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Rotaugen-Fahnenbarsch (Pseudanthias dispar)

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Rotaugen-Fahnenbarsch (Pseudanthias dispar)

Bildquelle: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Rotaugen-Fahnenbarsch ist ein farbenprächtiger Schwarmfisch aus dem westlichen Pazifik. Mit seiner pfirsichfarbenen bis orangeroten Färbung und den namensgebenden roten Augen gehört er zu den beliebtesten Fahnenbarschen in der Meerwasseraquaristik.

Der Rotaugen-Fahnenbarsch ist ein farbenprächtiger Schwarmfisch aus dem westlichen Pazifik. Mit seiner pfirsichfarbenen bis orangeroten Färbung und den namensgebenden roten Augen gehört er zu den beliebtesten Fahnenbarschen in der Meerwasseraquaristik.

Steckbrief: Rotaugen-Fahnenbarsch (Pseudanthias dispar)
Wissenschaftlicher NamePseudanthias dispar
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieSägebarsche (Serranidae)
GattungPseudanthias
Größe8–10 cm
Lebenserwartung5–7 Jahre
VerbreitungWestlicher Pazifik (Japan bis Australien, Mikronesien)
LebensraumKorallenriffe, Außenriffkanten, strömungsreiche Riffabschnitte
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 300 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,025

Beschreibung & Aussehen

Der Rotaugen-Fahnenbarsch erreicht eine Körperlänge von 8–10 cm und zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Männchen sind leuchtend orangerot gefärbt mit einem violetten Rückenstreifen und einer intensiv roten Rückenflosse. Weibchen hingegen sind eher pfirsichfarben bis lachsrosa mit einem gelben Rücken und einem deutlichen Augenstreifen.

Namensgebend sind die auffällig roten Augen, die bei beiden Geschlechtern vorhanden sind. Der Körper ist seitlich abgeflacht und stromlinienförmig, typisch für Fahnenbarsche. Die Rückenflosse der Männchen ist verlängert und besonders farbenprächtig, was ihnen ein imposantes Erscheinungsbild verleiht.

Verbreitung & Lebensraum

Du findest den Rotaugen-Fahnenbarsch im westlichen Pazifik, von Südjapan über die Philippinen und Mikronesien bis nach Australien und Palau. Er bewohnt bevorzugt die strömungsreichen Außenriffkanten und steilabfallenden Riffwände in Tiefen von 2–20 Metern.

Die Tiere leben in großen Schwärmen, die oft aus mehreren Dutzend bis hunderten Individuen bestehen. Sie halten sich bevorzugt knapp über dem Riff auf und nutzen die Strömung, um herantreibendes Plankton abzufangen. Bei Gefahr flüchten sie blitzschnell in Spalten und Höhlen des Riffs.

Lebensweise & Verhalten

Der Rotaugen-Fahnenbarsch lebt in Haremsgruppen, bestehend aus einem dominanten Männchen und mehreren Weibchen. Die Tiere sind tagaktiv und verbringen den Großteil des Tages mit der Jagd nach Zooplankton in der Wassersäule. Nachts ziehen sie sich in schützende Riffspalten zurück.

Wie alle Fahnenbarsche ist auch diese Art ein protogynischer Zwitter: Alle Tiere werden zunächst als Weibchen geboren. Fällt das dominante Männchen aus, wandelt sich das ranghöchste Weibchen innerhalb weniger Wochen zum Männchen um. Dieser Geschlechtswechsel geht mit einer markanten Farbveränderung einher.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Rotaugen-Fahnenbarsch fast ausschließlich von Zooplankton, das er in der Strömung fängt. Kleine Krebstiere wie Copepoden und Mysis bilden die Hauptnahrung.

Im Aquarium solltest du mehrmals täglich kleine Portionen Frostfutter wie Artemia, Mysis und Cyclops anbieten. Hochwertiges Granulat wird nach einer Eingewöhnungsphase ebenfalls akzeptiert. Eine regelmäßige und häufige Fütterung ist bei Fahnenbarschen besonders wichtig, da sie einen hohen Stoffwechsel haben und bei unzureichender Ernährung schnell abmagern.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet in der Dämmerung statt. Das Männchen zeigt eine intensive Balz, bei der es seine Farben verstärkt und mit gespreizten Flossen um die Weibchen schwimmt. Das Paar steigt dann gemeinsam in die Wassersäule auf und gibt Eier und Spermien ins freie Wasser ab.

Die pelagischen Eier treiben mit der Strömung und schlüpfen nach etwa 24 Stunden. Die winzigen Larven leben planktonisch und durchlaufen eine mehrwöchige Entwicklungsphase, bevor sie sich am Riff ansiedeln. Die Zucht im Aquarium ist sehr schwierig und gelingt nur selten, da die Aufzucht der winzigen Larven spezielle Futterorganismen erfordert.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung des Rotaugen-Fahnenbarsches benötigst du ein Aquarium ab 300 Litern. Die Einrichtung sollte reichlich Lebendgestein mit Versteckmöglichkeiten bieten, aber auch genügend freien Schwimmraum lassen. Eine gute Strömung ist wichtig, da die Tiere strömungsreiche Bereiche bevorzugen.

Halte die Tiere idealerweise in einer Gruppe aus einem Männchen und mindestens drei bis fünf Weibchen. Einzelhaltung ist möglich, aber die Tiere zeigen in der Gruppe ihr natürlicheres Verhalten. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Riffbewohnern ist unproblematisch.

Achte auf stabile Wasserwerte mit einer Temperatur von 24–27 °C und einem pH-Wert von 8,0–8,4. Der Rotaugen-Fahnenbarsch gilt als etwas empfindlicher als andere Fahnenbarsche und reagiert sensibel auf schlechte Wasserqualität.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Rotaugen-Fahnenbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet häufig und die Bestände gelten als stabil. Er kommt in zahlreichen Meeresschutzgebieten vor.

Für den Aquarienhandel werden die Tiere überwiegend als Wildfänge importiert. Aufgrund der weiten Verbreitung und hohen Populationsdichten stellt der Fang derzeit keine Bedrohung dar. Nachzuchten sind im Handel bislang selten verfügbar.

Quellen

  1. FishBase: Pseudanthias disparfishbase.se
  2. IUCN Red List: Pseudanthias dispariucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  4. Fossa, S. A. & Nilsen, A. J. (2000): Das Korallenriff-Aquarium. Schmettkamp Verlag.
  5. Allen, G. R. (1985): Butterfly and Angelfishes of the World. Mergus Publishers.

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