Der Santa-Cruz-Lunglose Salamander ist die Nominatunterart der Ensatina und kommt entlang der kalifornischen Zentralküste vor. Er zeichnet sich durch eine einheitlich rotbraune bis schokoladenbraune Färbung aus und lebt vollständig terrestrisch in feuchten Küstenwäldern. Wie alle Ensatinas besitzt er den charakteristischen eingeschnürten Schwanzansatz.
| Wissenschaftlicher Name | Ensatina eschscholtzii eschscholtzii |
| Ordnung | Schwanzlurche (Caudata) |
| Familie | Lungenlose Salamander (Plethodontidae) |
| Gattung | Ensatina |
| Größe | 8–14 cm |
| Gewicht | 3–7 g |
| Lebenserwartung | 5–15 Jahre |
| Verbreitung | Kalifornische Küste (Monterey bis San Francisco) |
| Lebensraum | Küsten-Eichenwälder, feuchte Wälder, unter Totholz |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Santa-Cruz-Lunglose Salamander erreicht eine Gesamtlänge von 8–14 cm und besitzt die für Ensatinas typische, schlanke Gestalt. Die Oberseite ist einheitlich rotbraun bis schokoladenbraun gefärbt, manchmal mit einem leicht orangefarbenen Stich. Die Unterseite ist deutlich heller – cremefarben bis weißlich. Die Flanken sind oft etwas dunkler als der Rücken.
Wie bei allen Ensatinas ist der Schwanzansatz deutlich eingeschnürt – die namensgebende „Sollbruchstelle" für die Autotomie. Die Haut ist glatt und feucht, die Beine sind dünn mit gut entwickelten Zehen. Als lungenloser Salamander atmet er über die Haut und die Mundschleimhaut. Die Augen sind groß und dunkel, die Nasolabialrinne zwischen Nasenloch und Oberlippe ist gut sichtbar.
Verbreitung & Lebensraum
Diese Unterart kommt entlang der kalifornischen Zentralküste vor, hauptsächlich im Bereich von der San Francisco Bay bis zur Monterey-Halbinsel. Das Verbreitungsgebiet umfasst die Küstengebirge der Santa Cruz Mountains und angrenzende Bereiche.
Der Santa-Cruz-Lunglose Salamander bewohnt feuchte Küstenwälder, insbesondere Küsten-Eichenwälder, Mammutbaumwälder und Mischwälder. Du findest ihn unter morschem Holz, Rindenstücken, flachen Steinen und in der Laubstreu. Die Nähe zur Küste sorgt für eine relativ gleichmäßig hohe Luftfeuchtigkeit, die für diesen lungenlosen Salamander essenziell ist. Er ist nicht an Gewässer gebunden, da die Entwicklung direkt verläuft.
Lebensweise & Verhalten
Der Santa-Cruz-Lunglose Salamander ist nachtaktiv und kommt besonders nach Regenfällen und bei nebligem Wetter an die Oberfläche. In der trockenen Sommerzeit Kaliforniens zieht er sich in tiefere Bodenschichten zurück und hält eine Ästivation, bis die Herbstregen beginnen. Die Aktivitätsperiode erstreckt sich von Oktober/November bis Mai.
Bei Bedrohung zeigt er das typische Ensatina-Abwehrverhalten: steifes Abstrecken der Beine, Schwanzanheben und potenzielle Autotomie. Der abgeworfene Schwanz zuckt noch minutenlang und lenkt den Fressfeind ab. Die Art ist territorial und verteidigt ihren bevorzugten Unterschlupf gegen Artgenossen.
Ernährung
Die Nahrung besteht aus kleinen Wirbellosen des Waldbodens – Insekten, Spinnen, Milben, Asseln, Springschwänze und kleine Schnecken. Die Beute wird nachts im Bodenlaub und unter morschem Holz gesucht und mit der projektilen Zunge oder durch direktes Zupacken erbeutet.
Der Salamander spielt als Prädator der Bodenfauna eine wichtige Rolle im Ökosystem der kalifornischen Küstenwälder. Er reguliert die Populationen kleiner Wirbelloser und trägt so indirekt zum Nährstoffkreislauf bei.
Fortpflanzung
Die Paarung findet im Herbst und Winter statt. Nach der Befruchtung über ein Spermatophor legt das Weibchen im Frühjahr 9–16 große Eier in einer Traube in einem feuchten Hohlraum unter Holz oder Steinen ab. Das Weibchen bewacht die Eier während der gesamten Entwicklungszeit von 3–5 Monaten.
Die Entwicklung verläuft direkt ohne aquatisches Larvenstadium. Die fertig entwickelten Jungtiere schlüpfen als Miniaturausgaben der Erwachsenen und sind sofort selbstständig. Die Weibchen pflanzen sich oft nur alle 2 Jahre fort. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Die Haltung des Santa-Cruz-Lunglosen Salamanders entspricht der der anderen Ensatina-Unterarten. Ein feuchtes Waldterrarium ab 60 × 30 × 30 cm mit Walderde, Moos, morschem Holz und flachen Steinen ist ideal. Ein Wasserbecken ist nicht nötig, aber die Bodenfeuchtigkeit muss konstant hoch sein.
Temperaturen von 14–20 °C sind optimal, über 22 °C sollte nicht hinausgegangen werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 75–90 % liegen. Gefüttert wird mit kleinen Heimchen, Springschwänzen, Asseln und Drosophila. Eine kühle Ruhephase bei 8–12 °C im Winter ist empfehlenswert, ebenso eine leichte Trockenphase im Sommer, um den natürlichen Rhythmus nachzuahmen.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Santa-Cruz-Lunglose Salamander wird als Teil der Gesamtart Ensatina eschscholtzii von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Lokal kann die Art durch Urbanisierung, Waldrodung und die zunehmenden Waldbrände in Kalifornien bedroht sein.
Der Erhalt feuchter Küstenwaldhabitate mit ausreichend Totholz ist für den Schutz dieser Unterart entscheidend. Die Fragmentierung der Wälder durch Siedlungsentwicklung in der San Francisco Bay Area stellt eine zunehmende Bedrohung dar.
Quellen
- AmphibiaWeb: Ensatina eschscholtzii – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Ensatina eschscholtzii – iucnredlist.org
- Stebbins, R. C. & McGinnis, S. M. (2012): Field Guide to Amphibians and Reptiles of California. University of California Press.
- Wake, D. B. (1997): Incipient species formation in salamanders of the Ensatina complex. PNAS, 94(15), 7761–7767.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
