Fische (Salzwasser)

Rotfeuerfisch (Pterois volitans)

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Rotfeuerfisch (Pterois volitans)

Bildquelle: udmurd / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Rotfeuerfisch ist einer der spektakulärsten und gleichzeitig problematischsten Meeresfische weltweit. Mit seinen fächerartigen, giftigen Flossenstrahlen ist er ein beeindruckender Aquarienbewohner, hat jedoch als invasive Art in der Karibik und im westlichen Atlantik massive ökologische Schäden verursacht.

Der Rotfeuerfisch ist einer der spektakulärsten und gleichzeitig problematischsten Meeresfische weltweit. Mit seinen fächerartigen, giftigen Flossenstrahlen ist er ein beeindruckender Aquarienbewohner, hat jedoch als invasive Art in der Karibik und im westlichen Atlantik massive ökologische Schäden verursacht.

Steckbrief: Rotfeuerfisch (Pterois volitans)
Wissenschaftlicher NamePterois volitans
OrdnungBarschverwandte (Scorpaeniformes)
FamilieSkorpionfische (Scorpaenidae)
GattungPterois
Größe25–38 cm
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungIndopazifik (invasiv in Karibik und westlichem Atlantik)
LebensraumKorallenriffe, Felsriffe, Lagunen, Hafenbereiche
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 500 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,025

Beschreibung & Aussehen

Der Rotfeuerfisch erreicht eine Körperlänge von 25–38 cm und ist mit seinen fächerförmig ausgebreiteten Brust- und Rückenflossen eine wahrhaft spektakuläre Erscheinung. Die Grundfärbung besteht aus abwechselnden roten, braunen und weißen Streifen, die vertikal über den gesamten Körper verlaufen. Die Brustflossen sind enorm vergrößert und bestehen aus einzelnen, fächer­artig gespreizten Strahlen.

Besonders gefährlich sind die 13 giftigen Hartstrahlen der Rückenflosse sowie die Stacheln an Bauch- und Afterflosse. Das Gift verursacht beim Menschen starke Schmerzen, Schwellungen und in seltenen Fällen allergische Reaktionen. Über den Augen befinden sich tentakelartige Auswüchse, die dem Rotfeuerfisch ein noch dramatischeres Aussehen verleihen.

Verbreitung & Lebensraum

Ursprünglich ist der Rotfeuerfisch im Indopazifik beheimatet, von Südjapan und Südkorea über Australien bis zu den Marquesas-Inseln. Seit den 1990er-Jahren hat er sich jedoch als invasive Art in der Karibik und im westlichen Atlantik explosionsartig ausgebreitet – vermutlich durch die Freisetzung von Aquarientieren vor der Küste Floridas.

Die Art ist äußerst anpassungsfähig und bewohnt Korallenriffe, Felsriffe, Mangroven, Seegraswiesen und sogar künstliche Strukturen wie Wracks und Hafenmolen. Du findest Rotfeuerfische in Tiefen von 1 bis über 300 Metern. In der Karibik haben sie mangels natürlicher Fressfeinde verheerende Auswirkungen auf die einheimische Fischfauna.

Lebensweise & Verhalten

Der Rotfeuerfisch ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ruht er oft kopfüber unter Überhängen oder in Höhlen. Bei der Jagd setzt er seine ausladenden Brustflossen ein, um Beutefische in Ecken zu treiben, bevor er sie mit einem blitzschnellen Stoß verschlingt.

Die giftigen Stacheln dienen ausschließlich der Verteidigung. Bei Bedrohung wendet der Rotfeuerfisch dem Angreifer die Rückenflosse zu und stößt gezielt mit den Giftstacheln vor. Im Aquarium gewöhnen sich die Tiere schnell an ihren Pfleger und verlieren ihre Scheu, was die Handhabung erleichtert, aber auch die Unfallgefahr erhöht.

Als invasive Art in der Karibik hat der Rotfeuerfisch keine natürlichen Fressfeinde und kann Riff-Fischpopulationen um bis zu 80 % reduzieren. Internationale Bekämpfungsprogramme setzen auf gezielte Bejagung durch Taucher.

Ernährung

Der Rotfeuerfisch ist ein gefräßiger Raubfisch, der sich von kleinen Fischen, Garnelen und anderen Krebstieren ernährt. In der Karibik frisst er nachweislich über 70 verschiedene Fisch- und Krebstierarten. Sein dehnbarer Magen ermöglicht es ihm, Beutefische zu verschlingen, die fast so groß sind wie er selbst.

Im Aquarium kannst du Rotfeuerfische mit Frostfutter wie ganzen Fischen (Stinte, Lanzettfische), Garnelen und Tintenfischstücken füttern. Lebende Futterfische solltest du möglichst vermeiden, da sie Krankheiten einschleppen können. Viele Exemplare lassen sich mit Geduld auf Frostfutter umstellen. Füttere zwei- bis dreimal pro Woche, da die Art einen eher langsamen Stoffwechsel hat.

Fortpflanzung

Rotfeuerfische sind äußerst produktive Laicher. Ein einzelnes Weibchen kann alle vier Tage ein Gelege von 15.000–30.000 Eiern produzieren, die in gallertartigen Ballen ins freie Wasser abgegeben werden. Diese Eierballen treiben mit der Strömung und können so große Distanzen überbrücken.

Die Larven schlüpfen nach etwa 36 Stunden und leben mehrere Wochen planktonisch, bevor sie sich am Boden ansiedeln. Die enorme Reproduktionsrate ist ein Hauptgrund für den Erfolg als invasive Art. Im Aquarium wurde die Fortpflanzung beobachtet, die Aufzucht der Larven ist jedoch äußerst schwierig.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung eines Rotfeuerfisches benötigst du ein Aquarium ab 500 Litern. Die Einrichtung sollte zahlreiche Überhänge und Höhlen bieten, in denen sich der Fisch tagsüber verstecken kann. Der Bodengrund spielt eine untergeordnete Rolle, da sich die Tiere überwiegend im mittleren und oberen Wasserbereich aufhalten.

Vorsicht: Vergesellschafte Rotfeuerfische niemals mit Fischen oder Garnelen, die klein genug sind, um gefressen zu werden! Geeignete Mitbewohner sind größere, nicht zu aggressive Fische wie Doktorfische, Kaiserfische oder Muränen. Mehrere Rotfeuerfische können zusammen gehalten werden, sofern das Becken groß genug ist.

Beim Hantieren im Aquarium musst du stets größte Vorsicht walten lassen, um einen Stich zu vermeiden. Die Giftstacheln können auch nach dem Tod des Tieres noch aktiv sein. Bei einem Stich die betroffene Stelle sofort in heißes Wasser (ca. 45 °C) tauchen, da die Hitze das eiweißbasierte Gift zersetzt.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Rotfeuerfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft – in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet im Indopazifik sind die Bestände stabil. Das eigentliche Problem ist seine massive Ausbreitung als invasive Art in der Karibik und im westlichen Atlantik.

Seit seiner Einschleppung in den 1990er-Jahren hat er dort verheerende ökologische Schäden angerichtet, einheimische Fischarten dezimiert und das Gleichgewicht der Korallenriffe gestört. Zahlreiche Länder haben Bekämpfungsprogramme ins Leben gerufen, darunter gezielte Unterwasserjagd und die Vermarktung als Speisefisch. Als Aquarienhalter solltest du niemals Tiere in die freie Natur entlassen.

Quellen

  1. FishBase: Pterois volitansfishbase.se
  2. IUCN Red List: Pterois volitansiucnredlist.org
  3. Morris, J. A. (2012): Invasive Lionfish: A Guide to Control and Management. Gulf and Caribbean Fisheries Institute.
  4. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  5. NOAA: Lionfish Biology and Ecology – fisheries.noaa.gov

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