Der Rote Neon ist einer der bekanntesten und am häufigsten gehandelten Aquarienfische weltweit. Mit seinem leuchtend blauen Rückenstreifen und dem durchgehend roten Bauch übertrifft er in der Farbintensität sogar seinen berühmteren Verwandten, den Neonsalmler. Millionen dieser kleinen Juwelen werden jährlich exportiert.
| Wissenschaftlicher Name | Paracheirodon axelrodi |
| Ordnung | Salmlerartige (Characiformes) |
| Familie | Echte Salmler (Characidae) |
| Gattung | Paracheirodon |
| Größe | 3–5 cm |
| Gewicht | 0,5–2 g |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Südamerika (Amazonas-Becken, Orinoco-Becken, Rio Negro) |
| Lebensraum | Schwarzwasserflüsse und -bäche, schattige Waldbäche |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 60 Liter |
| Temperatur | 24–28 °C |
| pH-Wert | 4.5–6.5 |
| Wasserhärte | 1–5 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Rote Neon ist ein kleiner, schlanker Salmler von nur 3–5 cm Länge. Sein Markenzeichen ist eine leuchtend neonblaue Längslinie, die sich vom Auge bis zur Fettflosse erstreckt, sowie ein brillantes Rot, das die gesamte untere Körperhälfte vom Kopf bis zur Schwanzwurzel einnimmt. Genau darin liegt der Unterschied zum verwandten Neonsalmler (Paracheirodon innesi), bei dem der rote Streifen nur die hintere Körperhälfte bedeckt.
Die Rückenpartie ist bräunlich-olive, was das Leuchtband noch stärker hervorhebt. Die Flossen sind transparent bis leicht bläulich. Die Schuppen sind winzig und erzeugen zusammen mit den Iridophoren (Farbzellen) den irisierenden Leuchteffekt, der im Schwarm ein spektakuläres Farbenspiel ergibt. Zwischen Männchen und Weibchen bestehen nur geringe Unterschiede – Weibchen sind etwas fülliger.
Verbreitung & Lebensraum
Der Rote Neon kommt im oberen Orinoco-Becken und im Einzugsgebiet des Rio Negro im Amazonasbecken vor. Sein Verbreitungsgebiet umfasst Teile von Brasilien, Kolumbien und Venezuela. Der Rio Negro ist das Kerngebiet der Art, wo sie in enormen Stückzahlen vorkommt.
Der typische Lebensraum sind Schwarzwasserflüsse und -bäche – Gewässer mit sehr weichem, extrem saurem Wasser (pH 4,0–6,0), das durch Huminsäuren aus verrottendem Pflanzenmaterial dunkel gefärbt ist. Der Bodengrund besteht aus Sand und einer dicken Schicht Falllaub. Die Lichtverhältnisse sind gedämpft, da das dunkle Wasser und das dichte Blätterdach des Regenwaldes wenig Sonnenlicht durchlassen.
Lebensweise & Verhalten
Der Rote Neon ist ein ausgesprochener Schwarmfisch, der in der Natur in Gruppen von hunderten bis tausenden Individuen lebt. Im Aquarium solltest du mindestens 10–15 Tiere halten, damit der volle Schwarmeffekt zur Geltung kommt. Je größer der Schwarm, desto beeindruckender das Farbenspiel.
Die Tiere sind friedlich, etwas scheu und bevorzugen gedämpftes Licht. In zu hell beleuchteten Becken wirken sie blass und verstecken sich häufig. Unter optimalen Bedingungen – dunkler Bodengrund, gedämpftes Licht, weiches, saures Wasser – entfalten die Roten Neons ihre volle Farbpracht. Sie halten sich bevorzugt im mittleren Wasserbereich auf.
Ernährung
Der Rote Neon frisst in der Natur winzige Wirbellose, Insektenlarven, Algen und organische Partikel. Im Aquarium nimmt er feines Flocken- und Granulatfutter bereitwillig an. Das Futter sollte aufgrund des kleinen Mauls fein genug sein.
Regelmäßige Gaben von Frost- und Lebendfutter wie Artemia-Nauplien, Cyclops und Daphnien fördern die Farbintensität und Vitalität. Auch Mikrowürmer und fein geriebenes Frostfutter werden gerne genommen. Füttere mehrmals täglich in kleinen Portionen – der kleine Magen der Tiere kann große Futtermengen auf einmal nicht verarbeiten.
Fortpflanzung
Die Zucht des Roten Neons im Aquarium ist anspruchsvoll und erfordert Erfahrung. Die Tiere benötigen sehr weiches (unter 2 °dGH), saures Wasser (pH 5,0–5,5) und absolute Dunkelheit für die Eiablage. Ein separates Zuchtbecken mit feinfiedrigen Pflanzen oder Laichmopps ist erforderlich.
Das Weibchen legt 100–300 winzige, lichtempfindliche Eier ab, die nach 24–36 Stunden schlüpfen. Die Larven sind extrem klein und benötigen Infusorien als Erstfutter. Licht ist für die Eier und jungen Larven schädlich – das Zuchtbecken muss dunkel gehalten werden. Die kommerzielle Zucht erfolgt hauptsächlich in Südostasien, ein Großteil der gehandelten Tiere stammt jedoch nach wie vor aus Wildfängen im Rio Negro, was den lokalen Gemeinden dort ein wichtiges Einkommen sichert.
Haltung im Aquarium
Ein Aquarium ab 60 Litern eignet sich für einen Schwarm Roter Neons. Für die bestmögliche Farbentwicklung solltest du ein Schwarzwasser-Biotop einrichten: Dunkler Bodengrund, Wurzeln, Falllaub (Seemandelbaumblätter, Eichenlaub), gedämpfte Beleuchtung und weiches, saures Wasser. Torffilterung oder Schwarzwasserextrakte erzeugen die gewünschten Wasserbedingungen.
Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen, der pH-Wert idealerweise bei 4,5–6,5 und die Gesamthärte unter 5 °dGH. Rote Neons sind empfindlicher gegenüber Wasserqualitätsschwankungen als Neonsalmler – regelmäßige, kleine Wasserwechsel mit aufbereitetem Wasser sind wichtig. Geeignete Beifische sind andere Schwarzwasserbewohner wie Panzerwelse, Zwergbuntbarsche und kleine Welse.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Rote Neon wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art kommt in ihrem Verbreitungsgebiet in großen Populationen vor. Der Fang für den Aquarienhandel stellt eine kontrollierte Entnahme dar und ist für die lokalen Gemeinden am Rio Negro eine wichtige Einkommensquelle.
Schätzungen zufolge werden jährlich 20–30 Millionen Rote Neons exportiert, hauptsächlich aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas. Dieser nachhaltige Fischfang wird als Anreiz zum Schutz der Regenwaldgewässer angesehen: Solange der Fischfang Einkommen generiert, besteht ein wirtschaftliches Interesse am Erhalt der natürlichen Habitate.
Quellen
- FishBase: Paracheirodon axelrodi – fishbase.se
- Seriously Fish: Paracheirodon axelrodi – seriouslyfish.com
- Géry, J. (1977): Characoids of the World. TFH Publications.
- Chao, N. L. et al. (2001): The ornamental fish trade of the middle Rio Negro. Fisheries Centre Research Reports, 9(4), 1–12.
- IUCN Red List: Paracheirodon axelrodi – iucnredlist.org
