Der Rundkopf-Papageifisch ist einer der häufigsten und größten Papageifische im Roten Meer. Mit seinem markanten runden Kopfprofil und der Fähigkeit, Korallen zu zermalmen und in feinen Sand umzuwandeln, spielt er eine wichtige ökologische Rolle bei der Riffbildung.
| Wissenschaftlicher Name | Hipposcarus harid |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Papageifische (Scaridae) |
| Gattung | Hipposcarus |
| Größe | 40–75 cm |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre |
| Verbreitung | Westlicher Indischer Ozean, Rotes Meer |
| Lebensraum | Korallenriffe, Seegraswiesen, Lagunen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 3000 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,025 |
Beschreibung & Aussehen
Der Rundkopf-Papageifisch erreicht eine beeindruckende Körperlänge von 40–75 cm und zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Terminale Männchen sind leuchtend blaugrün gefärbt mit rosafarbenen bis lachsfarbenen Akzenten am Kopf und an den Schuppen. Das namensgebende runde Kopfprofil ist bei erwachsenen Männchen besonders ausgeprägt.
Initiale Phasentiere (Weibchen und jüngere Männchen) sind bräunlich bis olivfarben mit einem unscheinbareren Erscheinungsbild. Typisch für Papageifische ist das schnabelartige Gebiss, das aus verschmolzenen Zähnen besteht und zum Abschaben von Korallen und Algen dient. Die kräftigen Schlundzähne zermalmen das aufgenommene Korallenmaterial.
Verbreitung & Lebensraum
Der Rundkopf-Papageifisch ist im westlichen Indischen Ozean verbreitet, vom Roten Meer über den Golf von Aden bis zur ostafrikanischen Küste und Madagaskar. Du findest ihn in Korallenriffen, Seegraswiesen und Lagunen in Tiefen von 1–20 Metern.
Die Tiere bevorzugen flache Riffbereiche mit reichem Korallenwachstum. Im Roten Meer sind sie besonders häufig an den Riffen des zentralen und südlichen Abschnitts anzutreffen. Große Schwärme von Papageifischen ziehen über die Riffplateaus und hinterlassen deutliche Fraßspuren.
Lebensweise & Verhalten
Der Rundkopf-Papageifisch ist tagaktiv und zieht in Gruppen oder Schwärmen über das Riff. Beim Fressen erzeugt er deutlich hörbare Kratzgeräusche, wenn er mit seinem Schnabel Korallenmaterial abschabt. Das aufgenommene Korallenskelett wird zermalmt und als feiner weißer Sand ausgeschieden – ein einzelner Papageifisch kann so jährlich hunderte Kilogramm Korallensand produzieren.
Nachts spinnen sich viele Papageifische eine schützende Schleimhülle, die sie vor Parasiten und dem Geruchssinn von Fressfeinden wie Muränen schützt. Wie andere Papageifische ist auch diese Art ein protogynischer Zwitter, bei dem sich Weibchen zu Männchen umwandeln können.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Rundkopf-Papageifisch von Algen, die auf und in abgestorbenen Korallen wachsen. Dabei nimmt er zwangsläufig auch Korallenskelett auf, das in seinen kräftigen Schlundzähnen zu feinem Sand zerrieben wird. Er ist damit ein wichtiger „Bioerodierer", der zur Sandproduktion auf tropischen Stränden beiträgt.
Im Aquarium ist die Fütterung anspruchsvoll. Biete pflanzliche Kost wie Nori-Algenblätter, Spirulina und Makroalgen an. Der Fisch benötigt auch Hartsubstrate, an denen er nagen kann. Aufgrund seiner speziellen Ernährungsbedürfnisse und Größe ist die Haltung nur etwas für Spezialisten mit sehr großen Anlagen.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet in Gruppen statt. Terminale Männchen verteidigen Laichreviere und balzen um die Weibchen. Das Paar steigt gemeinsam auf, um Eier und Spermien ins freie Wasser abzugeben. Alternativ können auch Massenlaichereignisse stattfinden.
Die pelagischen Eier treiben mit der Strömung und die Larven leben mehrere Wochen planktonisch. Eine Nachzucht im Aquarium ist aufgrund der Größe der Tiere und der speziellen Anforderungen praktisch nicht möglich.
Haltung im Aquarium
Die Haltung des Rundkopf-Papageifisches ist ausschließlich in sehr großen Aquarien ab 3000 Litern oder besser in öffentlichen Schauaquarien möglich. Die Tiere benötigen enormen Schwimmraum und eine robuste Einrichtung, da sie mit ihrem kräftigen Schnabel Steine und Korallen bearbeiten.
Papageifische sind keine typischen Aquarienfische und stellen hohe Anforderungen an Platz, Fütterung und Wasserqualität. Sie sind nicht riffkompatibel, da sie aktiv Korallen fressen. Die Haltung ist nur in FOWLR-Becken oder speziellen Großanlagen sinnvoll.
Wenn du einen Rundkopf-Papageifisch pflegen möchtest, stelle sicher, dass du über die nötigen Ressourcen und Erfahrung verfügst. Die Wassertemperatur sollte 24–27 °C betragen.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Rundkopf-Papageifisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Bestände sind stabil, obwohl die Art in einigen Regionen als Speisefisch gefangen wird.
Papageifische spielen eine zentrale ökologische Rolle auf Korallenriffen, da sie das Algenwachstum kontrollieren und zur Sandproduktion beitragen. Der Schutz dieser Arten ist daher von großer Bedeutung für die Gesundheit tropischer Riffökosysteme. In einigen Schutzgebieten ist der Fang von Papageifischen verboten.
Quellen
- FishBase: Hipposcarus harid – fishbase.se
- IUCN Red List: Hipposcarus harid – iucnredlist.org
- Debelius, H. (1998): Rotes Meer – Korallenriffe. Jahr Verlag.
- Bellwood, D. R. & Choat, J. H. (2011): Dangerous demographics: The lack of juvenile humphead parrotfishes on the Great Barrier Reef. Coral Reefs, 30(2).
- Lieske, E. & Myers, R. (2004): Korallenfische der Welt. Jahr Top Special Verlag.
