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Rotflossen-Glasbarsch (Parambassis ranga)

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Rotflossen-Glasbarsch (Parambassis ranga)

Bildquelle: Gonzalo Jara / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Rotflossen-Glasbarsch fasziniert durch seinen nahezu vollständig durchsichtigen Körper, durch den man Skelett und innere Organe erkennen kann. Diese einzigartige Transparenz macht ihn zu einem der ungewöhnlichsten Aquarienfische. Im Handel werden leider oft künstlich gefärbte Exemplare angeboten, die du unbedingt meiden solltest.

Der Rotflossen-Glasbarsch fasziniert durch seinen nahezu vollständig durchsichtigen Körper, durch den man Skelett und innere Organe erkennen kann. Diese einzigartige Transparenz macht ihn zu einem der ungewöhnlichsten Aquarienfische. Im Handel werden leider oft künstlich gefärbte Exemplare angeboten, die du unbedingt meiden solltest.

Steckbrief: Rotflossen-Glasbarsch (Parambassis ranga)
Wissenschaftlicher NameParambassis ranga
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieGlasbarsche (Ambassidae)
GattungParambassis
Größe5–8 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungSüdasien (Indien, Bangladesch, Myanmar, Thailand)
LebensraumStehende und langsam fließende Gewässer, Sümpfe, Reisfelder
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur22–28 °C
pH-Wert6.5–7.5
Wasserhärte5–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Rotflossen-Glasbarsch ist ein kleiner Fisch von 5–8 cm Länge mit einem hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körper. Sein außergewöhnlichstes Merkmal ist die nahezu vollständige Transparenz: Durch die glasklare Haut und Muskulatur sind Wirbelsäule, Rippen, Schwimmblase und innere Organe deutlich sichtbar. Lediglich die Bauchhöhle mit den Eingeweiden ist als silbriger Bereich erkennbar.

Die Flossen zeigen einen bläulichen bis gelblichen Schimmer, die Rücken- und Afterflosse sind bei Männchen oft leicht rötlich bis violett gesäumt. Die Rückenflosse ist zweiteilig – ein Merkmal der Ambassidae. Leider werden im Handel häufig künstlich gefärbte Exemplare angeboten, denen Farbstoffe unter die Haut injiziert werden. Diese grausame Praxis schädigt die Tiere erheblich und verkürzt ihre Lebensdauer – kaufe niemals „Disco"- oder „Painted"-Glasbarsche.

Verbreitung & Lebensraum

Der Rotflossen-Glasbarsch ist in weiten Teilen Süd- und Südostasiens verbreitet – von Indien und Bangladesch über Myanmar bis nach Thailand. Sein Verbreitungsgebiet umfasst die großen Flusssysteme des Ganges, Brahmaputra und Mekong sowie zahlreiche kleinere Gewässer.

In der Natur bewohnt die Art stehende und langsam fließende Gewässer wie Seen, Teiche, Sümpfe, Bewässerungskanäle und überflutete Reisfelder. Sie bevorzugt dicht bewachsene Uferbereiche und kommt sowohl in Süßwasser als auch in leicht brackigem Wasser vor. Die Wassertemperaturen schwanken saisonal zwischen 20 und 30 °C.

Lebensweise & Verhalten

Der Rotflossen-Glasbarsch ist ein friedlicher Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 6–8 Tieren gehalten werden sollte. Die Tiere sind eher scheu und zurückhaltend und halten sich bevorzugt zwischen Pflanzen und anderen Versteckmöglichkeiten auf. In zu hellen oder spärlich eingerichteten Becken bleiben sie gestresst und blass.

Die Art ist tagaktiv und hält sich vorwiegend im mittleren Wasserbereich auf. In der Gruppe zeigen die Männchen ein interessantes Imponierverhalten, bei dem sie ihre Flossen spreizen und Rivalen durch leichtes Körperzittern beeindrucken. Der Glasbarsch ist friedlich und stört keine Beifische, kann aber von zu lebhaften oder großen Fischen eingeschüchtert werden.

Ernährung

Der Rotflossen-Glasbarsch ist ein Fleischfresser, der in der Natur kleine Insektenlarven, Zooplankton und Mückenlarven frisst. Im Aquarium bevorzugt er Lebendfutter und Frostfutter – Artemia, Daphnien, Cyclops und fein gehackte Mückenlarven werden gerne genommen.

An Trockenfutter lässt sich die Art mit Geduld gewöhnen, bevorzugt aber deutlich tierische Kost. Feines Granulat wird eher akzeptiert als Flocken. Füttere mehrmals täglich in kleinen Portionen, da die Tiere kontinuierlich fressen und große Mahlzeiten weniger effizient verwerten. Durch den transparenten Körper kannst du sogar die Futterverdauung beobachten.

Fortpflanzung

Die Zucht des Rotflossen-Glasbarsches ist im Aquarium möglich, aber anspruchsvoll. Die Tiere benötigen feinfiedrige Pflanzen oder Laichmopps als Laichsubstrat. Die Männchen zeigen zur Laichzeit eine intensivere Flossenfärbung und verteidigen kleine Reviere zwischen den Pflanzen.

Das Weibchen legt bei jedem Laichvorgang nur wenige Eier (insgesamt 100–300 über mehrere Tage) an Pflanzenblätter. Die Eier sind transparent und sehr klein. Sie schlüpfen nach 24–48 Stunden, die Larven sind winzig und benötigen Infusorien als Erstfutter. Nach einigen Tagen können frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien angeboten werden. Eine regelmäßige Wassererwärmung und ein leichter Salzgehalt (1–2 g/l) können den Laichansatz fördern.

Haltung im Aquarium

Ein Aquarium ab 60 Litern eignet sich für eine Gruppe Rotflossen-Glasbarsche. Die Einrichtung sollte viele Pflanzen, Wurzeln und Versteckmöglichkeiten bieten. Eine moderate Beleuchtung ist empfehlenswert, da die Tiere zu helles Licht meiden. Schwimmpflanzen sorgen für gedämpftes Licht und erhöhen das Wohlbefinden.

Die Wassertemperatur sollte bei 22–28 °C liegen, der pH-Wert bei 6,5–7,5. Die Art verträgt leicht brackiges Wasser, was auf ihre natürliche Herkunft in Küstengewässern zurückzuführen ist. Geeignete Beifische sind ruhige, friedliche Arten wie kleine Salmler, Bärblinge und Panzerwelse. Vermeide lebhafte oder große Beifische, die den scheuen Glasbarsch stressen könnten.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Rotflossen-Glasbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem weiten Verbreitungsgebiet häufig und anpassungsfähig. Lokale Bedrohungen bestehen durch Gewässerverschmutzung und den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft.

Ein ernstes Problem im Handel ist die tierquälerische Praxis der künstlichen Farbinjektion. Bei dieser Methode werden den lebenden Fischen Fluoreszenzfarbstoffe unter die Haut gespritzt, was zu schweren Infektionen, Stress und einem deutlich verkürzten Leben führt. Unterstütze diese Praxis niemals durch den Kauf solcher Tiere und informiere andere Aquarianer über diese Problematik.

Quellen

  1. FishBase: Parambassis rangafishbase.se
  2. Seriously Fish: Parambassis rangaseriouslyfish.com
  3. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
  4. IUCN Red List: Parambassis rangaiucnredlist.org

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