Frösche

Sandfrosch (Pelobates syriacus)

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Sandfrosch (Pelobates syriacus)

Bildquelle: Anna Seropiani / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Syrische Schaufelkrötenfrosch ist ein grabender Froschlurch aus Südosteuropa und Westasien. Er besitzt an seinen Hinterfüßen spatenartige Verhornungen, mit denen er sich rückwärts in den sandigen Boden eingräbt. Tagsüber ruht er unterirdisch und wird erst in der Dämmerung aktiv. Seine großen, auffälligen Augen mit vertikalen Pupillen verraten seine nachtaktive Lebensweise.

Der Syrische Schaufelkrötenfrosch ist ein grabender Froschlurch aus Südosteuropa und Westasien. Er besitzt an seinen Hinterfüßen spatenartige Verhornungen, mit denen er sich rückwärts in den sandigen Boden eingräbt. Tagsüber ruht er unterirdisch und wird erst in der Dämmerung aktiv. Seine großen, auffälligen Augen mit vertikalen Pupillen verraten seine nachtaktive Lebensweise.

Steckbrief: Sandfrosch (Pelobates syriacus)
Wissenschaftlicher NamePelobates syriacus
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieKrötenfrösche (Pelobatidae)
GattungPelobates
Größe5–8 cm
Gewicht15–40 g
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungSüdosteuropa, Westasien (Balkan bis Iran)
LebensraumSandige und lockere Böden, Steppen, Kulturland
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Syrische Schaufelkrötenfrosch erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm und hat einen gedrungenen, glatten Körperbau. Die Oberseite ist hellgrau, gelblichbraun oder olivfarben mit unregelmäßigen dunkleren Flecken. Die Haut ist glatter als bei echten Kröten und kann leicht glänzen.

Charakteristisch sind die großen, hervortretenden Augen mit vertikalen Pupillen – ein Merkmal, das ihn von den meisten anderen europäischen Froschlurchen unterscheidet. An den Hinterfüßen befindet sich eine große, schaufelförmige Hornleiste (Metatarsalhöcker), die als Grabwerkzeug dient. Die Unterseite ist weißlich bis gelblich. Männchen sind etwas kleiner als Weibchen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Syrische Schaufelkrötenfrosch kommt in Südosteuropa und Westasien vor – von der Balkanhalbinsel (Griechenland, Bulgarien, Rumänien) über die Türkei und den Kaukasus bis nach Iran und Syrien. In Europa ist er auf die östliche Balkanhalbinsel und einige griechische Inseln beschränkt.

Er bevorzugt offene Landschaften mit lockeren, sandigen oder lehmigen Böden, die sich leicht graben lassen. Typische Habitate sind Steppen, Halbwüsten, Kulturland, Gärten und Küstendünen. Zur Fortpflanzung nutzt er temporäre und permanente flache Gewässer. Gebiete mit schweren, tonigen Böden werden gemieden, da das Eingraben dort nicht möglich ist.

Lebensweise & Verhalten

Der Syrische Schaufelkrötenfrosch ist streng nachtaktiv und verbringt den Tag in selbst gegrabenen Erdlöchern, die bis zu 50 cm tief sein können. Er gräbt sich rückwärts in den Boden ein, indem er die spatenförmigen Hornleisten an seinen Hinterfüßen als Schaufeln benutzt. In wenigen Minuten ist er vollständig im Boden verschwunden.

Bei Bedrohung kann er sich aufblasen und ein unangenehm riechendes Hautsekret absondern, das nach Knoblauch duftet – daher werden die Pelobatidae auch als „Knoblauchkröten" bezeichnet. In Trockenperioden und im Winter gräbt er sich besonders tief ein und verharrt in einer Ruhephase. Nach Regenfällen erscheint er in großen Zahlen an der Oberfläche.

Ernährung

Der Syrische Schaufelkrötenfrosch ernährt sich von einer Vielzahl bodenbewohnender Wirbelloser. Käfer, Ameisen, Schnecken, Regenwürmer und Spinnen bilden die Hauptnahrung. Er jagt nachts auf dem offenen Boden und in niedriger Vegetation.

Im Terrarium kannst du ihn mit Grillen, Heimchen, kleinen Regenwürmern und Asseln füttern. Die Futtertiere sollten mit Kalzium und Vitaminen bestäubt werden. Die Fütterung erfolgt abends, wenn der Frosch aktiv wird, alle 2–3 Tage.

Fortpflanzung

Die Laichzeit findet je nach Region von Februar bis Mai statt, oft nach starken Regenfällen. Die Männchen rufen unter Wasser mit einem dumpfen, klopfenden „Tock-tock-tock", das unter der Wasseroberfläche kaum hörbar ist. Die Paarung erfolgt im Amplexus im Wasser.

Die Weibchen legen dicke, wurstförmige Laichschnüre mit 1.000–4.000 Eiern, die um Wasserpflanzen gewickelt werden. Die Kaulquappen können bemerkenswert groß werden – bis zu 12 cm, größer als der erwachsene Frosch! Diese Riesenlarven entwickeln sich über 2–4 Monate und schrumpfen bei der Metamorphose auf eine Größe von 2–3 cm.

Haltung im Terrarium

Der Syrische Schaufelkrötenfrosch benötigt ein Terrarium ab 80 × 40 × 30 cm mit einer mindestens 15 cm tiefen Schicht aus feinem Sand oder Sand-Erde-Gemisch zum Eingraben. Ein flaches Wasserbecken und einige Verstecke aus Korkrinde oder flachen Steinen ergänzen die Einrichtung.

Die Temperatur sollte tagsüber 22–28 °C betragen, nachts kühler. Eine Winterruhe bei 5–10 °C über 2–3 Monate ist empfehlenswert. Beachte, dass du den Frosch tagsüber kaum zu Gesicht bekommst, da er in seinem Erdloch verborgen bleibt. Die Aktivitätsbeobachtung beschränkt sich auf die Abend- und Nachtstunden.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Syrische Schaufelkrötenfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. In einigen Teilen seines europäischen Verbreitungsgebiets, insbesondere in Griechenland und Bulgarien, sind die Populationen jedoch rückläufig.

Die Hauptbedrohungen sind die Intensivierung der Landwirtschaft, die Zerstörung sandiger Habitate durch Bebauung und die Trockenlegung von Laichgewässern. In der EU ist die Art in der FFH-Richtlinie gelistet und genießt Schutzstatus. Der Erhalt offener Landschaften mit sandigen Böden und temporären Gewässern ist für den Schutz entscheidend.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Pelobates syriacusamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Pelobates syriacusiucnredlist.org
  3. Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.
  4. Stojanov, A. et al. (2011): Die Amphibien und Reptilien Bulgariens. Edition Chimaira.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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