Der Rote Schmetterlingsbuntbarsch ist eine farbintensive Zuchtform des beliebten Schmetterlingsbuntbarsches. Mit seinem leuchtend roten bis orangefarbenen Körper gehört er zu den farbenprächtigsten Süßwasserfischen überhaupt. Die Art benötigt warmes, weiches Wasser und sorgfältige Pflege.
| Wissenschaftlicher Name | Mikrogeophagus ramirezi |
| Ordnung | Buntbarschartige (Cichliformes) |
| Familie | Buntbarsche (Cichlidae) |
| Gattung | Mikrogeophagus |
| Größe | 5–7 cm |
| Gewicht | 3–8 g |
| Lebenserwartung | 2–4 Jahre |
| Verbreitung | Venezuela, Kolumbien (Orinoco-Becken, Llanos) |
| Lebensraum | Flache, warme Gewässer, Savannenflüsse, überflutete Grassteppen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 60 Liter |
| Temperatur | 26–30 °C |
| pH-Wert | 5.0–7.0 |
| Wasserhärte | 1–8 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Rote Schmetterlingsbuntbarsch ist eine durch selektive Zucht entstandene Farbvariante des Schmetterlingsbuntbarsches. Der Körper leuchtet in einem intensiven Rot-Orange, das den gesamten Fisch überzieht. Die irisierenden blauen Punkte auf Kopf und Flanken der Wildform sind bei vielen Zuchtvarianten reduziert oder verstärkt, je nach Zuchtlinie.
Die Art erreicht eine Gesamtlänge von 5–7 cm und besitzt den typischen hochrückigen Körperbau der Zwergbuntbarsche. Die verlängerten vorderen Strahlen der Rückenflosse und die spitz ausgezogenen Bauchflossen sind charakteristisch. Ein schwarzer Fleck an der Flanke und ein dunkler Streifen durch das Auge sind typische Merkmale. Männchen sind etwas größer und haben verlängerte Flossenstrahlen.
Verbreitung & Lebensraum
Die Wildform des Schmetterlingsbuntbarsches stammt aus dem Orinoco-Becken in Venezuela und Kolumbien. Dort lebt die Art in den Llanos – den weiten Grassteppen, die saisonal überflutet werden. Die Rote Zuchtform existiert nur in Gefangenschaft und hat kein natürliches Verbreitungsgebiet.
In der Natur bewohnt M. ramirezi flache, warme Gewässer mit Temperaturen von oft über 28 °C. Das Wasser ist weich und sauer, der Bodengrund besteht aus feinem Sand. Diese natürlichen Bedingungen – insbesondere die hohe Wassertemperatur – sind entscheidend für die erfolgreiche Haltung, auch der Zuchtvarianten.
Lebensweise & Verhalten
Der Rote Schmetterlingsbuntbarsch ist ein friedlicher Zwergbuntbarsch, der paarweise zusammenlebt. Die Tiere bilden feste Paarbindungen und verteidigen während der Brutzeit ein kleines Revier. Außerhalb der Brutphase sind sie friedlich und gut für Gesellschaftsbecken geeignet.
Die Art ist tagaktiv und hält sich bevorzugt in der unteren Beckenhälfte auf, wo sie den Bodengrund nach Nahrung durchsucht. Charakteristisch ist das „Sandkauen" – die Tiere nehmen Sand ins Maul, sieben ihn nach Nahrungspartikeln und stoßen ihn durch die Kiemen wieder aus. Rote Schmetterlingsbuntbarsche sind etwas empfindlicher als die Wildform und reagieren sensibel auf schlechte Wasserqualität.
Ernährung
Der Rote Schmetterlingsbuntbarsch ist ein Allesfresser, der in der Natur Insektenlarven, kleine Krebstiere und organische Partikel aus dem Bodengrund filtert. Im Aquarium akzeptiert er feines Granulat- und Flockenfutter, bevorzugt aber Frost- und Lebendfutter.
Artemia, Daphnien, Cyclops und Mückenlarven sollten regelmäßig angeboten werden, um Farbintensität und Vitalität zu fördern. Auch fein geraspeltes Frostfutter und Mikrowürmer werden gerne genommen. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist besonders wichtig, da Zuchtformen oft anfälliger für Mangelerscheinungen sind als die Wildform.
Fortpflanzung
Der Rote Schmetterlingsbuntbarsch ist ein Offenbrüter, der bevorzugt auf flachen Steinen oder in Mulden im Sand laicht. Das Paar reinigt gemeinsam den Laichplatz, bevor das Weibchen 100–300 Eier ablegt. Beide Elternteile bewachen und befächeln die Eier abwechselnd.
Die Larven schlüpfen nach 2–3 Tagen und werden von den Eltern in eine Grube umgebettet. Nach etwa 5 Tagen schwimmen die Jungfische frei und werden von beiden Eltern durch das Becken geführt. Zuchtform-Paare fressen die ersten Gelege häufig – das bessert sich mit zunehmender Erfahrung. Die Aufzucht gelingt mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien. Warmes Wasser (28–30 °C) ist für die erfolgreiche Brut entscheidend.
Haltung im Aquarium
Für ein Paar Rote Schmetterlingsbuntbarsche reicht ein Aquarium ab 60 Litern. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen, damit die Tiere ihr typisches Gründelverhalten zeigen können. Flache Steine als Laichsubstrat, Wurzeln und dichte Bepflanzung vervollständigen die Einrichtung.
Entscheidend ist eine hohe Wassertemperatur von 26–30 °C – bei unter 25 °C werden die Tiere anfällig für Krankheiten. Der pH-Wert sollte bei 5,0–7,0 liegen, das Wasser weich (unter 8 °dGH). Regelmäßige, kleine Wasserwechsel mit aufbereitetem Wasser sind wichtig. Geeignete Beifische sind kleine, friedliche Schwarmfische wie Neons oder Bärblinge und ruhige Panzerwelse. Vermeide zu lebhafte oder zu große Beifische.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Wildform des Schmetterlingsbuntbarsches wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Die Rote Zuchtform existiert ausschließlich in Gefangenschaft und ist nicht direkt von Naturschutzbelangen betroffen. Die Wildpopulationen in Venezuela und Kolumbien sind durch Lebensraumveränderungen und Gewässerverschmutzung lokal bedroht.
Im Handel werden fast ausschließlich Nachzuchten angeboten, wobei ein Großteil der kommerziellen Zucht in Südostasien stattfindet. Die intensive Zucht hat leider zu einer gewissen genetischen Schwächung der Zuchtlinien geführt, was sich in erhöhter Krankheitsanfälligkeit und kürzerer Lebensdauer äußern kann. Achte beim Kauf auf vitale, gesunde Tiere aus seriöser Zucht.
Quellen
- FishBase: Mikrogeophagus ramirezi – fishbase.se
- Seriously Fish: Mikrogeophagus ramirezi – seriouslyfish.com
- Linke, H. & Staeck, W. (1994): Amerikanische Cichliden II – Große Buntbarsche. Tetra Verlag.
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
- IUCN Red List: Mikrogeophagus ramirezi – iucnredlist.org
