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Rostbarbe (Pethia conchonius)

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Rostbarbe (Pethia conchonius)

Bildquelle: Dan Olsen / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Rostbarbe ist eine robuste und farbenprächtige Barbenart aus Südasien. Besonders die Männchen begeistern mit ihrer leuchtend roten bis kupferfarbenen Färbung. Die Art ist kältetolerant, anspruchslos und damit ideal für Einsteiger und unbeheizte Aquarien geeignet.

Die Rostbarbe ist eine robuste und farbenprächtige Barbenart aus Südasien. Besonders die Männchen begeistern mit ihrer leuchtend roten bis kupferfarbenen Färbung. Die Art ist kältetolerant, anspruchslos und damit ideal für Einsteiger und unbeheizte Aquarien geeignet.

Steckbrief: Rostbarbe (Pethia conchonius)
Wissenschaftlicher NamePethia conchonius
OrdnungKarpfenartige (Cypriniformes)
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
GattungPethia
Größe6–8 cm
Gewicht5–12 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungSüdasien (Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch)
LebensraumStehende und langsam fließende Gewässer, Seen, Teiche, Bewässerungskanäle
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 80 Liter
Temperatur18–25 °C
pH-Wert6.0–8.0
Wasserhärte5–20 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Die Rostbarbe besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper mit einer Gesamtlänge von 6–8 cm. Die Schuppen sind groß und gut sichtbar. Das auffälligste Merkmal ist die Färbung der Männchen, die sich besonders während der Balz intensiviert: Der gesamte Körper leuchtet dann in einem warmen Kupfer- bis Rosenrot. Weibchen sind blasser gefärbt und eher silbrig-golden mit einem leichten Rosastich.

Beide Geschlechter tragen einen kleinen, dunklen Fleck nahe der Schwanzwurzel. Die Flossen der Männchen sind rötlich, die der Weibchen eher transparent bis gelblich. Es existieren zahlreiche Zuchtformen, darunter Langflossen-Varianten und besonders intensiv gefärbte Selektionszuchten. Die Wildform ist aber bereits sehr attraktiv und in der natürlichen Farbgebung besonders reizvoll.

Verbreitung & Lebensraum

Die Rostbarbe stammt aus Südasien, wo sie in Indien, Pakistan, Nepal und Bangladesch weit verbreitet ist. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Himalaya-Vorland bis nach Südindien. Die Art wurde in viele weitere Länder eingeführt und hat sich dort teilweise eingebürgert, unter anderem in Australien, Singapur und Teilen Südamerikas.

In der Natur bewohnt die Rostbarbe stehende und langsam fließende Gewässer – von Seen und Teichen über Bewässerungskanäle bis hin zu überfluteten Reisfeldern. Sie bevorzugt klare bis leicht trübe Gewässer mit dichter Ufervegetation. Die Art toleriert ein breites Temperaturspektrum von 14 bis 30 °C, was ihre große Anpassungsfähigkeit widerspiegelt.

Lebensweise & Verhalten

Die Rostbarbe ist ein aktiver, lebhafter Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 6–8 Tieren gehalten werden sollte. Im Schwarm zeigen die Tiere ein faszinierendes Sozialverhalten mit ständigen Rangordnungskämpfen zwischen den Männchen, die dabei ihre intensivsten Farben zeigen.

Die Art ist friedlich und gut für Gesellschaftsbecken geeignet, kann aber gelegentlich an den Flossen langflossiger Beifische zupfen. Sie ist überwiegend tagaktiv und durchschwimmt das gesamte Aquarium. Rostbarben sind robust, anpassungsfähig und vertragen auch niedrigere Temperaturen, weshalb sie für unbeheizte Aquarien in Zimmertemperatur gut geeignet sind.

Ernährung

Die Rostbarbe ist ein Allesfresser, der in der Natur Algen, Pflanzenteile, Insektenlarven, Würmer und kleine Krebstiere frisst. Im Aquarium akzeptiert sie bereitwillig alle gängigen Futtersorten – Flocken, Granulat, Frost- und Lebendfutter.

Für eine optimale Färbung und Gesundheit empfiehlt sich eine abwechslungsreiche Ernährung mit regelmäßigen Gaben von Lebendfutter wie Artemia, Daphnien und Mückenlarven. Pflanzliche Ergänzungen in Form von Spirulina-Flocken oder blanchierten Erbsen sind ebenfalls willkommen. Farbverstärkendes Futter mit Carotinoiden intensiviert die namensgebende rote Färbung der Männchen.

Fortpflanzung

Die Zucht der Rostbarbe ist einfach und gelingt auch Anfängern. Die Art ist ein Freilaicher – das Paar laicht über feinfiedrigen Pflanzen oder einem Laichrost ab, wobei das Weibchen 200–500 Eier verstreut. Die Elterntiere sollten nach dem Laichen entfernt werden, da sie Laichräuber sind.

Die Eier schlüpfen nach 24–48 Stunden bei Temperaturen um 22–25 °C. Die Larven sind zunächst sehr klein und hängen an Pflanzen und Scheiben, bevor sie nach 2–3 Tagen frei schwimmen. Die Aufzucht gelingt mit Infusorien und anschließend mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien. Die Jungfische wachsen schnell und erreichen die Geschlechtsreife nach 6–8 Monaten.

Haltung im Aquarium

Für einen Schwarm Rostbarben eignet sich ein Aquarium ab 80 Litern mit einer Beckenlänge von mindestens 80 cm. Die Einrichtung sollte freien Schwimmraum mit bepflanzten Randbereichen kombinieren. Der Bodengrund ist nicht kritisch – Sand oder feiner Kies sind gleichermaßen geeignet.

Die Wassertemperatur kann zwischen 18 und 25 °C liegen, der pH-Wert bei 6,0–8,0. Die Rostbarbe ist einer der anpassungsfähigsten Aquarienfische überhaupt und kommt auch mit härterem Wasser und niedrigeren Temperaturen zurecht. Geeignete Beifische sind andere friedliche Schwarmfische wie Salmler, Bärblinge und Panzerwelse. Halte die Art in Gruppen von mindestens 6 Tieren, um Flossenzupfen bei Beifischen zu reduzieren.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Rostbarbe wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet häufig und anpassungsfähig. In einigen Regionen, in die sie eingeführt wurde, gilt sie als potenziell invasiv und kann mit einheimischen Arten konkurrieren.

Im Aquarienhandel werden ausschließlich Nachzuchten angeboten, da die Zucht einfach und ertragreich ist. Dadurch besteht kein Druck auf die Wildpopulationen. Die natürlichen Bestände sind durch die allgemeine Degradation von Süßwasserlebensräumen in Südasien lokal betroffen, insgesamt aber stabil.

Quellen

  1. FishBase: Pethia conchoniusfishbase.se
  2. Seriously Fish: Pethia conchoniusseriouslyfish.com
  3. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
  4. IUCN Red List: Pethia conchoniusiucnredlist.org

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