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Rotflossen-Antennenwels (Pseudacanthicus sp.)

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Pseudacanthicus sp

Zusammenfassung

Der Rotflossen-Antennenwels, auch Kaktuswels genannt, ist ein imposanter Harnischwels mit kräftigen Odontoden (Hautzähnen) und leuchtend roten Flossen. Die verschiedenen Arten der Gattung Pseudacanthicus gehören zu den beeindruckendsten Welsen in der Aquaristik und benötigen große, gut gefilterte Aquarien.

Der Rotflossen-Antennenwels, auch Kaktuswels genannt, ist ein imposanter Harnischwels mit kräftigen Odontoden (Hautzähnen) und leuchtend roten Flossen. Die verschiedenen Arten der Gattung Pseudacanthicus gehören zu den beeindruckendsten Welsen in der Aquaristik und benötigen große, gut gefilterte Aquarien.

Steckbrief: Rotflossen-Antennenwels (Pseudacanthicus sp.)
Wissenschaftlicher NamePseudacanthicus sp.
OrdnungWelsartige (Siluriformes)
FamilieHarnischwelse (Loricariidae)
GattungPseudacanthicus
Größe20–40 cm
Gewicht200–600 g
Lebenserwartung15–20 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Amazonas-Becken, Brasilien)
LebensraumFelsige Flussbereiche, Stromschnellen, klares bis trübes Wasser
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 400 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert5.5–7.0
Wasserhärte2–12 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Rotflossen-Antennenwels ist ein großer, massiger Harnischwels, der je nach Art 20–40 cm Gesamtlänge erreichen kann. Der Körper ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt und dicht mit kräftigen Odontoden (Hautzähnen) besetzt, die dem Fisch ein stacheliges, kaktusartiges Aussehen verleihen – daher der Name „Kaktuswels". Die Flossen leuchten in einem auffälligen Orange-Rot, das einen markanten Kontrast zur dunklen Körperfarbe bildet.

Der Kopf ist breit und abgeflacht mit kleinen Augen und einem kräftigen Saugmaul. Die Interoperculardornen (Kiemendeckeldornen) sind besonders kräftig und können bei der Handhabung schmerzhafte Verletzungen verursachen. Unter der Sammelbezeichnung „Pseudacanthicus" werden verschiedene Arten und L-Nummern zusammengefasst, die sich in Größe, Farbe und Musterung unterscheiden.

Verbreitung & Lebensraum

Die Gattung Pseudacanthicus kommt im Amazonas-Einzugsgebiet in Brasilien vor, insbesondere in den Flüssen Tocantins, Xingu und Tapajós. Verschiedene Arten und Formen besiedeln unterschiedliche Flusssysteme und werden im Handel oft unter L-Nummern geführt.

In der Natur bewohnen Rotflossen-Antennenwelse felsige Flussbereiche mit starker Strömung. Sie sind typische Bewohner von Stromschnellen und Felsspalten, wo sie sich mit ihrem kräftigen Saugmaul festhalten. Das Wasser kann klar bis trüb sein, die Temperaturen liegen ganzjährig bei 24–28 °C. Der Bodengrund besteht hauptsächlich aus Felsen, Geröll und grobem Kies.

Lebensweise & Verhalten

Der Rotflossen-Antennenwels ist ein überwiegend nacht- und dämmerungsaktiver Fisch, der sich tagsüber in Höhlen und Felsspalten versteckt. Die Tiere sind territorial und verteidigen ihre Höhlen energisch gegen Artgenossen und andere Bodenfische. Die kräftigen Odontoden und Kiemendeckeldornen werden dabei als Waffen eingesetzt.

Trotz seiner beeindruckenden Erscheinung ist der Rotflossen-Antennenwels gegenüber Fischen, die nicht sein Territorium am Boden beanspruchen, meist friedlich. Im Aquarium zeigt er sich nach Eingewöhnung zunehmend auch tagsüber, besonders wenn Futter angeboten wird. Die Tiere können bemerkenswert zahm werden und fressen nach einiger Zeit aus der Hand.

Ernährung

Im Gegensatz zu vielen anderen Harnischwelsen ist der Rotflossen-Antennenwels hauptsächlich ein Fleischfresser. In der Natur ernährt er sich von Muscheln, Schnecken, Krebstieren und Insektenlarven, die er in den Felsspalten findet. Pflanzliche Kost spielt eine untergeordnete Rolle.

Im Aquarium solltest du proteinreiches Futter anbieten: Sinkende Tabletten, Frostfutter (Muschelfleisch, Garnelen, Mückenlarven) und gelegentlich Lebendfutter wie Regenwürmer werden bevorzugt. Ergänze den Speiseplan mit pflanzlichen Bestandteilen wie Spirulina-Tabs oder blanchierten Zucchinischeiben, um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen.

Fortpflanzung

Die Zucht von Pseudacanthicus-Arten im Aquarium ist selten, aber möglich. Die Tiere sind Höhlenbrüter – das Männchen lockt das Weibchen in eine geeignete Höhle, wo dieses seine Eier ablegt. Das Männchen bewacht und befächelt die Eier bis zum Schlupf.

Die Eier sind relativ groß und die Gelegegröße mit 50–200 Eiern vergleichsweise gering. Die Larven schlüpfen nach 5–7 Tagen und zehren zunächst vom Dottersack. Für die Zucht sind große Aquarien (ab 600 Liter), passende Höhlen und eine gezielte Konditionierung mit proteinreichem Futter erforderlich. Im Handel stammen die meisten Tiere aus Wildfängen.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung eines Rotflossen-Antennenwelses ist ein Aquarium ab 400 Litern erforderlich, für größere Arten und Paare deutlich mehr. Die Einrichtung sollte Höhlen aus Steinen, Tonröhren oder Schieferplatten bieten. Eine kräftige Strömung und eine leistungsstarke Filterung sind wichtig, da die Tiere sauerstoffreiches, sauberes Wasser benötigen.

Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen, der pH-Wert bei 5,5–7,0 und das Wasser weich bis mittelhart. Halte die Art am besten einzeln oder als Paar – mehrere Artgenossen benötigen ein sehr großes Becken mit ausreichend Höhlen. Geeignete Beifische sind robuste, mittelgroße bis große Fische, die sich nicht am Boden aufhalten. Vorsicht beim Hantieren – die Stacheln können sich in Netzen verfangen und schmerzhafte Verletzungen verursachen.

Gefährdung & Schutzstatus

Die meisten Pseudacanthicus-Arten werden von der IUCN als „Least Concern" eingestuft oder sind noch nicht bewertet. Einige Arten, insbesondere aus dem Xingu-Flusssystem, sind durch den Bau des Belo-Monte-Staudamms und andere Eingriffe in ihren Lebensraum bedroht.

Da die meisten im Handel angebotenen Tiere aus Wildfängen stammen, ist ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen Fischen besonders wichtig. Informiere dich über die Herkunft der Tiere und bevorzuge, wo möglich, Nachzuchten. Der Schutz der amazonischen Flusssysteme ist entscheidend für den Erhalt dieser faszinierenden Welsgattung.

Quellen

  1. FishBase: Pseudacanthicusfishbase.se
  2. Seriously Fish: Pseudacanthicusseriouslyfish.com
  3. Planet Catfish: Pseudacanthicus – planetcatfish.com
  4. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
  5. Seidel, I. (2008): Back to Nature Guide to L-Catfishes. Fohrman Aquaristik.

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