Fische

Rotblauer Kolumbianer (Hyphessobrycon columbianus)

4 Min. Lesezeit
Rotblauer Kolumbianer (Hyphessobrycon columbianus)

Bildquelle: chonlasub woravichan / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Rotblaue Kolumbianer ist ein auffälliger Salmler, der durch seinen leuchtend blauen Körper und die kontrastierenden roten Flossen besticht. Diese erst 1999 wissenschaftlich beschriebene Art aus Kolumbien hat sich schnell zu einem beliebten Aquarienfisch entwickelt.

Der Rotblaue Kolumbianer ist ein auffälliger Salmler, der durch seinen leuchtend blauen Körper und die kontrastierenden roten Flossen besticht. Diese erst 1999 wissenschaftlich beschriebene Art aus Kolumbien hat sich schnell zu einem beliebten Aquarienfisch entwickelt.

Steckbrief: Rotblauer Kolumbianer (Hyphessobrycon columbianus)
Wissenschaftlicher NameHyphessobrycon columbianus
OrdnungSalmlerartige (Characiformes)
FamilieEchte Salmler (Characidae)
GattungHyphessobrycon
Größe5–7 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungKolumbien (Río Acandí, Darién-Region)
LebensraumKlare Bäche und Flüsse mit mäßiger Strömung
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 80 Liter
Temperatur23–27 °C
pH-Wert6.0–7.5
Wasserhärte5–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Rotblaue Kolumbianer ist ein mittelgroßer Salmler mit einer Gesamtlänge von 5–7 cm. Sein Körper schimmert in einem intensiven Stahlblau, das unter Aquarienbeleuchtung besonders zur Geltung kommt. Die Rücken-, After- und Schwanzflosse leuchten in einem warmen Rot bis Orange, was einen auffälligen Farbkontrast erzeugt.

Männchen sind schlanker und intensiver gefärbt als Weibchen, die einen rundlicheren Bauch zeigen. Die Rückenflosse der Männchen ist höher und spitzer ausgezogen. Der Körperbau ist typisch für Hyphessobrycon-Arten – hochrückig und seitlich abgeflacht. Die Farbintensität variiert mit der Stimmung, der Wasserqualität und der sozialen Stellung im Schwarm.

Verbreitung & Lebensraum

Der Rotblaue Kolumbianer hat ein sehr begrenztes Verbreitungsgebiet im nordwestlichen Kolumbien. Er wurde erstmals im Río Acandí in der Darién-Region beschrieben und kommt dort in klaren, mäßig fließenden Bächen und Flüssen vor.

Sein natürlicher Lebensraum zeichnet sich durch klares, sauerstoffreiches Wasser über sandigem bis kiesigem Bodengrund aus. Die Ufer sind typischerweise dicht bewachsen und bieten Schatten und Versteckmöglichkeiten. Die Wassertemperaturen liegen in der Region ganzjährig bei 23–28 °C, das Wasser ist leicht sauer bis neutral.

Lebensweise & Verhalten

Der Rotblaue Kolumbianer ist ein lebhafter Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden sollte. Im Schwarm etablieren die Männchen eine Rangordnung, die durch eindrucksvolle Farbdisplays und Imponiergesten ausgetragen wird. Dabei zeigen die dominanten Männchen die intensivsten Farben.

Die Art hält sich bevorzugt im mittleren Wasserbereich auf und durchschwimmt das gesamte Becken. Im Vergleich zu einigen anderen Salmlerarten ist der Rotblaue Kolumbianer etwas robuster und durchsetzungsfähiger, was bei der Wahl der Beifische berücksichtigt werden sollte. Er eignet sich gut für lebhafte Gesellschaftsbecken mit anderen mittelgroßen Fischen.

Ernährung

Der Rotblaue Kolumbianer ist ein unkomplizierter Allesfresser, der alle gängigen Futtersorten annimmt. Hochwertiges Flocken- oder Granulatfutter bildet die Basis, ergänzt durch regelmäßige Gaben von Frost- und Lebendfutter wie Artemia, Daphnien und Mückenlarven.

Für eine optimale Farbentwicklung empfiehlt sich farbverstärkendes Futter mit natürlichen Carotinoiden. Auch pflanzliche Bestandteile gehören zum Speiseplan – Spirulina-Flocken oder gelegentlich blanchiertes Gemüse sorgen für eine ausgewogene Ernährung. Füttere mehrmals täglich in kleinen Mengen statt einer großen Portion.

Fortpflanzung

Die Zucht des Rotblauen Kolumbianers gelingt im Aquarium bei geeigneten Bedingungen. Die Tiere sind Freilaicher und bevorzugen feinfiedrige Pflanzen oder Laichmopp als Laichsubstrat. Ein separates Zuchtbecken mit weichem, leicht saurem Wasser und einer Temperatur von 25–27 °C begünstigt den Laichansatz.

Das Weibchen legt 200–400 Eier ab, die nach 24–36 Stunden schlüpfen. Die Elterntiere sollten nach dem Laichen entfernt werden, da sie die Eier fressen. Die Jungfische sind sehr klein und benötigen zunächst Infusorien als Erstfutter, bevor sie nach einigen Tagen auf Artemia-Nauplien umgestellt werden können. Bei guter Fütterung wachsen die Jungtiere relativ schnell heran.

Haltung im Aquarium

Ein Aquarium ab 80 Litern mit einer Beckenlänge von mindestens 80 cm eignet sich für einen Schwarm Rotblauer Kolumbianer. Die Einrichtung sollte freien Schwimmraum in der Beckenmitte bieten, umgeben von dichten Pflanzengruppen und einigen Wurzeln. Eine moderate Strömung wird geschätzt.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 23 und 27 °C liegen, der pH-Wert bei 6,0–7,5. Die Art ist robust und anpassungsfähig. Geeignete Beifische sind andere mittelgroße Salmler, Barben, Panzerwelse und Zwergbuntbarsche. Aufgrund seiner leicht durchsetzungsfähigen Art ist er kein idealer Begleiter für sehr scheue oder empfindliche Fische.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Rotblaue Kolumbianer wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Sein natürliches Verbreitungsgebiet ist zwar relativ klein, die Art ist dort aber nicht unmittelbar bedroht. Potenzielle Risiken bestehen durch Abholzung und Landwirtschaft in der Darién-Region.

Im Aquarienhandel werden mittlerweile fast ausschließlich Nachzuchten angeboten, was den Druck auf die Wildpopulationen minimiert. Die Zucht gelingt kommerziell gut, sodass die Nachfrage ohne Wildfänge gedeckt werden kann.

Quellen

  1. FishBase: Hyphessobrycon columbianusfishbase.se
  2. Seriously Fish: Hyphessobrycon columbianusseriouslyfish.com
  3. Zarske, A. & Géry, J. (2002): Hyphessobrycon columbianus sp. n. – Zoologische Abhandlungen, 52, 1–12.
  4. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken