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Rubin-Kardinalfisch (Tanichthys micagemmae)

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Rubin-Kardinalfisch (Tanichthys micagemmae)

Bildquelle: Pavaphon Supanantananont / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Rubin-Kardinalfisch ist ein bezaubernder Zwergfisch aus den Wäldern Zentralvietnams. Mit seiner rubinroten Färbung und seiner winzigen Größe von nur 2–3 cm ist er ein idealer Bewohner für Nano-Aquarien. Die Art wurde erst 2001 wissenschaftlich beschrieben und ist in der Natur durch Lebensraumverlust gefährdet.

Der Rubin-Kardinalfisch ist ein bezaubernder Zwergfisch aus den Wäldern Zentralvietnams. Mit seiner rubinroten Färbung und seiner winzigen Größe von nur 2–3 cm ist er ein idealer Bewohner für Nano-Aquarien. Die Art wurde erst 2001 wissenschaftlich beschrieben und ist in der Natur durch Lebensraumverlust gefährdet.

Steckbrief: Rubin-Kardinalfisch (Tanichthys micagemmae)
Wissenschaftlicher NameTanichthys micagemmae
OrdnungKarpfenartige (Cypriniformes)
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
GattungTanichthys
Größe2–3 cm
Gewicht0,3–1 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungVietnam (Zentralvietnam, Quang Nam-Provinz)
LebensraumFlache, langsam fließende Bäche und Tümpel in bewaldeten Gebieten
SchutzstatusGefährdet (VU) – IUCN
Aquariumab 30 Liter
Temperatur18–24 °C
pH-Wert6,0–7,5
Wasserhärte2–12 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Rubin-Kardinalfisch ist ein winziger Fisch, der nur 2–3 cm Gesamtlänge erreicht. Die Grundfärbung ist bräunlich-golden mit einem leuchtend roten Band, das sich vom Auge bis zur Schwanzbasis zieht. Die Flossen sind transparent bis rötlich getönt, wobei die Schwanzflosse bei Männchen intensiver rot gefärbt ist.

Im Vergleich zu seinem bekannteren Verwandten, dem Kardinalfisch (Tanichthys albonubes), ist der Rubin-Kardinalfisch kleiner und zeigt eine deutlich intensivere rote Färbung. Männchen sind schlanker und farbenprächtiger als Weibchen, die besonders zur Laichzeit einen rundlicheren Bauch aufweisen. Bei guter Pflege und optimalen Wasserwerten leuchtet die rubinrote Zeichnung besonders intensiv.

Verbreitung & Lebensraum

Der Rubin-Kardinalfisch kommt ausschließlich in der Quang-Nam-Provinz in Zentralvietnam vor. Sein Verbreitungsgebiet ist extrem klein und auf wenige Bachabschnitte in bewaldeten Hügelgebieten beschränkt. Die Art wurde erst 2001 von Freyhof und Herder wissenschaftlich beschrieben.

In seiner Heimat besiedelt er flache, langsam fließende Bäche und temporäre Tümpel, die von dichtem Wald umgeben sind. Das Wasser ist weich, leicht sauer und oft durch Gerbstoffe bräunlich gefärbt. Der Untergrund besteht aus Laub, feinem Sand und kleinen Steinen. Die Gewässer sind meist schattig und relativ kühl.

Lebensweise & Verhalten

Der Rubin-Kardinalfisch ist ein friedlicher Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 10 Tieren gehalten werden sollte. In größeren Gruppen zeigen die Männchen ihre Farben deutlich intensiver und führen untereinander beeindruckende Imponierverhalten auf. Die Art ist tagaktiv und hält sich bevorzugt in den mittleren und oberen Wasserschichten auf.

Innerhalb des Schwarms gibt es eine lockere Hierarchie, wobei dominante Männchen die intensivste Färbung zeigen und kleinere Reviere innerhalb des Schwarms verteidigen. Gegenüber anderen Fischarten ist die Art ausgesprochen friedlich und zurückhaltend. Aufgrund ihrer geringen Größe solltest du sie nicht mit zu großen oder räuberischen Beifischen vergesellschaften.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Rubin-Kardinalfisch von winzigen Wirbellosen, Mikroorganismen und Algen, die er von Blättern und aus dem Wasser pickt. Sein kleines Maul ist auf entsprechend kleine Nahrungspartikel spezialisiert.

Im Aquarium akzeptiert er feines Flockenfutter, Mikrogranulat und alle Arten von kleinem Frost- und Lebendfutter. Artemia-Nauplien, Mikrowürmchen und Daphnien werden besonders gerne angenommen. Abwechslungsreiches Futter mit einem hohen Anteil an kleinem Lebendfutter fördert die Farbpracht und Vitalität dieser winzigen Juwelen.

Fortpflanzung

Die Zucht des Rubin-Kardinalfischs gelingt im Aquarium bei geeigneten Bedingungen. Die Art ist ein Freilaicher, der seine Eier über Moos, feinfiedrigen Pflanzen oder Laichmopp verteilt. Die Paarung findet meist in den Morgenstunden statt, wobei die Männchen mit gespreizten Flossen um die Weibchen werben.

Das Weibchen gibt täglich einige wenige Eier ab, die zwischen Pflanzen haften bleiben. Die Eier sind sehr klein und durchsichtig. Die Larven schlüpfen nach 2–3 Tagen und sind in den ersten Tagen auf Infusorien angewiesen, bevor sie Artemia-Nauplien annehmen können. Die Eltern stellen den Eiern und Larven normalerweise nicht nach, sodass eine Aufzucht im Gesellschaftsbecken bei dichter Bepflanzung möglich ist.

Haltung im Aquarium

Der Rubin-Kardinalfisch ist ein idealer Bewohner für Nano-Aquarien ab 30 Litern. Richte das Becken mit feinem Sand, Wurzeln und einer dichten Bepflanzung aus feinfiedrigen Pflanzen ein. Etwas Herbstlaub auf dem Boden simuliert den natürlichen Lebensraum und gibt Gerbstoffe ab, die das Wohlbefinden fördern. Eine gedämpfte Beleuchtung kommt der Art entgegen.

Die Wassertemperatur sollte bei 18–24 °C liegen – der Rubin-Kardinalfisch ist keine tropische Art und verträgt übermäßige Wärme schlecht. Der pH-Wert sollte zwischen 6,0 und 7,5 liegen, die Gesamthärte bei 2–12 °dGH. Die Vergesellschaftung mit anderen kleinen, friedlichen Arten wie Zwerggarnelen, Zwergbärblingen und kleinen Welsen ist ideal. Vermeide große oder lebhafte Beifische.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Rubin-Kardinalfisch wird von der IUCN als „Vulnerable" (gefährdet) eingestuft. Sein extrem kleines Verbreitungsgebiet und der fortschreitende Verlust seines Waldhabitats durch Abholzung und landwirtschaftliche Nutzung stellen ernsthafte Bedrohungen dar. Die Gewässer in seiner Heimat sind zudem durch Sedimenteintrag und Wasserentnahme gefährdet.

Die Aquarienpopulationen sind mittlerweile gut etabliert, und die meisten im Handel erhältlichen Tiere stammen aus Nachzuchten. Der Kauf von Nachzuchten ist daher unbedingt zu bevorzugen. Der Schutz der verbliebenen Waldgebiete in der Quang-Nam-Provinz ist für das Überleben der Wildpopulationen entscheidend.

Quellen

  1. FishBase: Tanichthys micagemmaefishbase.se
  2. IUCN Red List: Tanichthys micagemmaeiucnredlist.org
  3. Freyhof, J. & Herder, F. (2001): Tanichthys micagemmae, a new miniature cyprinid fish from central Vietnam. Ichthyological Exploration of Freshwaters, 12(3), 215–220.
  4. Seriously Fish: Tanichthys micagemmaeseriouslyfish.com
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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