Frösche

Rotkehllaubfrosch (Hyla femoralis)

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Rotkehllaubfrosch (Hyla femoralis)

Bildquelle: Jay Ondreicka / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Kiefernwald-Laubfrosch ist ein kleiner, unscheinbarer Baumfrosch aus den Kiefernwäldern der südöstlichen USA. Er zeichnet sich durch seine variable braune bis graue Färbung und die orangeroten Flecken an den Oberschenkelinnenseiten aus. Sein charakteristischer, morseartiger Ruf ist in warmen Sommernächten in den Wäldern der Küstenebene häufig zu hören.

Der Kiefernwald-Laubfrosch ist ein kleiner, unscheinbarer Baumfrosch aus den Kiefernwäldern der südöstlichen USA. Er zeichnet sich durch seine variable braune bis graue Färbung und die orangeroten Flecken an den Oberschenkelinnenseiten aus. Sein charakteristischer, morseartiger Ruf ist in warmen Sommernächten in den Wäldern der Küstenebene häufig zu hören.

Steckbrief: Rotkehllaubfrosch (Hyla femoralis)
Wissenschaftlicher NameHyla femoralis
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieHylidae
GattungHyla
Größe2,5–4,5 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungSüdöstliche USA (Küstenebene)
LebensraumKiefernwälder, Sümpfe, temporäre Gewässer
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Kiefernwald-Laubfrosch ist ein kleiner Frosch mit einer Körperlänge von nur 2,5–4,5 cm. Die Oberseite ist variabel gefärbt – von hellgrau über rötlichbraun bis dunkelbraun, oft mit unregelmäßigen dunklen Flecken oder Bändern. Die Farbe kann je nach Stimmung und Temperatur wechseln.

Das namensgebende Merkmal sind die leuchtend orangeroten bis gelben Flecken an den Innenseiten der Oberschenkel, die jedoch nur im Sprung oder bei gestreckten Beinen sichtbar werden. Die Unterseite ist weißlich. Die Haftscheiben an den Zehen sind relativ groß im Verhältnis zur Körpergröße. Die Augen sind groß mit einer goldenen Iris.

Verbreitung & Lebensraum

Der Kiefernwald-Laubfrosch ist in der Küstenebene der südöstlichen USA verbreitet – von Virginia und North Carolina über South Carolina, Georgia, Florida bis nach Louisiana. Er kommt hauptsächlich in Tieflandgebieten bis etwa 300 Meter Höhe vor.

Wie sein Name andeutet, bewohnt er bevorzugt Kiefernwälder (Pinus palustris und P. elliottii), insbesondere die für den Südosten typischen Longleaf-Pine-Ökosysteme. Er kommt auch in Sümpfen, an Teichrändern und in feuchten Wäldern vor. Zur Fortpflanzung nutzt er temporäre Pfützen, Gräben und flache Teiche in Waldnähe.

Lebensweise & Verhalten

Der Kiefernwald-Laubfrosch ist nachtaktiv und verbringt den Tag versteckt in Rindenrissen, unter loser Rinde, in Baumhöhlen oder auf Blättern. Er klettert geschickt an Kiefernstämmen und in der Unterholzvegetation.

Die Männchen rufen während der warmen Sommermonate (Mai–September) von niedriger Vegetation in der Nähe von Gewässern. Der Ruf ist ein regelmäßig wiederholtes, morseartiges „Tack-tack-tack", das in warmen, regnerischen Nächten besonders häufig zu hören ist. Die Art überwintert unter Rinde, in Baumhöhlen oder in der Laubstreu und ist gegenüber Frost relativ tolerant.

Ernährung

Der Kiefernwald-Laubfrosch ernährt sich von kleinen Wirbellosen wie Ameisen, Fliegen, kleinen Käfern, Milben und Spinnen. Er jagt nachts in der Vegetation und auf Baumstämmen, wobei er seine Beute mit schnellen Zungenschlägen erbeutet.

Im Terrarium eignen sich Drosophila, Springschwänze, kleine Grillen und Blattläuse als Futter. Aufgrund seiner geringen Größe sollten die Futtertiere entsprechend klein gewählt werden. Eine Supplementierung mit Kalzium ist wichtig.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet von Mai bis September statt, mit einem Höhepunkt in den warmen, regnerischen Sommermonaten. Die Männchen rufen von niedriger Vegetation an temporären Gewässern und bilden manchmal große Rufchöre. Die Paarung erfolgt im Amplexus im Wasser.

Die Weibchen legen 100–200 Eier in kleinen Gruppen an Wasserpflanzen in flachem Wasser ab. Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und entwickeln sich über 50–75 Tage. Da die Larvalgewässer oft temporär sind, ist eine schnelle Entwicklung überlebenswichtig. Die Jungfrösche sind bei der Metamorphose nur etwa 1,2 cm groß.

Haltung im Terrarium

Der Kiefernwald-Laubfrosch eignet sich für die Haltung in einem kleinen bis mittelgroßen Terrarium ab 40 × 30 × 40 cm. Die Einrichtung sollte Kletteräste, Kunstpflanzen, Korkrinde als Versteck und ein flaches Wasserbecken umfassen. Ein leicht sandiger Bodengrund simuliert den natürlichen Kiefernwaldboden.

Die Temperatur sollte tagsüber 22–28 °C betragen, nachts auf 18–20 °C absinken. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 60–80 % liegen. Eine moderate Winterruhe bei 10–15 °C über 2–3 Monate ist empfehlenswert. Die Art ist in Europa nur selten im Handel erhältlich.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Kiefernwald-Laubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets häufig und die Populationen gelten als stabil.

Lokale Bedrohungen sind der Verlust der Longleaf-Pine-Ökosysteme durch Holzwirtschaft und Urbanisierung. Diese Kiefernwälder gehören zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen Nordamerikas – nur noch etwa 3 % der ursprünglichen Fläche sind erhalten. Maßnahmen zur Wiederherstellung dieser Wälder kommen auch dem Kiefernwald-Laubfrosch zugute.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Hyla femoralisamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Hyla femoralisiucnredlist.org
  3. Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
  4. Means, D. B. (2000): Southeastern U.S. Coastal Plain habitats of the Pine Woods Treefrog. Southeastern Naturalist, 4, 95–114.
  5. Elliott, L. et al. (2009): The Frogs and Toads of North America. Houghton Mifflin Harcourt.

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