Fische

Regenbogen-Schlangenkopffisch (Channa bleheri)

4 Min. Lesezeit
Regenbogen-Schlangenkopffisch (Channa bleheri)

Bildquelle: Keung / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Regenbogen-Schlangenkopffisch ist einer der farbenprächtigsten und zugleich friedlichsten Vertreter seiner Familie. Mit seinem schillernden Farbspektrum aus Blau, Grün, Orange und Rot und seiner vergleichsweise geringen Größe eignet er sich als einer der wenigen Schlangenkopffische für die Aquarienhaltung.

Der Regenbogen-Schlangenkopffisch ist einer der farbenprächtigsten und zugleich friedlichsten Vertreter seiner Familie. Mit seinem schillernden Farbspektrum aus Blau, Grün, Orange und Rot und seiner vergleichsweise geringen Größe eignet er sich als einer der wenigen Schlangenkopffische für die Aquarienhaltung.

Steckbrief: Regenbogen-Schlangenkopffisch (Channa bleheri)
Wissenschaftlicher NameChanna bleheri
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieSchlangenkopffische (Channidae)
GattungChanna
Größe15–20 cm
Gewicht30–100 g
Lebenserwartung8–12 Jahre
VerbreitungNordostindien (Assam)
LebensraumLangsam fließende Gewässer, sumpfige Tieflandgebiete, bewachsene Ufer
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 150 Liter
Temperatur18–25 °C
pH-Wert5.5–7.0
Wasserhärte3–10 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Regenbogen-Schlangenkopffisch verdankt seinen Namen der außergewöhnlichen Farbgebung, die im Tierreich ihresgleichen sucht. Der langgestreckte, zylindrische Körper schillert in einem Spektrum aus Blau, Grün, Orange und Rot, durchsetzt mit unregelmäßigen dunklen Flecken. Die Flossen zeigen ebenfalls intensive Farben, wobei die Rücken- und Afterflosse besonders lang ausgezogen sind und sich fast über die gesamte Körperlänge erstrecken.

Der abgeflachte Kopf mit dem großen, oberständigen Maul ist typisch für Schlangenkopffische und erinnert an eine Schlange – daher der Familienname. Wie alle Channidae besitzt auch diese Art ein suprabranchiales Organ, das ihr erlaubt, atmosphärische Luft zu atmen. Dies ist eine Anpassung an sauerstoffarme Gewässer. Mit 15–20 cm bleibt der Regenbogen-Schlangenkopffisch vergleichsweise klein.

Verbreitung & Lebensraum

Die Art kommt ausschließlich im nordostindischen Bundesstaat Assam vor, wo sie in langsam fließenden Gewässern und sumpfigen Tieflandbereichen lebt. Das Verbreitungsgebiet ist relativ klein und beschränkt sich auf bestimmte Einzugsgebiete im Brahmaputra-Tal.

In seinem natürlichen Habitat findest du den Regenbogen-Schlangenkopffisch in dicht bewachsenen Uferbereichen mit weichem, saurem Wasser. Der Bodengrund besteht aus Schlamm und Falllaub, das Wasser ist durch Huminsäuren bräunlich gefärbt. Die Wassertemperaturen in Assam schwanken saisonal erheblich, was die Art an ein breites Temperaturspektrum angepasst hat.

Lebensweise & Verhalten

Im Gegensatz zu vielen anderen Schlangenkopffischarten ist Channa bleheri ausgesprochen friedlich und kann gut in Gesellschaftsbecken gehalten werden. Die Tiere sind ruhige, eher scheue Aquarienbewohner, die sich gerne in Verstecken zwischen Pflanzen und Wurzeln aufhalten. Sie sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv.

Als Luftatmer steigt der Regenbogen-Schlangenkopffisch regelmäßig an die Wasseroberfläche, um Luft zu schnappen. Das Aquarium muss daher unbedingt einen Spalt zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung aufweisen, damit die Tiere feuchte Luft einatmen können. Trotz seines raubfischartigen Aussehens ist er gegenüber gleichgroßen Fischen verträglich und zeigt kaum aggressives Verhalten.

Ernährung

Der Regenbogen-Schlangenkopffisch ist ein Fleischfresser, der in der Natur kleine Fische, Insektenlarven, Krebstiere und andere Wirbellose erbeutet. Im Aquarium akzeptiert er nach Eingewöhnung auch Frostfutter wie Mückenlarven, Stinte und Garnelen.

Lebendfutter wie Regenwürmer, Grillen und Flussgarnelen wird besonders gerne angenommen und fördert das natürliche Jagdverhalten. An Trockenfutter lassen sich die Tiere mit Geduld gewöhnen, bevorzugen aber deutlich fleischhaltige Kost. Füttere abwechslungsreich und in moderaten Mengen, da Schlangenkopffische zur Verfettung neigen können.

Fortpflanzung

Der Regenbogen-Schlangenkopffisch ist ein Maulbrüter – das Männchen nimmt nach der Eiablage die befruchteten Eier ins Maul und bebrütet sie dort über mehrere Tage. Das Weibchen legt je nach Größe 100–300 Eier. Die Brutpflege durch das Männchen ist bei Schlangenkopffischen eine bemerkenswerte Anpassung.

Die Zucht gelingt im Aquarium bei guten Bedingungen. Ein abgesenkter Wasserstand, weiches und leicht saures Wasser sowie eine vorherige Kühlung auf 18–20 °C mit anschließender langsamer Erwärmung können den Laichansatz auslösen. Die Jungfische schlüpfen nach etwa 3–5 Tagen und werden vom Männchen noch einige Zeit bewacht. Sie können mit Artemia-Nauplien aufgezogen werden.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung des Regenbogen-Schlangenkopffisches empfiehlt sich ein Aquarium ab 150 Litern mit dichter Bepflanzung, Wurzeln und zahlreichen Versteckmöglichkeiten. Der Bodengrund sollte dunkel und weich sein. Eine gedämpfte Beleuchtung fördert das natürliche Verhalten. Eine gut schließende Abdeckung ist zwingend erforderlich, da Schlangenkopffische ausgezeichnete Springer sind.

Die Wassertemperatur sollte bei 18–25 °C liegen – die Art verträgt kühlere Temperaturen als die meisten tropischen Fische. Der pH-Wert sollte bei 5,5–7,0 liegen, das Wasser weich bis mittelhart. Als Beifische eignen sich ruhige, nicht zu kleine Arten wie Salmler, Bärblinge oder Panzerwelse. Zu kleine Fische könnten als Beute betrachtet werden.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Regenbogen-Schlangenkopffisch wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft, obwohl sein Verbreitungsgebiet relativ klein ist. Lokale Bedrohungen bestehen durch die Zerstörung von Feuchtgebieten, Gewässerverschmutzung und Übersammlung für den Aquarienhandel.

Da die Art zunehmend in Gefangenschaft nachgezogen wird, sinkt der Druck auf die Wildpopulationen. Beim Kauf solltest du bevorzugt Nachzuchten wählen und auf die Herkunft der Tiere achten. Der Schutz der Feuchtgebiete in Assam ist entscheidend für den langfristigen Erhalt der Art.

Quellen

  1. FishBase: Channa bleherifishbase.se
  2. Seriously Fish: Channa bleheriseriouslyfish.com
  3. Courtenay, W. R. & Williams, J. D. (2004): Snakeheads (Pisces, Channidae) – A Biological Synopsis. USGS Circular 1251.
  4. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
  5. IUCN Red List: Channa bleheriiucnredlist.org

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken