Der Riesengurami ist einer der größten Labyrinthfische und kann im Aquarium über 60 cm lang werden. In seiner Heimat Südostasien wird er als Speisefisch gezüchtet und geschätzt. Die Art entwickelt mit zunehmendem Alter eine beeindruckende Persönlichkeit und erkennt ihren Pfleger.
| Wissenschaftlicher Name | Osphronemus goramy |
| Ordnung | Barschartige (Perciformes) |
| Familie | Osphronemidae |
| Gattung | Osphronemus |
| Größe | 40–70 cm (in Gefangenschaft), bis 90 cm (in der Natur) |
| Gewicht | 3–9 kg |
| Lebenserwartung | 15–25 Jahre |
| Verbreitung | Südostasien (ursprünglich Java, Sumatra, Borneo; weit eingeführt) |
| Lebensraum | Stehende und langsam fließende Gewässer, Sümpfe, überflutete Wälder |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 1000 Liter |
| Temperatur | 24–28 °C |
| pH-Wert | 6.5–8.0 |
| Wasserhärte | 5–20 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Riesengurami besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper, der mit zunehmendem Alter immer massiver wird. Jungtiere zeigen einen attraktiven goldenen bis orangefarbenen Körper mit dunklen Querstreifen, die im Alter verblassen. Adulte Tiere sind einheitlich graubraun bis schwärzlich gefärbt, wobei die Schuppen einen leichten Perlmuttschimmer aufweisen können.
Ältere Männchen entwickeln einen markanten Stirnbuckel und verdickte Lippen, die ihnen ein charakteristisches Aussehen verleihen. Die Bauchflossen sind zu langen Tastfäden umgebildet, typisch für Labyrinthfische. Mit einer Maximalgröße von 70 cm im Aquarium und bis zu 90 cm in der Natur ist der Riesengurami ein wahrer Gigant unter den Zierfischen. Das Gewicht kann in der Natur bis zu 9 kg erreichen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Riesengurami stammt ursprünglich aus Südostasien – von Java, Sumatra und Borneo. Aufgrund seiner Bedeutung als Speisefisch wurde er in zahlreiche Länder Südostasiens, Südasiens, Australiens und sogar Südamerikas eingeführt. Heute ist er in Teilen seines eingeführten Verbreitungsgebiets eingebürgert.
In der Natur bewohnt der Riesengurami stehende und langsam fließende Gewässer wie Sümpfe, Überschwemmungsgebiete, Stauseen und breite Flussbereiche. Wie alle Labyrinthfische besitzt er ein spezielles Atemorgan, das ihm erlaubt, atmosphärische Luft zu atmen – eine Anpassung an sauerstoffarme Gewässer, die ihm einen entscheidenden Überlebensvorteil verschafft.
Lebensweise & Verhalten
Der Riesengurami ist ein intelligenter Fisch, der seinen Pfleger erkennt und aktiv auf ihn reagiert. Die Tiere können handzahm werden und fressen direkt aus der Hand. Diese individuelle Bindung an den Menschen macht den Riesengurami trotz seiner enormen Größe zu einem faszinierenden Pflegling.
Jungtiere sind gesellig und friedlich, doch mit zunehmendem Alter und Größe können Riesenguramis territorial werden. Gegenüber Artgenossen und ähnlich großen Fischen kann es zu Auseinandersetzungen kommen. Die Art ist überwiegend tagaktiv und bewegt sich gemächlich durchs Becken, wobei sie ihre Umgebung neugierig erkundet. Regelmäßiges Auftauchen zum Luftholen an der Oberfläche ist normales Verhalten.
Ernährung
Der Riesengurami ist ein omnivorer Fisch mit einer starken Vorliebe für pflanzliche Kost. In der Natur frisst er Wasserpflanzen, Früchte, Algen, Insekten und kleine Fische. Im Aquarium akzeptiert er praktisch alles Fressbare – von Pellets und Sticks über Obst und Gemüse bis hin zu Frostfutter.
Biete dem Riesengurami regelmäßig pflanzliche Kost an: Salat, Erbsen, Gurken, Kürbis und sogar Obst wie Banane werden gerne gefressen. Hochwertiges Pellet- oder Stickfutter bildet die Basis der Ernährung. Aufgrund des enormen Appetits und der Größe dieser Fische solltest du die Futtermenge sorgfältig kalkulieren, um das Wasser nicht übermäßig zu belasten.
Fortpflanzung
Der Riesengurami ist ein Schaumnestbauer. Das Männchen konstruiert an der Wasseroberfläche ein großes Schaumnest aus Pflanzenmaterial und Luftblasen. In der Natur kann dieses Nest einen Durchmesser von bis zu 40 cm erreichen. Nach einem aufwendigen Balzritual laicht das Paar unter dem Nest, wobei das Weibchen mehrere tausend Eier absetzt.
Das Männchen bewacht das Nest und die Brut intensiv. Die Larven schlüpfen nach 24–48 Stunden und werden vom Männchen im Schaumnest gehalten. Nach dem Freischwimmen können die Jungfische mit Artemia-Nauplien und Feinstfutter aufgezogen werden. Die Zucht im Aquarium ist aufgrund der enormen Beckengröße, die benötigt wird, eine Seltenheit und gelingt vor allem in Zuchtanlagen.
Haltung im Aquarium
Die Haltung des Riesengurami erfordert ein sehr großes Aquarium ab 1000 Litern – für ausgewachsene Tiere sind 2000 Liter und mehr empfehlenswert. Die Einrichtung sollte robust sein, da die Tiere Pflanzen fressen und Dekorationen umräumen. Starke, robuste Wurzeln und große Steine bieten Struktur. Eine leistungsstarke Filterung ist aufgrund der hohen Stoffwechselbelastung zwingend notwendig.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,5–8,0. Der Riesengurami ist hinsichtlich der Wasserwerte tolerant und anpassungsfähig. Zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung muss ein Luftraum vorhanden sein, damit die Tiere atmen können. Die Vergesellschaftung mit anderen großen, robusten Fischarten ist möglich, solange das Becken groß genug ist.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Riesengurami wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art profitiert sogar von der Aquakultur, da sie in vielen Ländern Südostasiens als wichtiger Speisefisch gezüchtet wird. In einigen eingeführten Gebieten gilt sie als potenziell invasiv.
Die Wildpopulationen in den ursprünglichen Verbreitungsgebieten sind durch Lebensraumzerstörung und Gewässerverschmutzung bedroht. Der Status der Art außerhalb der Zuchtanlagen ist weniger gut dokumentiert. Die große Bedeutung als Aquakulturfisch sichert jedoch den Fortbestand der Art insgesamt.
Quellen
- FishBase: Osphronemus goramy – fishbase.se
- Seriously Fish: Osphronemus goramy – seriouslyfish.com
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
- IUCN Red List: Osphronemus goramy – iucnredlist.org
- Rainboth, W. J. (1996): Fishes of the Cambodian Mekong. FAO Species Identification Field Guide.
