Häutungsprobleme
Häutungsprobleme gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Garnelen. Wenn eine Garnele ihren alten Panzer nicht vollständig abstreifen kann, sitzt sie in der Hülle fest und stirbt. Die häufigsten Ursachen sind zu niedrige Mineralstoffkonzentration im Wasser, instabile Wasserwerte und ein ungünstiges Kalzium-Magnesium-Verhältnis.
Zur Vorbeugung stelle sicher, dass die Gesamthärte (GH) im richtigen Bereich liegt und das Wasser ausreichend Kalzium und Magnesium enthält. Sepiaschale, Mineralfutter und geeignete Aufhärtesalze können helfen. Vermeide große, plötzliche Wasserwechsel, die die Garnelen zu einer vorzeitigen Häutung anregen können, bevor der neue Panzer vollständig gebildet ist.
Plötzliches Garnelensterben
Plötzliches, massenhaftes Garnelensterben deutet in den meisten Fällen auf eine akute Vergiftung hin. Häufige Ursachen sind Kupfer im Wasser (aus Leitungsrohren, Dünger oder Medikamenten), Insektizide (Fliegensprays, Mückenstecker), und Schadstoffe aus neuen Dekorationsgegenständen oder Pflanzen.
Bei akutem Garnelensterben reagiere sofort: Führe einen großen Wasserwechsel (50–70 %) mit aufbereitetem Wasser durch, entferne eventuelle Schadstoffquellen und verbessere die Belüftung. Aktivkohle im Filter kann restliche Schadstoffe binden. Untersuche mögliche Ursachen systematisch und beseitige die Quelle, bevor du neue Tiere einsetzt.
Bakterielle Infektionen
Bakterielle Infektionen äußern sich häufig in einer milchig-weißen Verfärbung des Muskelfleisches, roten oder rosafarbenen Verfärbungen (Rostpilz) oder schwarzen Flecken auf dem Panzer. Betroffene Tiere werden lethargisch, fressen weniger und sterben oft innerhalb weniger Tage.
Die Behandlung bakterieller Infektionen bei Garnelen ist schwierig, da die meisten Antibiotika für wirbellose Tiere giftig sind. Isoliere erkrankte Tiere in einem Quarantänebecken und versuche, die Wasserqualität im Hauptbecken zu optimieren. Salzbehandlungen (kurzzeitig) und spezielle Garnelenpräparate auf Pflanzenbasis können bei leichten Infektionen helfen.
Parasiten und Pilze
Die häufigsten Parasiten bei Garnelen sind Scutariella-Würmer (weiße, fadendünne Würmer am Kopfbereich), Holtodrilus-Würmer (interne Parasiten) und der Glockenierchenpilz Vorticella (weiße, pelzige Beläge auf dem Panzer). Auch der Branchiobdella-Wurm und verschiedene Ektoparasiten können auftreten.
Scutariella-Befall lässt sich durch ein kurzes Salzbad (1 Teelöffel Salz auf 1 Liter Wasser, 30 Sekunden) behandeln. Vorticella kann durch eine Verbesserung der Wasserqualität und Zugabe von Erlenzapfen oder Seemandelbaumblättern eingedämmt werden. Schwere Parasiteninfektionen erfordern eine professionelle Beratung und gegebenenfalls spezielle Behandlungsmethoden.
Fortpflanzungsprobleme
Wenn deine Garnelen sich nicht vermehren, können verschiedene Ursachen vorliegen: Die Gruppe ist zu klein (weniger als 6 Tiere), die Geschlechterverteilung ist ungünstig, die Wasserwerte stimmen nicht oder die Tiere sind gestresst. Auch eine einseitige Ernährung oder das Fehlen von Aufwuchsflächen kann die Fortpflanzung hemmen.
Um die Fortpflanzung zu fördern, sorge für eine Gruppe von mindestens 10 Tieren, stabile und artgerechte Wasserwerte, reichlich Moos und Versteckmöglichkeiten sowie eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Mineralien. Manchmal genügt ein kleiner Wasserwechsel mit leicht kühlerem Wasser, um einen Paarungsreiz auszulösen.
Probleme mit der Wasserqualität
Trübes Wasser, Algenplagen und ungewöhnliche Gerüche deuten auf Probleme mit der Wasserqualität hin. Häufige Ursachen sind Überfütterung, zu seltene Wasserwechsel, übermäßige Beleuchtung und ein nicht ausreichend eingefahrener Filter. In kleinen Becken können sich solche Probleme besonders schnell entwickeln.
Überprüfe regelmäßig alle relevanten Wasserwerte und reagiere frühzeitig auf Abweichungen. Reduziere die Futtermenge, erhöhe die Wasserwechselfrequenz und optimiere die Beleuchtungsdauer bei Algenproblemen. Ein zusätzlicher Schwammfilter kann die biologische Filterleistung verbessern. Schnellwachsende Pflanzen wie Hornkraut oder Wasserpest helfen, überschüssige Nährstoffe aus dem Wasser zu entziehen.
Quellen
- Werner Klotz & Andreas Karge (2013): Süßwassergarnelen aus aller Welt. Dähne Verlag.
- Lukhaup, C. & Pekny, R. (2010): Garnelen, Krebse und Krabben im Süßwasseraquarium. Dähne Verlag.
- Garnelenhaus: Garnelen-Krankheiten – garnelenhaus.de
