche) schaffen eine ideale Atmosphäre.

Die Wassertemperatur sollte bei 20–24 °C liegen – der Prachtkärpfling mag es kühler als die meisten tropischen Fische. Der pH-Wert sollte bei 5,5–7,0 liegen, die Wasserhärte bei 2–8 °dGH (weiches Wasser). Ein lückenlos abgedecktes Becken ist Pflicht! Geeignete Beifische sind andere kleine, friedliche Arten wie Zwergbärblinge, kleine Panzerwelse und Garnelen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Prachtkärpfling wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Er kommt in seinem westafrikanischen Verbreitungsgebiet in geeigneten Habitaten häufig vor. Die Populationen gelten als stabil.

Die Hauptbedrohung ist die Zerstörung der Regenwälder und die damit einhergehende Degradation der Gewässerhabitate. Im Aquarienhandel ist die Art weit verbreitet und wird sowohl von Zuchtfarmen als auch von spezialisierten Killifisch-Züchtern in großen Mengen nachgezüchtet. Die goldene Zuchtform ist besonders beliebt.

Quellen

  1. FishBase: Aphyosemion australefishbase.se
  2. IUCN Red List: Aphyosemion australeiucnredlist.org
  3. Seriously Fish: Aphyosemion australeseriouslyfish.com
  4. Seegers, L. (1997): Killifishes of the World. Aqualog, Verlag A.C.S.
  5. Scheel, J.J. (1990): Atlas of Killifishes of the Old World. TFH Publications.

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