Fische

Regenbogenhai (Epalzeorhynchos frenatum)

4 Min. Lesezeit
Regenbogenhai (Epalzeorhynchos frenatum)

Bildquelle: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Regenbogenhai ist ein attraktiver Bodenbewohner mit dunkelgrauem bis schwarzem Körper und leuchtend roten Flossen. Trotz seines Namens hat er nichts mit echten Haien zu tun – die haiähnliche Rückenflosse und das territoriale Verhalten haben ihm diesen populären Namen eingebracht.

Der Regenbogenhai ist ein attraktiver Bodenbewohner mit dunkelgrauem bis schwarzem Körper und leuchtend roten Flossen. Trotz seines Namens hat er nichts mit echten Haien zu tun – die haiähnliche Rückenflosse und das territoriale Verhalten haben ihm diesen populären Namen eingebracht.

Steckbrief: Regenbogenhai (Epalzeorhynchos frenatum)
Wissenschaftlicher NameEpalzeorhynchos frenatum
OrdnungKarpfenartige (Cypriniformes)
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
GattungEpalzeorhynchos
Größe10–15 cm
Gewicht10–30 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungThailand (Mekong- und Chao-Phraya-Einzugsgebiet)
LebensraumFließgewässer, sandige und kiesige Flussbereiche
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 150 Liter
Temperatur22–28 °C
pH-Wert6.5–7.5
Wasserhärte5–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Regenbogenhai besitzt einen schlanken, torpedoförmigen Körper mit einer markant aufgerichteten Rückenflosse, die an die Rückenflosse eines Hais erinnert. Die Grundfarbe des Körpers ist dunkelgrau bis schwarz mit einem leichten bläulichen oder grünlichen Schimmer. Alle Flossen – Rücken-, After-, Bauch- und Schwanzflosse – leuchten in einem intensiven Orange bis Rot, was einen auffälligen Kontrast zur dunklen Körperfarbe bildet.

Am Maul befinden sich zwei Paar kurze Barteln, die bei der Nahrungssuche am Boden helfen. Die Augen sind relativ groß mit rötlicher Iris. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Gesamtlänge von 10–15 cm. Es existiert auch eine Albino-Zuchtform, bei der der Körper hell cremefarben ist und die Flossen noch intensiver rot leuchten.

Verbreitung & Lebensraum

Der Regenbogenhai stammt aus Thailand, wo er in den Einzugsgebieten des Mekong und des Chao Phraya vorkommt. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet bewohnt er fließende Gewässer mit sandigem bis kiesigem Untergrund und moderater Strömung.

In der Natur findest du die Art bevorzugt in Flussbereichen mit Steinen und Wurzeln, die als Reviermarkierungen und Verstecke dienen. Das Wasser ist in der Regel klar, neutral bis leicht sauer und mäßig hart. Die Wildpopulationen gelten als rückläufig, die meisten im Handel erhältlichen Tiere stammen aus Nachzuchten in Südostasien.

Lebensweise & Verhalten

Der Regenbogenhai ist für sein ausgeprägtes Territorialverhalten bekannt. Besonders gegenüber Artgenossen und ähnlich aussehenden Bodenfischen zeigt er deutliche Aggression und verteidigt sein Revier energisch. Diese Territorialität nimmt mit zunehmendem Alter zu. In zu kleinen Becken kann dies zu erheblichem Stress bei den Beckengenossen führen.

Die Art ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und hält sich bevorzugt in der unteren Beckenhälfte auf. Tagsüber wird ein festes Versteck bezogen und gegen Eindringlinge verteidigt. Trotz des territorialen Verhaltens am Boden ist der Regenbogenhai gegenüber Fischen, die höhere Wasserschichten bewohnen, meist friedlich.

Ernährung

Der Regenbogenhai ist ein Allesfresser mit Tendenz zur Pflanzen- und Aufwuchskost. In der Natur weidet er Algenaufwuchs von Steinen ab und frisst zusätzlich kleine Wirbellose, Insektenlarven und organische Partikel vom Bodengrund.

Im Aquarium akzeptiert er alle gängigen Futtersorten. Sinkende Tabletten und Granulat sind ideal, ergänzt durch Frost- und Lebendfutter wie Mückenlarven und Artemia. Pflanzliche Ergänzungen in Form von Spirulina-Flocken, blanchierten Erbsen oder Gurken sollten regelmäßig angeboten werden, um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen.

Fortpflanzung

Die Zucht des Regenbogenhais im Aquarium ist schwierig und gelingt nur selten ohne Hormoneinsatz. In der kommerziellen Zucht in Südostasien werden die Tiere mit Hormonen zur Laichreife gebracht. In der Natur laichen die Tiere während der Regenzeit in flachen, überfluteten Bereichen.

Die Weibchen sind in der Laichzeit an ihrem rundlicheren Bauch erkennbar. Das Männchen kann mehrere tausend Eier befruchten, die frei ins Wasser abgegeben werden. Die Larven schlüpfen nach 2–3 Tagen und ernähren sich zunächst von Aufwuchsalgen und Mikroorganismen. Eine gezielte Nachzucht im Heimaquarium bleibt eine seltene Ausnahme.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung eines Regenbogenhais ist ein Aquarium ab 150 Litern empfehlenswert. Die Einrichtung sollte viele Verstecke aus Steinen, Wurzeln und dichten Pflanzengruppen bieten, um das Territorialverhalten zu entschärfen. Klare Sichtbarrieren im Becken reduzieren Konflikte. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand oder abgerundetem Kies bestehen.

Halte den Regenbogenhai als Einzeltier – zwei oder mehr Artgenossen in einem Becken führen fast immer zu massiven Aggressionen, es sei denn, das Becken ist sehr groß (ab 400 Liter) mit vielen Sichtbarrieren. Geeignete Beifische sind robuste, nicht zu kleine Arten, die sich in mittleren und oberen Wasserschichten aufhalten, wie größere Salmler, Barben oder friedliche Buntbarsche.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Regenbogenhai wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet in Thailand sind die Bestände jedoch durch Habitatverlust, Gewässerverschmutzung und Dammbau rückläufig. Die Art ist in der Natur deutlich seltener geworden als noch vor einigen Jahrzehnten.

Der Großteil der im Handel erhältlichen Tiere stammt aus kommerzieller Nachzucht in Südostasien, wodurch der Druck auf die Wildpopulationen gering ist. Schutzmaßnahmen konzentrieren sich auf den Erhalt natürlicher Flusslebensräume in Thailand und die Kontrolle von Wasserverschmutzung.

Quellen

  1. FishBase: Epalzeorhynchos frenatumfishbase.se
  2. Seriously Fish: Epalzeorhynchos frenatumseriouslyfish.com
  3. Rainboth, W. J. (1996): Fishes of the Cambodian Mekong. FAO Species Identification Field Guide.
  4. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
  5. IUCN Red List: Epalzeorhynchos frenatumiucnredlist.org

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken