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Regenwald-Baumsteiger (Dendrobates leucomelas)

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Regenwald-Baumsteiger (Dendrobates leucomelas)

Bildquelle: CYK Media / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Regenwald-Baumsteiger ist ein auffällig schwarz-gelb gestreifter Pfeilgiftfrosch aus den tropischen Regenwäldern Südamerikas. Mit seinen leuchtenden Warnfarben signalisiert er Fressfeinden seine Giftigkeit. In der Terraristik gehört er zu den beliebtesten und robustesten Dendrobaten.

Der Regenwald-Baumsteiger ist ein auffällig schwarz-gelb gestreifter Pfeilgiftfrosch aus den tropischen Regenwäldern Südamerikas. Mit seinen leuchtenden Warnfarben signalisiert er Fressfeinden seine Giftigkeit. In der Terraristik gehört er zu den beliebtesten und robustesten Dendrobaten.

Steckbrief: Regenwald-Baumsteiger (Dendrobates leucomelas)
Wissenschaftlicher NameDendrobates leucomelas
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieBaumsteigerfrösche (Dendrobatidae)
GattungDendrobates
Größe3–4 cm
Gewicht3–5 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungVenezuela, Kolumbien, Guyana, nördliches Brasilien
LebensraumTropische Regenwälder, feuchte Waldgebiete, bemooste Felsen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Regenwald-Baumsteiger besticht durch sein kontrastreiches Farbmuster aus leuchtend gelben und tiefschwarzen Bändern und Flecken. Die gelbe Grundfarbe variiert individuell von blassgelb bis hin zu intensivem Orange-Gelb. Die schwarzen Bänder und Flecken sind unregelmäßig angeordnet und bei jedem Tier einzigartig – kein Individuum gleicht dem anderen.

Mit einer Körperlänge von nur 3–4 cm gehört Dendrobates leucomelas zu den mittelgroßen Pfeilgiftfröschen. Der Körperbau ist gedrungen mit relativ langen Hinterbeinen und breiten Haftscheiben an den Zehen, die das Klettern auf glatten Oberflächen ermöglichen. Die Haut ist glatt und enthält Giftdrüsen, deren Sekret in der Natur durch die Aufnahme bestimmter Beutetiere (vor allem Ameisen und Milben) toxisch wird.

Verbreitung & Lebensraum

Der Regenwald-Baumsteiger kommt in den tropischen Regenwäldern Venezuelas, Kolumbiens, Guyanas und des nördlichen Brasiliens vor. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Guayana-Hochebene und die Ausläufer der Anden. Die Art bewohnt feuchte Tiefland- und Bergregenwälder in Höhen bis etwa 800 Meter.

In seinem natürlichen Lebensraum findest du den Regenwald-Baumsteiger am Waldboden und auf niedrigen Ästen, Wurzeln und Felsen. Er bevorzugt Bereiche mit hoher Luftfeuchtigkeit, dichter Laubstreu und reichlich Versteckmöglichkeiten. Die Tiere sind eng an ihre Mikrohabitate gebunden und haben oft nur kleine Reviere von wenigen Quadratmetern.

Lebensweise & Verhalten

Im Gegensatz zu vielen anderen Amphibien ist der Regenwald-Baumsteiger tagaktiv. Seine auffälligen Warnfarben signalisieren Fressfeinden die Giftigkeit seiner Haut – eine Strategie, die Aposematismus genannt wird. In Gefangenschaft gehaltene Tiere verlieren ihre Toxizität, da die Giftstoffe über die Nahrung aufgenommen werden.

Die Männchen sind territorial und verteidigen ihre Reviere mit lauten, trillernden Rufen gegen Rivalen. Innerhalb der Gruppe lässt sich eine klare Rangordnung beobachten. Die Tiere sind neugierig, aktiv und zeigen ein faszinierendes Sozialverhalten, was sie zu beliebten Terrarientieren macht. Bei optimalen Haltungsbedingungen zeigen sie ihr natürliches Verhaltensspektrum und werden erstaunlich zutraulich.

Ernährung

Der Regenwald-Baumsteiger ernährt sich in der Natur hauptsächlich von kleinen Ameisen, Milben, Springschwänzen und anderen winzigen Gliederfüßern. In der Wildnis nimmt er über diese Beutetiere toxische Alkaloide auf, die er in seiner Haut speichert und die ihm seinen Schutz verleihen.

Im Terrarium fütterst du den Regenwald-Baumsteiger mit kleinen Fruchtfliegen (Drosophila), Springschwänzen, tropischen Asseln und Mikrogrillen. Die Futtertiere sollten regelmäßig mit Vitamin- und Kalziumpräparaten bestäubt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Eine tägliche Fütterung in kleinen Portionen entspricht dem natürlichen Fressverhalten am besten.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Regenwald-Baumsteigers beginnt mit dem Balzruf des Männchens, das das Weibchen zu einem geeigneten Laichplatz führt. Die Eiablage erfolgt auf glatten Blättern, Steinen oder in Filmdosen (im Terrarium) und umfasst 2–12 Eier pro Gelege. Das Männchen bewacht die Eier und hält sie feucht.

Nach 10–14 Tagen schlüpfen die Kaulquappen, die vom Männchen einzeln auf dem Rücken zu kleinen Wasseransammlungen in Blattachseln, Bromelien oder Filmdosen transportiert werden. Die Metamorphose dauert 2–3 Monate. Die Kaulquappen fressen Algen und können im Terrarium mit speziellem Kaulquappenfutter oder zerriebenen Fischfutter-Flocken aufgezogen werden. Die Zucht gelingt bei guter Pflege regelmäßig.

Haltung im Terrarium

Für die Haltung des Regenwald-Baumsteigers eignet sich ein Tropenterrarium ab 60 × 40 × 50 cm (L × B × H) für ein Paar oder eine kleine Gruppe. Die Einrichtung sollte einen feuchten Bodengrund aus Kokoshumus, lebende tropische Pflanzen (Bromelien, Farne, Moos), Korkrinde als Klettermöglichkeiten und kleine Wasserstellen umfassen. Eine automatische Beregnungsanlage oder tägliches Sprühen ist ideal.

Die Temperatur sollte tagsüber bei 24–28 °C liegen, nachts etwas kühler (20–22 °C). Die Luftfeuchtigkeit muss konstant bei 80–100 % gehalten werden. Eine moderate Beleuchtung mit LED oder T5-Röhren fördert das Pflanzenwachstum und das natürliche Verhalten. Der Regenwald-Baumsteiger eignet sich gut für Anfänger in der Dendrobatenhaltung, da er robust, aktiv und relativ anspruchslos ist.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Regenwald-Baumsteiger wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in geeigneten Habitaten noch relativ häufig. Lokale Bedrohungen bestehen durch die Abholzung tropischer Regenwälder, illegalen Handel und den Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis).

Die Art ist im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) Anhang II gelistet, was den internationalen Handel reguliert. Im Handel werden heute fast ausschließlich Nachzuchten angeboten, wodurch der Druck auf die Wildpopulationen deutlich gesunken ist. Die Zucht in Gefangenschaft trägt aktiv zum Arterhalt bei.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Dendrobates leucomelasamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Dendrobates leucomelasiucnredlist.org
  3. Lötters, S. et al. (2007): Poison Frogs – Biology, Species & Captive Husbandry. Edition Chimaira.
  4. Dendrobates.org – Haltung und Zucht von Pfeilgiftfröschen – dendrobates.org
  5. Schulte, R. (1999): Pfeilgiftfrösche. Natur und Tier Verlag.

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