Der Schachbrett-Junker ist ein farbenprächtiger und aktiver Lippfisch aus dem Indopazifik. Sein markantes Schachbrettmuster aus grünen und rosa Schuppen macht ihn zu einem echten Hingucker im Meerwasseraquarium.
| Wissenschaftlicher Name | Halichoeres hortulanus |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Lippfische (Labridae) |
| Gattung | Halichoeres |
| Größe | 20–27 cm |
| Lebenserwartung | 5–8 Jahre |
| Verbreitung | Indopazifik (Rotes Meer bis Polynesien) |
| Lebensraum | Korallenriffe, Sand- und Geröllzonen, Lagunen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 500 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,025 |
Beschreibung & Aussehen
Der Schachbrett-Junker erreicht eine Körperlänge von 20–27 cm und zeigt ein auffälliges Farbmuster, das an ein Schachbrett erinnert. Die Schuppen wechseln zwischen grünen und rosa bis violetten Feldern, was dem Fisch sein namensgebendes Muster verleiht. Der Kopf zeigt ein komplexes Muster aus grünen und orangefarbenen Linien.
Jungtiere sind weißlich mit einem markanten schwarzen Augenfleck auf der Rückenflosse und dunklen Flecken auf dem Körper. Mit zunehmendem Alter entwickelt sich das charakteristische Schachbrettmuster. Der Körper ist langgestreckt und spindelförmig, typisch für aktive schwimmende Lippfische.
Verbreitung & Lebensraum
Der Schachbrett-Junker ist im gesamten Indopazifik verbreitet, vom Roten Meer und der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Polynesien. Du findest ihn in Korallenriffen, Sand- und Geröllzonen sowie in Lagunen in Tiefen von 1–30 Metern.
Die Tiere bevorzugen Bereiche mit einer Mischung aus Korallenbeständen und offenen Sandflächen. Jungtiere halten sich oft in flachen, geschützten Riffbereichen auf, während erwachsene Tiere auch die offeneren Riffzonen besiedeln.
Lebensweise & Verhalten
Der Schachbrett-Junker ist tagaktiv und ein rastloser Schwimmer, der den ganzen Tag das Riff nach Nahrung absucht. Wie viele Lippfische gräbt er sich nachts zum Schlafen in den Sand ein, um vor nachtaktiven Fressfeinden geschützt zu sein.
Die Art ist ein protogynischer Zwitter – alle Tiere werden als Weibchen geboren und können sich bei Bedarf zum Männchen umwandeln. Terminale Männchen sind größer und farbenprächtiger als Weibchen und verteidigen Harems. Gegenüber anderen Fischarten ist der Schachbrett-Junker in der Regel friedlich.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Schachbrett-Junker von kleinen Krebstieren, Schnecken, Seeigeln, Würmern und Muscheln. Er sucht aktiv den Boden und Korallenoberflächen nach Nahrung ab und kann kleine Steine umdrehen, um darunter lebende Beute zu erreichen.
Im Aquarium ist die Fütterung unkompliziert. Er akzeptiert bereitwillig Frostfutter wie Mysis, Artemia, Muschelfleisch und Garnelen sowie Granulat. Füttere mehrmals täglich, da die aktiven Tiere einen hohen Energiebedarf haben. Beachte, dass er kleine Garnelen und andere kleine Wirbellose im Aquarium fressen kann.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet während des Tages statt. Das terminale Männchen balzt um die Weibchen und das Paar steigt gemeinsam auf, um Eier und Spermien ins freie Wasser abzugeben. Die pelagischen Eier treiben mit der Strömung.
Die Larven leben mehrere Wochen planktonisch, bevor sie sich als Jungtiere am Riff ansiedeln. Eine Nachzucht im Aquarium ist bisher nicht dokumentiert.
Haltung im Aquarium
Der Schachbrett-Junker benötigt ein Aquarium ab 500 Litern mit viel Schwimmraum und einem sandigen Bodengrund. Eine mindestens 5 cm dicke Sandschicht ist unverzichtbar, da die Tiere sich nachts zum Schlafen eingraben. Ohne Sand können sie gestresst werden und erkranken.
Die Vergesellschaftung mit den meisten Riffbewohnern ist möglich, jedoch sind kleine Garnelen, Schnecken und Krebstiere vor diesem Lippfisch nicht sicher. Für reine Riffaquarien mit empfindlichen Wirbellosen ist er daher nur bedingt geeignet. Halte nur ein einzelnes Exemplar oder ein Paar.
Die Wassertemperatur sollte 24–27 °C betragen. Der Schachbrett-Junker ist ein robuster und aktiver Aquarienfisch, der mit seiner Farbenpracht und seinem lebhaften Verhalten für viel Abwechslung im Becken sorgt.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Schachbrett-Junker wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist weit verbreitet und die Bestände sind stabil.
Für den Aquarienhandel werden die Tiere als Wildfänge importiert. Aufgrund der weiten Verbreitung und hohen Populationsdichten stellt der Fang keine Bedrohung dar.
Quellen
- FishBase: Halichoeres hortulanus – fishbase.se
- IUCN Red List: Halichoeres hortulanus – iucnredlist.org
- Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
- Lieske, E. & Myers, R. (2004): Korallenfische der Welt. Jahr Top Special Verlag.
- Randall, J. E. (2005): Reef and Shore Fishes of the South Pacific. University of Hawaii Press.
