Der Rote Phantomsalmler ist ein zierlicher, transparent-rötlich leuchtender Salmler aus dem Orinoco-Becken. Mit seinem durchscheinenden Körper, dem namensgebenden dunklen Schulterfleck und der markanten, hohen Rückenflosse der Männchen ist er ein eleganter Bewohner von Schwarzwasseraquarien.
| Wissenschaftlicher Name | Hyphessobrycon sweglesi |
| Ordnung | Salmlerartige (Characiformes) |
| Familie | Echte Salmler (Characidae) |
| Gattung | Hyphessobrycon |
| Größe | 3–4 cm |
| Gewicht | 1–2 g |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Kolumbien, Venezuela (Orinoco-Einzugsgebiet) |
| Lebensraum | Langsam fließende Bäche, schattige Waldbäche, Schwarzwassergebiete |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 60 Liter |
| Temperatur | 24–28 °C |
| pH-Wert | 5.5–7.0 |
| Wasserhärte | 2–10 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Rote Phantomsalmler ist ein kleiner, zart gebauter Salmler mit einer Gesamtlänge von 3–4 cm. Der Körper ist seitlich abgeflacht und durchscheinend rötlich gefärbt, wobei die Intensität je nach Stimmung und Wasserqualität variiert. Besonders unter optimalen Bedingungen zeigt die Art ein warmes, leuchtendes Rot.
Auffälligstes Merkmal ist ein großer, runder dunkler Fleck hinter den Kiemendeckeln – der „Phantomfleck", der der Art ihren Namen gibt. Die Männchen besitzen eine auffällig hohe, segelförmige Rückenflosse mit schwarzer Spitze, die bei der Balz eindrucksvoll aufgestellt wird. Weibchen haben eine kürzere Rückenflosse und einen rundlicheren Bauch. Die restlichen Flossen sind rötlich bis transparent.
Verbreitung & Lebensraum
Der Rote Phantomsalmler kommt im Orinoco-Einzugsgebiet in Kolumbien und Venezuela vor. Sein Verbreitungsgebiet umfasst verschiedene Nebenflüsse des Orinoco, insbesondere in der kolumbianischen Meta-Region.
In der Natur lebt die Art in langsam fließenden, schattigen Waldbächen mit weichem, saurem Wasser. Der Bodengrund besteht aus Sand und Falllaub, das dichte Blätterdach des Regenwaldes sorgt für gedämpfte Lichtverhältnisse. Die Wasserbedingungen sind typisch für Schwarzwasserhabitate – geringe Leitfähigkeit, niedriger pH-Wert und durch Huminstoffe bräunlich gefärbtes Wasser.
Lebensweise & Verhalten
Der Rote Phantomsalmler ist ein friedlicher Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden sollte. In der Gruppe zeigen besonders die Männchen ein faszinierendes Imponierverhalten: Sie stellen ihre hohe Rückenflosse auf und umkreisen Rivalen in einer Art Tanz.
Die Art hält sich bevorzugt im mittleren Wasserbereich auf und bevorzugt schattige Bereiche im Aquarium. Unter Schwimmpflanzen und in der Nähe von Wurzeln fühlen sich die Tiere besonders wohl. Sie sind tagaktiv, aber nicht übermäßig lebhaft – eher ruhige, elegante Schwimmer, die sich harmonisch in friedliche Gesellschaftsbecken einfügen.
Ernährung
Der Rote Phantomsalmler ist ein unkomplizierter Allesfresser, der feines Flocken- und Granulatfutter gerne annimmt. Aufgrund des kleinen Mauls sollte das Futter entsprechend fein sein. Regelmäßige Gaben von Frost- und Lebendfutter wie Artemia-Nauplien, Cyclops und Daphnien sind empfehlenswert.
In der Natur ernährt sich die Art von winzigen Wirbellosen, Insektenlarven und organischen Partikeln. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert die Farbintensität und Gesundheit der Tiere. Füttere mehrmals täglich in kleinen Portionen, um eine optimale Nährstoffversorgung sicherzustellen.
Fortpflanzung
Die Zucht des Roten Phantomsalmlers gelingt im Aquarium bei geeigneten Bedingungen. Ein separates Zuchtbecken mit sehr weichem, leicht saurem Wasser (pH 5,5–6,5) und feinfiedrigen Pflanzen ist empfehlenswert. Die Beleuchtung sollte gedämpft sein.
Das Paar laicht über Pflanzen, wobei das Weibchen 100–200 Eier verstreut. Die Eier schlüpfen nach 24–36 Stunden, die Larven schwimmen nach weiteren 3–4 Tagen frei. Die Aufzucht der winzigen Jungfische erfordert Infusorien und nach einigen Tagen frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien. Die Elterntiere sollten nach dem Laichen entfernt werden, da sie die Eier fressen.
Haltung im Aquarium
Ein Aquarium ab 60 Litern eignet sich für einen Schwarm Roter Phantomsalmler. Die Einrichtung sollte auf ein Schwarzwasser-Biotop ausgerichtet sein: Dunkler Bodengrund, Wurzeln, Laub und Schwimmpflanzen für gedämpftes Licht. Eine sanfte Strömung und eine gute Wasserqualität sind wichtig.
Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen, der pH-Wert bei 5,5–7,0 und die Gesamthärte bei 2–10 °dGH. Die Art ist etwas anspruchsvoller als viele andere Salmler und reagiert empfindlich auf starke Schwankungen der Wasserwerte. Geeignete Beifische sind andere friedliche, kleinbleibende Arten wie Rote Neons, Panzerwelse und kleine Zwergbuntbarsche.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Rote Phantomsalmler wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet verbreitet und die Bestände gelten als stabil.
Im Aquarienhandel werden sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten angeboten. Die kommerzielle Zucht ist etabliert und deckt einen Großteil der Nachfrage. Lokale Bedrohungen bestehen durch Abholzung und Gewässerverschmutzung im Orinoco-Einzugsgebiet, beeinträchtigen die Gesamtpopulation aber bislang nicht signifikant.
Quellen
- FishBase: Hyphessobrycon sweglesi – fishbase.se
- Seriously Fish: Hyphessobrycon sweglesi – seriouslyfish.com
- Géry, J. (1977): Characoids of the World. TFH Publications.
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
