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Rotmeer-Falterfisch (Chaetodon paucifasciatus)

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Rotmeer-Falterfisch (Chaetodon paucifasciatus)

Bildquelle: aquapix / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Rotmeer-Falterfisch ist ein attraktiver Meerwasserfisch, der ausschließlich im Roten Meer und im Golf von Aden vorkommt. Mit seinem auffälligen Muster aus dunklen Chevron-Streifen auf hellem Grund und dem markanten schwarzen Augenfleck ist er ein Juwel unter den Falterfischen.

Der Rotmeer-Falterfisch ist ein attraktiver Meerwasserfisch, der ausschließlich im Roten Meer und im Golf von Aden vorkommt. Mit seinem auffälligen Muster aus dunklen Chevron-Streifen auf hellem Grund und dem markanten schwarzen Augenfleck ist er ein Juwel unter den Falterfischen.

Steckbrief: Rotmeer-Falterfisch (Chaetodon paucifasciatus)
Wissenschaftlicher NameChaetodon paucifasciatus
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieFalterfische (Chaetodontidae)
GattungChaetodon
Größe12–14 cm
Gewicht30–60 g
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungRotes Meer, Golf von Aden
LebensraumKorallenriffe, Riffhänge, Lagunen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 400 Liter
Temperatur24–27 °C
pH-Wert8.1–8.4
WasserhärtedKH 8–12

Beschreibung & Aussehen

Der Rotmeer-Falterfisch erreicht eine Größe von 12–14 cm und besitzt den typischen, seitlich stark abgeflachten, scheibenförmigen Körper der Falterfische. Die Grundfarbe ist weißlich bis cremefarben mit auffälligen, dunkelbraunen bis schwarzen Chevron-Streifen (V-förmige Winkelstreifen), die den Körper überziehen und ein markantes geometrisches Muster bilden.

Die hintere Körperhälfte und die Afterflosse zeigen eine warme, orange-gelbe Färbung. Ein schwarzer Augenstreifen verläuft senkrecht durch das Auge – eine typische Tarnstrategie der Falterfische, die das echte Auge verbirgt. Am hinteren Körperende befindet sich ein dunkler Fleck, der Fressfeinde über die Schwimmrichtung täuschen soll. Die Rückenflosse ist hoch und durchgehend.

Verbreitung & Lebensraum

Der Rotmeer-Falterfisch ist ein Endemit des Roten Meeres und des Golfs von Aden – er kommt weltweit nur in dieser Region vor. Dies macht ihn zu einem begehrten Fisch für Meerwasseraquarianer, die sich auf Rotes-Meer-Biotope spezialisieren.

In seinem natürlichen Lebensraum findest du den Rotmeer-Falterfisch an Korallenriffen, Riffhängen und in Lagunen in Tiefen von 3–20 Metern. Er bevorzugt Bereiche mit reichem Korallenwuchs, insbesondere Acropora und andere Steinkorallen, die sowohl als Nahrungsquelle als auch als Schutz dienen. Die Art ist typischerweise paarweise oder in kleinen Gruppen anzutreffen.

Lebensweise & Verhalten

Der Rotmeer-Falterfisch lebt typischerweise in festen Paaren, die ein gemeinsames Revier am Riff bewohnen und verteidigen. Die Paarbindung ist langfristig und stabil. Einzelne Tiere sind weniger häufig zu beobachten als Paare. Gelegentlich bilden sich auch kleine Gruppen, besonders an nahrungsreichen Riffabschnitten.

Die Art ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche an den Korallenformationen. Nachts sucht sie Schutz in Spalten und Höhlen des Riffs. Der Rotmeer-Falterfisch ist relativ standorttreu und bewegt sich selten weit von seinem angestammten Riffabschnitt weg.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Rotmeer-Falterfisch hauptsächlich von Korallenpolypen, kleinen Wirbellosen und Algen, die er mit seinem spitzen Maul geschickt aus den Korallenspalten herauspickt. Er gehört zu den fakultativen Korallenfressern, was die Haltung im Riffaquarium problematisch machen kann.

Im Aquarium solltest du abwechslungsreiches Frostfutter anbieten: Artemia, Mysis, Muschelfleisch und fein gehackte Garnelen. Ergänze mit hochwertigen Flocken oder Pellets für Meerwasserfische. Die Eingewöhnung an Ersatzfutter gelingt nicht bei allen Individuen – achte beim Kauf darauf, dass das Tier bereits frisst. Häufiges Füttern in kleinen Portionen entspricht dem natürlichen Fressverhalten.

Fortpflanzung

Der Rotmeer-Falterfisch ist ein pelagischer Laicher – das Paar steigt in der Dämmerung gemeinsam zur Wasseroberfläche auf und gibt Eier und Spermien simultan ins freie Wasser ab. Die befruchteten Eier treiben als Plankton und schlüpfen nach 18–30 Stunden.

Die Nachzucht im Aquarium ist bisher nicht gelungen. Die winzigen Larven benötigen spezifisches Plankton als Erstnahrung und durchlaufen eine komplexe Metamorphose, die unter Aquarienbedingungen nicht reproduzierbar ist. Alle im Handel erhältlichen Tiere stammen aus Wildfängen im Roten Meer.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung des Rotmeer-Falterfischs benötigst du ein Meerwasseraquarium ab 400 Litern mit stabilen Wasserwerten. Die Temperatur sollte bei 24–27 °C liegen, der pH-Wert bei 8,1–8,4, die Karbonathärte bei 8–12 °dKH. Wie bei allen Meerwasserfischen sind stabile Wasserwerte und eine leistungsstarke Filterung entscheidend.

Die Haltung im reinen Fischbecken (FOWLR – Fish Only With Live Rock) ist empfehlenswerter als im Riffaquarium, da die Art an Korallen fressen kann. Lebendgestein bietet natürliche Nahrungsquellen und Verstecke. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Meerwasserfischen ist möglich, vermeide aber andere Falterfischarten im selben Becken, da es zu Revierstreitigkeiten kommen kann.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Rotmeer-Falterfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Roten Meer häufig und weit verbreitet. Das Rote Meer ist eines der am besten geschützten Meeresgebiete der Welt mit zahlreichen Schutzgebieten und Nationalparks.

Potenzielle Bedrohungen bestehen durch Korallenbleiche infolge steigender Wassertemperaturen, Küstenentwicklung und Verschmutzung. Der Fang für den Aquarienhandel ist reguliert und stellt derzeit keine signifikante Bedrohung dar. Die endemische Verbreitung macht den Schutz der Riffökosysteme im Roten Meer besonders wichtig für diese Art.

Quellen

  1. FishBase: Chaetodon paucifasciatusfishbase.se
  2. IUCN Red List: Chaetodon paucifasciatusiucnredlist.org
  3. Allen, G. R. et al. (1998): Reef Fishes of the Red Sea. Academic Press.
  4. Lieske, E. & Myers, R. (2004): Korallenriff-Führer Rotes Meer. Kosmos Verlag.

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