Frösche

Rotflanken-Laubfrosch (Hyla sarda)

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Rotflanken-Laubfrosch (Hyla sarda)

Bildquelle: Viktor Loki / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Sardische Laubfrosch ist ein kleiner, grüner Baumfrosch, der auf den Mittelmeerinseln Sardinien und Korsika sowie auf einigen toskanischen Inseln vorkommt. Er ist eng mit dem Europäischen Laubfrosch verwandt, wurde aber als eigenständige Art anerkannt. Er lebt in der mediterranen Macchie und ist an warme, trockene Sommer angepasst.

Der Sardische Laubfrosch ist ein kleiner, grüner Baumfrosch, der auf den Mittelmeerinseln Sardinien und Korsika sowie auf einigen toskanischen Inseln vorkommt. Er ist eng mit dem Europäischen Laubfrosch verwandt, wurde aber als eigenständige Art anerkannt. Er lebt in der mediterranen Macchie und ist an warme, trockene Sommer angepasst.

Steckbrief: Rotflanken-Laubfrosch (Hyla sarda)
Wissenschaftlicher NameHyla sarda
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieHylidae
GattungHyla
Größe3–5 cm
Gewicht5–10 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungSardinien, Korsika, Toskana (Inseln)
LebensraumMacchie, Garigue, Gärten, Feuchtgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Sardische Laubfrosch ist ein kleiner, zierlicher Frosch mit einer Körperlänge von 3–5 cm. Die Oberseite ist leuchtend grün gefärbt, gelegentlich mit einem bläulichen oder gelblichen Schimmer. Ein dunkler Seitenstreifen verläuft vom Nasenloch über das Auge bis zur Flanke und unterscheidet ihn vom festlandeuropäischen Laubfrosch.

Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben, leicht körnig. Die Haftscheiben an den Zehen sind gut entwickelt und ermöglichen sicheres Klettern auf Blättern und glatten Oberflächen. Die Augen sind groß mit einer goldenen Iris und horizontalen Pupillen. Männchen sind kleiner als Weibchen und besitzen eine gelblich-braune Kehlschallblase.

Verbreitung & Lebensraum

Der Sardische Laubfrosch kommt ausschließlich auf Sardinien, Korsika und einigen kleinen Inseln des toskanischen Archipels (Elba, Capraia, Monte Cristo) vor. Diese begrenzte Verbreitung macht ihn zu einem westmediterranen Endemiten.

Er bewohnt eine Vielzahl mediterraner Lebensräume, darunter Macchie, Garigue, offene Wälder, Gärten, Bewässerungsgräben und Feuchtgebiete in Küstennähe. Zur Fortpflanzung nutzt er temporäre und permanente Gewässer wie Tümpel, Zisternen, Brunnen und langsam fließende Bäche. Er ist anpassungsfähig und kommt auch in der Nähe menschlicher Siedlungen vor.

Lebensweise & Verhalten

Der Sardische Laubfrosch ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, kann aber an feuchten, bedeckten Tagen auch tagsüber aktiv sein. Tagsüber ruht er auf Blättern, an Hauswänden oder in Vegetation, wobei er seine grüne Tarnfarbe nutzt.

Die Männchen rufen lautstark während der Paarungszeit von Vegetation in Gewässernähe. Der Ruf ist ein lautes, rhythmisches Quaken, das dem des Europäischen Laubfrosches ähnelt. In den heißen Sommermonaten kann der Frosch eine Sommerruhe (Ästivation) einlegen und sich in feuchte Verstecke zurückziehen, bis die Bedingungen wieder günstiger sind.

Ernährung

Der Sardische Laubfrosch ernährt sich von einer Vielzahl kleiner Wirbelloser. Fliegen, Mücken, kleine Käfer, Spinnen und Blattläuse bilden die Hauptnahrung. Er jagt aktiv auf Blättern und in der Vegetation, wo er seine Beute mit einem schnellen Zungenschlag fängt.

Im Terrarium eignen sich Drosophila, kleine Grillen, Heimchen und Blattläuse als Futter. Die Futtertiere sollten der geringen Größe des Frosches angepasst und regelmäßig mit Kalzium bestäubt werden. Die Fütterung erfolgt alle 2–3 Tage.

Fortpflanzung

Die Laichzeit des Sardischen Laubfrosches erstreckt sich von Februar bis Mai, abhängig von den lokalen Bedingungen. Die Männchen bilden Rufchöre an geeigneten Gewässern und locken Weibchen mit ihrem lauten Gesang an. Die Paarung erfolgt im Amplexus im Wasser.

Die Weibchen legen mehrere kleine Laichballen mit jeweils 10–30 Eiern an Wasserpflanzen ab, insgesamt 200–500 Eier pro Saison. Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und entwickeln sich über 2–3 Monate. Die Metamorphose führt zu kleinen Fröschen von etwa 1,5 cm Länge. Die Geschlechtsreife wird nach 1–2 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Sardische Laubfrosch kann in einem mittelgroßen Terrarium ab 50 × 30 × 40 cm gehalten werden. Die Einrichtung sollte Kletteräste, Kunstpflanzen oder robuste Echtpflanzen, Verstecke und ein flaches Wasserbecken umfassen. Ein mediterranes Klima mit moderater Luftfeuchtigkeit ist ideal.

Die Temperatur sollte tagsüber 22–26 °C betragen, nachts auf 16–18 °C absinken. Eine Winterruhe bei 8–12 °C über 2–3 Monate ist empfehlenswert. Die Art ist in Europa im Fachhandel nur selten erhältlich, da die natürlichen Populationen geschützt sind und Nachzuchten selten angeboten werden.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Sardische Laubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist auf Sardinien und Korsika noch relativ häufig und die Populationen gelten als stabil.

Lokale Bedrohungen sind der Verlust von Feuchtgebieten, Pestizideinsatz in der Landwirtschaft und die zunehmende Trockenheit durch den Klimawandel. Die Art ist in der EU durch nationale Naturschutzgesetze geschützt. Der Erhalt temporärer Gewässer und Feuchtbiotope ist für den langfristigen Schutz der Art entscheidend.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Hyla sardaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Hyla sardaiucnredlist.org
  3. Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.
  4. Sindaco, R. et al. (2006): Atlante degli Anfibi e dei Rettili d'Italia. Edizioni Polistampa.
  5. Stöck, M. et al. (2012): Cryptic diversity among Western Palearctic tree frogs. Molecular Phylogenetics and Evolution, 65, 1–9.

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