Kröten

Riesenkröte (Rhinella marina)

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Riesenkröte (Rhinella marina)

Bildquelle: Milan Zygmunt / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Riesenkröte, auch Aga-Kröte genannt, ist eine der größten Krötenarten der Welt und kann über 20 cm lang werden. Ursprünglich in Mittel- und Südamerika beheimatet, wurde sie zur biologischen Schädlingsbekämpfung in viele tropische Regionen eingeführt, wo sie heute als invasive Art erhebliche ökologische Schäden verursacht.

📚 Steckbrief – Riesenkröte (Rhinella marina)
Wissenschaftlicher NameRhinella marina
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieKröten (Bufonidae)
GattungRhinella
Größe10–24 cm (Weibchen bis 24 cm)
Gewicht200–1.300 g
Lebenserwartung10–15 Jahre (in Gefangenschaft bis 35 Jahre)
VerbreitungMittel- und Südamerika (invasiv in Australien, Karibik, Südostasien)
LebensraumTropische und subtropische Gebiete, Kulturland, Siedlungen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Die Riesenkröte ist eine massige, schwer gebaute Kröte mit einer Körperlänge von 10–24 cm. Die größten Exemplare können über 1 kg wiegen. Die Haut ist trocken, stark warzig und von graubrauner bis olivbrauner Farbe mit dunkleren Flecken. Die Unterseite ist heller und kann cremeweiß bis gelblich sein.

Besonders markant sind die riesigen, dreieckigen Parotiden hinter den Augen, die ein hochgiftiges Sekret (Bufotoxin) produzieren. Dieses Gift kann bei kleinen Säugetieren und Haustieren tödlich sein. Die Augen sind groß mit horizontalen Pupillen und goldener Iris. Über jedem Auge sitzt ein deutlicher knochiger Kamm (Cranialcriste). Weibchen sind deutlich größer als Männchen, die während der Paarungszeit dunkle Brunftschwielen an den Fingern entwickeln.

Verbreitung & Lebensraum

Ursprünglich stammt die Riesenkröte aus dem südlichen Texas (USA) über Mittelamerika bis zum Amazonasbecken in Südamerika. Seit den 1930er-Jahren wurde sie in zahlreiche tropische und subtropische Gebiete eingeführt, um Schadinsekten in Zuckerrohrplantagen zu bekämpfen – unter anderem nach Australien (1935), auf viele karibische Inseln und in Teile Südostasiens.

Die Art ist extrem anpassungsfähig und besiedelt sowohl natürliche als auch vom Menschen veränderte Habitate. Sie kommt in tropischen Wäldern, Savannen, Gärten, landwirtschaftlichen Flächen und sogar in Städten vor. Ein Zugang zu Wasser ist für die Fortpflanzung notwendig, wobei auch Bewässerungskanäle und Schwimmbecken genutzt werden.

Lebensweise & Verhalten

Riesenkröten sind vorwiegend nachtaktiv und verbringen den Tag in feuchten Verstecken. Anders als viele andere Krötenarten sind sie relativ mobil und können in einer Nacht beträchtliche Strecken zurücklegen. In Australien wurde eine Ausbreitungsgeschwindigkeit von bis zu 55 km pro Jahr dokumentiert.

Die Art ist äußerst robust und toleriert eine breite Spanne von Umweltbedingungen, einschließlich leicht brackigem Wasser. Bei Bedrohung sondert sie reichlich giftiges Sekret aus den Parotiden ab. Dieses Gift enthält verschiedene Bufotoxine und kann bei Hunden, Katzen und anderen Haustieren zu schweren Vergiftungen und Tod führen.

Ernährung

Die Riesenkröte ist ein opportunistischer Allesfresser. Auf dem Speiseplan stehen Insekten, Schnecken, kleine Frösche, Eidechsen, Mäuse und sogar Aas. Sie frisst auch Hundefutter, Haushaltsabfälle und andere Kröten. In Australien wurde beobachtet, wie Riesenkröten Futter an Futterstellen für Haustiere fressen.

Kaulquappen ernähren sich von Algen und organischem Material, können aber auch Eier und Larven anderer Amphibien fressen, was die Kaulquappen ebenfalls leicht giftig macht.

Fortpflanzung

In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet paart sich die Riesenkröte während der Regenzeit, in eingeführten Populationen kann die Fortpflanzung ganzjährig stattfinden. Männchen rufen mit einem tiefen, pulsierenden Triller in der Nähe von Gewässern.

Die Weibchen legen enorme Mengen an Eiern – bis zu 35.000 pro Gelege – in langen, gallertartigen Schnüren in flaches, stehendes Wasser. Die Kaulquappen entwickeln sich innerhalb von 2–4 Wochen und sind bereits als Larven giftig. Die winzigen Jungkröten sind bei der Metamorphose nur etwa 1 cm groß. Die Geschlechtsreife wird nach 1–2 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Die Riesenkröte wird aufgrund ihrer Größe und Giftigkeit selten im Terrarium gehalten, ist aber prinzipiell pflegeleicht. Ein geräumiges Terrarium (mindestens 120 × 60 × 60 cm für ein Paar) mit einer dicken Substratschicht, großen Verstecken und einem stabilen Wasserbecken ist erforderlich.

Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts etwas kühler. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 60–80 % liegen. Vorsicht: Das Hautgift kann für Haustiere tödlich sein – nach dem Hantieren immer gründlich die Hände waschen. In einigen Ländern ist die Einfuhr und Haltung aufgrund des invasiven Potenzials eingeschränkt oder verboten.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Riesenkröte selbst ist nicht gefährdet und wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Im Gegenteil – als invasive Art verursacht sie massive ökologische Schäden in eingeführten Gebieten. In Australien hat die Ausbreitung der Riesenkröte seit 1935 zum Rückgang zahlreicher einheimischer Raubtierarten (Quolls, Warane, Schlangen) geführt, die an der Giftigkeit der Kröte sterben.

In betroffenen Gebieten werden verschiedene Bekämpfungsmaßnahmen erprobt, darunter Fallen, biologische Kontrolle und die Ausbildung einheimischer Raubtiere, giftige Kröten zu meiden.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Rhinella marina – amphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Rhinella marina – www.iucnredlist.org
  3. Shine, R. (2010): The Ecological Impact of Invasive Cane Toads in Australia. Quarterly Review of Biology, 85(3), 253–291.
  4. Tyler, M. J. (1989): Australian Frogs. Viking O'Neil.
  5. Australian Government: Cane Toad – www.dcceew.gov.au

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