Die Prachtschmerle ist mit ihrem leuchtend orange-schwarzen Streifenmuster einer der bekanntesten und beliebtesten Aquarienfische überhaupt. Diese gesellige Art wird überraschend groß und alt und benötigt ein entsprechend geräumiges Aquarium mit Artgenossen.
| Wissenschaftlicher Name | Chromobotia macracanthus |
| Ordnung | Karpfenartige (Cypriniformes) |
| Familie | Prachtschmerlen (Botiidae) |
| Gattung | Chromobotia |
| Größe | 20–30 cm (im Aquarium), bis 40 cm (in der Natur) |
| Gewicht | 100–400 g |
| Lebenserwartung | 20–25 Jahre und mehr |
| Verbreitung | Borneo und Sumatra (Indonesien) |
| Lebensraum | Fließgewässer, überschwemmte Waldbereiche, klare bis trübe Flüsse |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 400 Liter |
| Temperatur | 24–30 °C |
| pH-Wert | 5.5–7.5 |
| Wasserhärte | 5–12 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Die Prachtschmerle besticht durch ihr unverwechselbares Aussehen: Drei breite, tiefschwarze Streifen ziehen sich über einen leuchtend orangefarbenen bis rötlich-orangen Körper. Der erste Streifen verläuft über das Auge, der zweite über den Rücken vor der Rückenflosse und der dritte über den hinteren Körperabschnitt bis in die Schwanzflosse. Die Flossen sind intensiv rot bis orange gefärbt. Unter jedem Auge sitzt ein aufrichtbarer Dorn, der bei Gefahr als Verteidigungswaffe eingesetzt wird.
Der Körper ist seitlich leicht abgeflacht und torpedoförmig. Am Maul befinden sich vier Barteln, die der Nahrungssuche dienen. Mit einer Endgröße von 20–30 cm im Aquarium und bis zu 40 cm in der Natur gehört die Prachtschmerle zu den größeren Aquarienfischen. Viele Halter unterschätzen diese Größe beim Kauf der zunächst nur wenige Zentimeter großen Jungtiere.
Verbreitung & Lebensraum
Die Prachtschmerle stammt aus Indonesien und kommt ausschließlich auf den Inseln Borneo und Sumatra vor. Dort bewohnt sie verschiedene Fließgewässer, von klaren Gebirgsbächen bis hin zu trüben Tieflandflüssen. Während der Regenzeit ziehen die Tiere in überflutete Waldgebiete, um dort zu laichen.
In ihrem natürlichen Lebensraum findest du die Prachtschmerle bevorzugt in Bereichen mit moderater Strömung, sandigem bis kiesigem Bodengrund und reichlich Versteckmöglichkeiten zwischen Wurzeln, Steinen und Totholz. Das Wasser ist in der Regel weich und leicht sauer, mit Temperaturen zwischen 24 und 30 °C.
Lebensweise & Verhalten
Prachtschmerlen sind ausgesprochen gesellige Fische, die in Gruppen von mindestens 5–6 Tieren gehalten werden sollten. In der Natur bilden sie große Schwärme. Die Tiere etablieren innerhalb der Gruppe eine Rangordnung und zeigen ein faszinierendes Sozialverhalten. Typisch sind die sogenannten „Klicklaute", die die Fische bei Aufregung oder beim Fressen von sich geben.
Eine Besonderheit der Prachtschmerle ist das Verhalten, sich auf die Seite oder sogar auf den Rücken zu legen – dies ist völlig normal und kein Zeichen einer Erkrankung. Die Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, werden aber in der Gruppe auch tagsüber zunehmend aktiver. Sie lieben es, sich in Höhlen, unter Wurzeln und in engen Spalten zu verstecken, wobei sich oft mehrere Tiere in ein Versteck quetschen.
Ernährung
Die Prachtschmerle ist ein Allesfresser mit einer Vorliebe für fleischliche Kost. In der Natur frisst sie vor allem Wirbellose wie Schnecken, Insektenlarven, Würmer und Krebstiere. Im Aquarium nimmt sie bereitwillig Frost- und Lebendfutter wie Mückenlarven, Artemia und Tubifex an. Auch hochwertiges Granulat- und Tablettenfutter wird gerne genommen.
Besonders bekannt ist die Prachtschmerle als effektiver Schneckenvertilger – sie knackt Schneckengehäuse mit ihren kräftigen Schlundknochen. Ergänze den Speiseplan regelmäßig mit pflanzlicher Kost wie blanchierten Gurken, Zucchini oder Erbsen. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig für die Gesundheit und Farbintensität dieser Fische.
Fortpflanzung
Die Nachzucht der Prachtschmerle im Aquarium ist extrem schwierig und gelingt nur in Ausnahmefällen. In der Natur unternehmen die Tiere saisonale Wanderungen flussaufwärts zu den Laichgründen in überfluteten Waldgebieten. Diese Bedingungen lassen sich im Aquarium kaum nachstellen.
Die kommerzielle Zucht erfolgt hauptsächlich in Südostasien, wobei Hormonbehandlungen eingesetzt werden. In der Natur laichen die Weibchen in der Regenzeit und setzen tausende von Eiern frei, die vom Männchen befruchtet werden. Die Larven entwickeln sich in den nährstoffreichen Überschwemmungsgebieten. Fast alle im Handel erhältlichen Prachtschmerlen stammen aus Wildfängen oder hormongestützter Zucht.
Haltung im Aquarium
Für die Haltung der Prachtschmerle benötigst du ein Aquarium ab 400 Litern Volumen, idealerweise noch größer. Die Einrichtung sollte viele Versteckmöglichkeiten in Form von Wurzeln, Steinen und Höhlen bieten. Der Bodengrund sollte weich und sandig sein, damit die Tiere beim Gründeln keine Verletzungen an den empfindlichen Barteln erleiden. Eine moderate Strömung ist empfehlenswert.
Halte Prachtschmerlen immer in Gruppen von mindestens 5 Tieren – Einzelhaltung oder Paarhaltung führt zu Verhaltensstörungen und Stress. Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 30 °C liegen, der pH-Wert bei 5,5–7,5. Weiches bis mittelhartes Wasser wird bevorzugt. Geeignete Beifische sind andere friedliche, nicht zu kleine Arten wie größere Salmler, Barben oder Welse. Bedenke unbedingt, dass diese Fische 20–25 Jahre alt werden können – die Anschaffung ist eine langfristige Verpflichtung.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Prachtschmerle wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Allerdings gehen die Wildbestände durch Überfischung für den Aquarienhandel, Lebensraumzerstörung durch Abholzung und Gewässerverschmutzung zurück. In einigen Regionen Borneos sind die Populationen bereits deutlich geschrumpft.
Der Großteil der im Handel angebotenen Tiere stammt weiterhin aus Wildfängen, was den Druck auf die natürlichen Bestände erhöht. Beim Kauf solltest du daher auf Nachzuchten achten, sofern verfügbar, und dich über die Herkunft der Tiere informieren. Einige Exportländer haben Fangquoten und Schonzeiten eingeführt, um die Bestände zu schützen.
Quellen
- FishBase: Chromobotia macracanthus – fishbase.se
- Seriously Fish: Chromobotia macracanthus – seriouslyfish.com
- Kottelat, M. & Widjanarti, E. (2005): The fishes of Danau Sentarum National Park. Raffles Bulletin of Zoology, Supplement 13, 139–173.
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
- IUCN Red List: Chromobotia macracanthus – iucnredlist.org
