Fische

Schachbrettcichlide (Dicrossus filamentosus)

4 Min. Lesezeit
Schachbrettcichlide (Dicrossus filamentosus)

Bildquelle: muaiyayo / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Schachbrettcichlide ist ein eleganter Zwergbuntbarsch aus den Schwarzwassergebieten Südamerikas. Ihr namensgebendes Schachbrettmuster aus dunklen Flecken auf hellem Grund und die langgezogenen Flossenfilamente der Männchen machen sie zu einer der schönsten Arten ihrer Gattung. Die Haltung stellt aufgrund der extremen Wasseransprüche eine Herausforderung dar.

Die Schachbrettcichlide ist ein eleganter Zwergbuntbarsch aus den Schwarzwassergebieten Südamerikas. Ihr namensgebendes Schachbrettmuster aus dunklen Flecken auf hellem Grund und die langgezogenen Flossenfilamente der Männchen machen sie zu einer der schönsten Arten ihrer Gattung. Die Haltung stellt aufgrund der extremen Wasseransprüche eine Herausforderung dar.

Steckbrief: Schachbrettcichlide (Dicrossus filamentosus)
Wissenschaftlicher NameDicrossus filamentosus
OrdnungBuntbarschartige (Cichliformes)
FamilieBuntbarsche (Cichlidae)
GattungDicrossus
Größe6–9 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Orinoco- und Rio-Negro-Einzugsgebiet)
LebensraumSchwarzwasserbäche mit Laubstreu und sandigen Böden
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert4,5–6,5
Wasserhärte0–5 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Die Schachbrettcichlide erreicht eine Körperlänge von 6–9 cm, wobei Männchen größer werden als Weibchen. Die Grundfärbung ist cremeweiß bis beige mit einem auffälligen Muster aus dunklen Flecken, die in zwei Reihen angeordnet sind und dem typischen Schachbrettmuster ähneln. Ein dunkles Längsband zieht sich vom Auge bis zur Schwanzbasis.

Männchen entwickeln prächtig verlängerte Flossenfilamente an Rücken-, After- und Schwanzflosse, die bei ausgewachsenen Tieren weit über den Körper hinausragen. Die Schwanzflosse ist leierförmig und zeigt bei Männchen rote Punkte auf blauem Grund. Weibchen bleiben kleiner, haben kürzere Flossen und zeigen zur Laichzeit eine intensiv rote Bauchfärbung.

Verbreitung & Lebensraum

Die Schachbrettcichlide kommt im Orinoco-Einzugsgebiet in Venezuela und Kolumbien sowie im Rio-Negro-System in Brasilien vor. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst verschiedene Schwarzwasserflüsse und deren Zuflüsse in den Tieflandwäldern Südamerikas.

Du findest sie in typischen Schwarzwasserhabitaten: langsam fließende oder stehende Gewässer mit extrem weichem, saurem Wasser (pH oft unter 5,0), das durch Huminsäuren dunkelbraun gefärbt ist. Der Untergrund besteht aus feinem Sand, bedeckt mit einer dicken Schicht abgefallener Blätter. Diese Gewässer sind mineralarm und haben eine verschwindend geringe Leitfähigkeit.

Lebensweise & Verhalten

Die Schachbrettcichlide ist ein ruhiger, eher scheuer Zwergbuntbarsch, der sich bevorzugt in Bodennähe zwischen Laub und Wurzeln aufhält. Männchen sind territorial und verteidigen kleine Reviere, innerhalb derer sie um Weibchen werben. Die Revierverteidigung ist im Vergleich zu anderen Buntbarschen jedoch relativ dezent.

Die Art lebt in lockeren Haremsgruppen, wobei ein Männchen ein Revier mit mehreren Weibchen besetzt. Die Tiere sind überwiegend tagaktiv und durchstöbern den sandigen Boden und die Laubstreu systematisch nach Nahrung. Gegenüber anderen Fischarten ist die Schachbrettcichlide friedlich und zurückhaltend – nur gegenüber artgleichen Rivalen zeigen die Männchen Imponier- und Drohverhalten.

Ernährung

In der Natur ernährt sich die Schachbrettcichlide von kleinen Wirbellosen, die sie im Sand und in der Laubstreu aufspürt. Insektenlarven, Kleinkrebse und Würmer bilden die Hauptnahrung. Sie durchkaut Sandportionen und filtert die darin enthaltene Nahrung heraus (sogenanntes „Sandsieben").

Im Aquarium akzeptiert sie hochwertiges Fein- und Mikrogranulat, bevorzugt aber deutlich Lebend- und Frostfutter. Artemia, Cyclops, Daphnien und Mückenlarven werden begeistert angenommen. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit hohem Anteil an Lebendfutter fördert die Farbpracht und Laichbereitschaft.

Fortpflanzung

Die Schachbrettcichlide ist ein Substratlaicher, der seine Eier bevorzugt auf der Unterseite von Blättern oder flachen Steinen ablegt. Das Weibchen reinigt den Laichplatz sorgfältig und legt 50–100 Eier ab, die vom Männchen befruchtet werden. Die Eier sind klein und klebrig.

Das Weibchen übernimmt die Brutpflege nahezu allein und bewacht und befächelt die Eier intensiv. Nach 2–3 Tagen schlüpfen die Larven, die vom Weibchen mehrfach umgebettet werden. Nach dem Freischwimmen führt das Weibchen die Jungfische durch das Revier. Die Aufzucht erfordert extrem weiches, saures Wasser und kleinstes Futter (Infusorien, Artemia-Nauplien). Die Zucht gilt als anspruchsvoll.

Haltung im Aquarium

Für ein Paar oder eine kleine Haremsgruppe (1 Männchen, 2–3 Weibchen) benötigst du ein Aquarium ab 60 Litern. Richte es mit feinem Sand, viel Herbstlaub (Eiche, Buche), Wurzeln und dezenter Bepflanzung ein. Das Laub gibt Huminsäuren ab und simuliert den natürlichen Schwarzwasserlebensraum. Gedämpftes Licht ist wichtig.

Die Wasseransprüche sind die größte Herausforderung: Der pH-Wert muss zwischen 4,5 und 6,5 liegen, die Gesamthärte unter 5 °dGH. Die Verwendung von Osmosewasser oder Torf-Filterung ist meist notwendig. Die Temperatur sollte bei 24–28 °C liegen. Die Vergesellschaftung mit anderen Schwarzwasserbewohnern wie Roten Neons, Keilfleckbärblingen oder Zwergwelsen ist ideal. Vermeide robuste, durchsetzungsstarke Arten, die die scheuen Cichliden stressen würden.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Schachbrettcichlide wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet relativ häufig und kommt in verschiedenen Flusssystemen vor. Lokale Bedrohungen bestehen durch Abholzung der Regenwälder, die den Wasserhaushalt der Schwarzwasserbäche beeinflusst.

Im Aquarienhandel werden sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten angeboten. Die Nachzucht ist möglich, aber anspruchsvoll, sodass ein erheblicher Teil der Handelstiere weiterhin aus Wildfängen stammt. Der Schutz der Schwarzwasserhabitate im Amazonas- und Orinoco-Becken ist für die langfristige Erhaltung der Art wichtig.

Quellen

  1. FishBase: Dicrossus filamentosusfishbase.se
  2. Seriously Fish: Dicrossus filamentosusseriouslyfish.com
  3. IUCN Red List: Dicrossus filamentosusiucnredlist.org
  4. Linke, H. & Staeck, W. (1994): Amerikanische Cichliden II – Große Buntbarsche. Tetra Verlag.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken