Der Rotmeer-Picasso-Drückerfisch ist die Rotmeer-Variante des bekannten Picasso-Drückerfischs. Mit seinem kunstvollen Streifenmuster, das an ein Gemälde erinnert, und seiner charakterstarken Persönlichkeit ist er ein faszinierender Aquarienbewohner.
| Wissenschaftlicher Name | Rhinecanthus assasi |
| Ordnung | Kugelfischverwandte (Tetraodontiformes) |
| Familie | Drückerfische (Balistidae) |
| Gattung | Rhinecanthus |
| Größe | 20–30 cm |
| Lebenserwartung | 8–12 Jahre |
| Verbreitung | Rotes Meer, westlicher Indischer Ozean (bis Persischer Golf) |
| Lebensraum | Korallenriffe, Riffplateaus, Sand- und Geröllzonen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 600 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,025 |
Beschreibung & Aussehen
Der Rotmeer-Picasso-Drückerfisch erreicht eine Körperlänge von 20–30 cm und besticht durch sein namensgebendes, kubistisch anmutendes Farbmuster. Die Grundfärbung ist cremefarben bis beige mit einem komplexen Muster aus schwarzen, blauen und gelben Streifen und Flecken. Über die Augen verlaufen markante dunkle Streifen, und am Schwanzstiel befinden sich parallele dunkle Bänder.
Von seinem Verwandten, dem gewöhnlichen Picasso-Drückerfisch (R. aculeatus), unterscheidet er sich durch die dunklere Gesichtszeichnung und die insgesamt kräftigere Musterung. Der Körper ist hochrückig und seitlich abgeflacht, mit einem kräftigen Kiefer und kleinen, aber starken Zähnen, die zum Knacken von Hartschalennahrung dienen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Rotmeer-Picasso-Drückerfisch ist im Roten Meer und im westlichen Indischen Ozean bis zum Persischen Golf verbreitet. Du findest ihn auf Riffplateaus, in Sand- und Geröllzonen in der Nähe von Korallenriffen in Tiefen von 1–15 Metern.
Die Tiere bewohnen feste Reviere, die sie aggressiv gegen Artgenossen und andere Eindringlinge verteidigen. Besonders während der Brutzeit können sie extrem territorial werden und sogar Taucher attackieren, die ihrem Nest zu nahe kommen.
Lebensweise & Verhalten
Der Rotmeer-Picasso-Drückerfisch ist tagaktiv und durchstreift tagsüber sein Revier auf der Suche nach Nahrung. Er ist ein neugieriger und intelligenter Fisch, der seine Umgebung aufmerksam beobachtet und schnell lernt. Im Aquarium erkennt er seinen Pfleger und reagiert auf dessen Annäherung.
Nachts verankert er sich mit seinem aufstellbaren Rückenstachel (dem „Drücker") in einer Riffspalte, um nicht von der Strömung fortgetragen zu werden. Dieser Verriegelungsmechanismus ist namensgebend für die gesamte Familie. Bei Bedrohung kann er zudem knurrende Geräusche erzeugen.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Rotmeer-Picasso-Drückerfisch von Seeigeln, Krebstieren, Muscheln, Schnecken, Würmern und kleinen Fischen. Mit seinen kräftigen Zähnen knackt er mühelos die Schalen von Hartschalennahrung. Er bläst auch gezielt Wasserstrahlen in den Sand, um vergrabene Beute freizulegen.
Im Aquarium akzeptiert er verschiedenste Futtersorten. Biete ihm Frostfutter wie Muschelfleisch, Garnelen, Krill und Tintenfisch an. Ergänze den Speiseplan mit Seeigeln und hartschaligen Krebstieren, um den Zahnabrieb zu fördern und die Zähne kurz zu halten. Füttere zwei- bis dreimal täglich.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung des Rotmeer-Picasso-Drückerfisches findet im flachen Wasser statt. Das Weibchen legt die Eier in eine zuvor gegrabene Mulde im Sandboden. Beide Elternteile bewachen das Gelege aggressiv und attackieren jeden Eindringling, der sich dem Nest nähert – einschließlich Taucher.
Die Eier schlüpfen nach wenigen Tagen und die Larven werden vom Strom fortgetragen. Im Aquarium ist die Zucht bisher nicht erfolgreich gelungen, da die Tiere sehr große Reviere und natürliche Auslöser für das Fortpflanzungsverhalten benötigen.
Haltung im Aquarium
Der Rotmeer-Picasso-Drückerfisch benötigt ein Aquarium ab 600 Litern. Die Einrichtung sollte Lebendgestein mit Höhlen und Spalten zum Verstecken bieten sowie einen sandigen Bodengrund. Die Tiere graben gern und können die Dekoration umgestalten, daher solltest du Steine stabil aufbauen.
Beachte, dass Drückerfische nicht riffkompatibel sind! Sie fressen Korallen, Seeigel, Garnelen, Schnecken und andere Wirbellose. Die Haltung ist daher nur in reinen Fischbecken oder FOWLR-Becken (Fish Only With Live Rock) empfehlenswert. Die Vergesellschaftung mit anderen robusten Fischen ähnlicher Größe ist möglich.
Halte nur ein einzelnes Exemplar, da Artgenossen nicht toleriert werden. Die Wassertemperatur sollte 24–27 °C betragen. Picasso-Drückerfische sind robuste Aquarienfische mit einer ausgeprägten Persönlichkeit, die ihren Pfleger erkennen und aktiv auf Fütterung reagieren.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Rotmeer-Picasso-Drückerfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Bestände im Roten Meer und im westlichen Indischen Ozean sind stabil.
Für den Aquarienhandel werden die Tiere als Wildfänge exportiert. Die Nachfrage ist moderat und stellt keine Bedrohung für die Wildpopulationen dar. In vielen Regionen wird die Art auch als Speisefisch genutzt.
Quellen
- FishBase: Rhinecanthus assasi – fishbase.se
- IUCN Red List: Rhinecanthus assasi – iucnredlist.org
- Debelius, H. (1998): Rotes Meer – Korallenriffe. Jahr Verlag.
- Matsuura, K. (2015): Taxonomy and systematics of tetraodontiform fishes. Springer.
- Fossa, S. A. & Nilsen, A. J. (2000): Das Korallenriff-Aquarium. Schmettkamp Verlag.
