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Roter von Rio (Hyphessobrycon flammeus)

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Roter von Rio (Hyphessobrycon flammeus)

Bildquelle: Karel Zahradka / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Rote von Rio, auch Flammensalmler genannt, ist ein klassischer Aquarienfisch aus der Region um Rio de Janeiro. Sein feuriges Rot in der hinteren Körperhälfte und seine Robustheit machen ihn zu einem idealen Einsteigerfisch, der seit über 100 Jahren in der Aquaristik gepflegt wird.

Der Rote von Rio, auch Flammensalmler genannt, ist ein klassischer Aquarienfisch aus der Region um Rio de Janeiro. Sein feuriges Rot in der hinteren Körperhälfte und seine Robustheit machen ihn zu einem idealen Einsteigerfisch, der seit über 100 Jahren in der Aquaristik gepflegt wird.

Steckbrief: Roter von Rio (Hyphessobrycon flammeus)
Wissenschaftlicher NameHyphessobrycon flammeus
OrdnungSalmlerartige (Characiformes)
FamilieEchte Salmler (Characidae)
GattungHyphessobrycon
Größe3–4 cm
Gewicht1–2 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungBrasilien (Region Rio de Janeiro)
LebensraumKüstennahe Bäche, bewaldete Flussläufe, langsam fließende Gewässer
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur22–28 °C
pH-Wert5.5–7.5
Wasserhärte3–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Rote von Rio erreicht eine Gesamtlänge von 3–4 cm und besitzt einen seitlich abgeflachten, hochrückigen Körper. Die vordere Körperhälfte ist silbrig-olive, während die hintere Hälfte einschließlich der After-, Bauch- und Schwanzflosse in einem leuchtenden Rot bis Flammenorange erstrahlt – daher der alternative Name „Flammensalmler".

Hinter dem Kiemendeckel befinden sich zwei markante schwarze, senkrechte Schulterflecken, die für die Art charakteristisch sind. Die Rückenflosse ist ebenfalls rötlich mit dunklem Saum. Männchen sind schlanker und intensiver gefärbt als die etwas rundlicheren Weibchen. Unter optimalen Bedingungen zeigt diese Art eine beeindruckende Farbintensität, die in großen Schwärmen besonders zur Geltung kommt.

Verbreitung & Lebensraum

Der Rote von Rio hat ein relativ kleines Verbreitungsgebiet in der Küstenregion um Rio de Janeiro im Südosten Brasiliens. Dort kommt er in kleinen, küstennahen Bächen und Flüssen der atlantischen Regenwaldzone (Mata Atlântica) vor.

Sein natürlicher Lebensraum sind langsam fließende, bewaldete Bäche mit weichem bis mittelhartem Wasser. Der Bodengrund besteht aus Sand und Kies, durchsetzt mit Falllaub und Wurzeln. Durch die massive Urbanisierung in der Region Rio de Janeiro sind viele der ursprünglichen Habitate zerstört oder stark beeinträchtigt worden.

Lebensweise & Verhalten

Der Rote von Rio ist ein friedlicher, lebhafter Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden sollte. In der Gruppe zeigen die Tiere ein ausgeprägtes Sozialverhalten mit ständigen Rangordnungsspielen zwischen den Männchen, bei denen die intensivsten Farben gezeigt werden.

Die Art ist tagaktiv und hält sich bevorzugt im mittleren Wasserbereich auf. Sie ist robust, anpassungsfähig und einer der ältesten und bewährtesten Aquarienfische – die Erstbeschreibung und die erste Einfuhr in die Aquaristik erfolgte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Rote von Rio ist ein idealer Anfängerfisch, der verzeiht und auch unter nicht optimalen Bedingungen gedeiht.

Ernährung

Der Rote von Rio ist ein unkomplizierter Allesfresser, der im Aquarium alle gängigen Futtersorten bereitwillig annimmt. Feines Flocken- und Granulatfutter bildet die Basis der Ernährung, ergänzt durch regelmäßige Gaben von Frost- und Lebendfutter.

Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops und fein gehackte Mückenlarven werden besonders gerne gefressen und intensivieren die rote Färbung. Auch pflanzliche Ergänzungen in Form von Spirulina-Flocken sind willkommen. Die Art ist genügsam und kommt mit einfacher Fütterung gut zurecht, zeigt aber unter abwechslungsreicher Ernährung die besten Farben.

Fortpflanzung

Die Zucht des Roten von Rio gehört zu den einfachsten unter den Salmlerarten und gelingt auch Anfängern. Die Art ist ein Freilaicher – das Paar laicht über feinfiedrigen Pflanzen ab, wobei das Weibchen 100–300 Eier verstreut. Ein separates Zuchtbecken mit Laichrost oder feinen Pflanzen wie Javamoos ist empfehlenswert.

Die Eier schlüpfen nach 24–36 Stunden. Die Larven hängen zunächst an Pflanzen und Scheiben, bevor sie nach 3–4 Tagen frei schwimmen. Die Aufzucht gelingt mit Infusorien und anschließend mit Artemia-Nauplien. Die Elterntiere sind Laichräuber und sollten nach dem Ablaichen entfernt werden. Die Jungfische wachsen schnell und zeigen bereits früh die typische Rotfärbung.

Haltung im Aquarium

Ein Aquarium ab 60 Litern eignet sich für einen Schwarm Roter von Rio. Die Einrichtung ist unkompliziert – eine Kombination aus freiem Schwimmraum und bepflanzten Bereichen ist ideal. Der Bodengrund kann aus Sand oder feinem Kies bestehen, die Beleuchtung sollte moderat sein.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 5,5–7,5. Die Art ist sehr anpassungsfähig und kommt mit einem breiten Spektrum von Wasserwerten zurecht. Sie toleriert auch niedrigere Temperaturen als viele andere tropische Salmler, was sie für Zimmertemperatur-Aquarien geeignet macht. Geeignete Beifische sind alle friedlichen, kleinbleibenden Fische wie andere Salmler, Bärblinge und Panzerwelse.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Rote von Rio wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft, obwohl sein natürliches Verbreitungsgebiet durch die massive Urbanisierung in der Region Rio de Janeiro stark geschrumpft ist. In der Natur ist die Art deutlich seltener geworden als noch vor einigen Jahrzehnten.

Im Aquarienhandel werden ausschließlich Nachzuchten angeboten – die Zucht ist seit über einem Jahrhundert etabliert und deckt den Bedarf vollständig. Der Schutz der verbliebenen natürlichen Habitate in der Mata Atlântica ist wichtig für den Erhalt der Wildpopulationen, die als genetische Reserve dienen.

Quellen

  1. FishBase: Hyphessobrycon flammeusfishbase.se
  2. Seriously Fish: Hyphessobrycon flammeusseriouslyfish.com
  3. Géry, J. (1977): Characoids of the World. TFH Publications.
  4. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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