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Schachbrettsalmler (Thayeria boehlkei)

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Schachbrettsalmler (Thayeria boehlkei)

Bildquelle: Mr. Witoon Boonchoo / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Schachbrettsalmler, auch Pinguinsalmler genannt, ist ein lebhafter und robuster Schwarmfisch aus dem Amazonas. Sein charakteristisches Merkmal ist die schräge Schwimmhaltung: Er schwebt typischerweise in einem Winkel von etwa 30–45 Grad im Wasser, wobei der Kopf nach oben zeigt. Dieses einzigartige Verhalten macht ihn sofort erkennbar.

Der Schachbrettsalmler, auch Pinguinsalmler genannt, ist ein lebhafter und robuster Schwarmfisch aus dem Amazonas. Sein charakteristisches Merkmal ist die schräge Schwimmhaltung: Er schwebt typischerweise in einem Winkel von etwa 30–45 Grad im Wasser, wobei der Kopf nach oben zeigt. Dieses einzigartige Verhalten macht ihn sofort erkennbar.

Steckbrief: Schachbrettsalmler (Thayeria boehlkei)
Wissenschaftlicher NameThayeria boehlkei
OrdnungSalmlerartige (Characiformes)
FamilieEchte Salmler (Characidae)
GattungThayeria
Größe5–7 cm
Gewicht2–5 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Amazonasbecken, Brasilien)
LebensraumRuhige Gewässerabschnitte mit dichter Vegetation
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 80 Liter
Temperatur22–28 °C
pH-Wert5,5–7,5
Wasserhärte2–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Schachbrettsalmler erreicht eine Körperlänge von 5–7 cm und besitzt einen schlanken, seitlich leicht abgeflachten Körper. Die Grundfärbung ist silbrig mit einem ausgeprägten schwarzen Längsstreifen, der sich von der Kiemenregion über die gesamte Körperlänge bis in den unteren Lappen der tief gegabelten Schwanzflosse zieht. Dieser asymmetrische Streifen gibt dem Fisch sein unverwechselbares Aussehen.

Die Oberseite schimmert bräunlich-oliv, während die Unterseite silbrig-weiß ist. Oberhalb des schwarzen Streifens verläuft eine zarte, goldene Linie. Die Flossen sind weitgehend transparent. Männchen und Weibchen sind äußerlich nur schwer zu unterscheiden – Weibchen wirken bei genauer Betrachtung etwas fülliger, besonders wenn sie laichbereit sind.

Verbreitung & Lebensraum

Der Schachbrettsalmler stammt aus dem Amazonasbecken in Brasilien. Er kommt insbesondere in den Zuflüssen des Amazonas und im Gebiet des Rio Araguaia vor. Die Art bewohnt verschiedene Gewässertypen des tropischen Tieflandes.

In der Natur findest du ihn in ruhigen bis langsam fließenden Gewässerabschnitten mit dichter Ufervegetation. Er bevorzugt Bereiche mit überhängenden Pflanzen und Wurzelwerk, die Schutz bieten und Insekten ins Wasser fallen lassen. Das Wasser kann klar bis leicht bräunlich sein, mit weichem bis mittelhartem Charakter.

Lebensweise & Verhalten

Das auffälligste Merkmal des Schachbrettsalmlers ist seine charakteristische schräge Schwimmhaltung. In Ruhe schwebt er in einem Winkel von etwa 30–45 Grad im Wasser, wobei der Kopf nach oben und die Schwanzflosse nach unten zeigt. Dieses ungewöhnliche Verhalten hat ihm den englischen Namen „Penguin Tetra" eingebracht. Beim aktiven Schwimmen nimmt er eine horizontale Haltung ein.

Die Art ist ein geselliger Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8 Tieren gehalten werden sollte. Im Schwarm zeigen die Tiere ihr natürliches Verhalten am besten und sind deutlich weniger scheu. Der Schachbrettsalmler ist tagaktiv und ein lebhafter, aber friedlicher Bewohner der mittleren und oberen Wasserschichten.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Schachbrettsalmler omnivor von kleinen Insekten und deren Larven, die auf die Wasseroberfläche fallen, sowie von Zooplankton und pflanzlichem Material. Er nimmt Nahrung bevorzugt von der Wasseroberfläche oder in der freien Wassersäule auf.

Im Aquarium ist er ein unkomplizierter Allesfresser. Hochwertiges Flockenfutter und feines Granulat werden als Grundnahrung akzeptiert. Ergänze den Speiseplan regelmäßig mit Frost- oder Lebendfutter wie Artemia, Daphnien und Mückenlarven. Die abwechslungsreiche Fütterung fördert Vitalität und Farbintensität.

Fortpflanzung

Der Schachbrettsalmler ist ein Freilaicher, dessen Nachzucht im Aquarium mit etwas Erfahrung gelingen kann. Das Zuchtbecken sollte weiches, leicht saures Wasser und feinfiedrige Pflanzen oder Laichmopp enthalten. Die Paarung findet meist frühmorgens statt, wenn das Männchen das Weibchen in eine Pflanzgruppe treibt.

Das Weibchen gibt 200–400 kleine, klebrige Eier zwischen den Pflanzen ab. Die Eltern sollten nach dem Ablaichen entfernt werden, da sie Laichräuber sind. Die Larven schlüpfen nach 24–36 Stunden und schwimmen nach weiteren 3–4 Tagen frei. Die Aufzucht gelingt mit Infusorien und später mit Artemia-Nauplien.

Haltung im Aquarium

Für einen Schwarm von 8–12 Schachbrettsalmlern benötigst du ein Aquarium ab 80 Litern. Richte es mit einer dichten Randbepflanzung ein, die genügend freien Schwimmraum in der Mitte lässt. Schwimmpflanzen sorgen für die bevorzugte gedämpfte Beleuchtung. Wurzeln und einige Versteckmöglichkeiten runden die Einrichtung ab.

Die Wassertemperatur sollte bei 22–28 °C liegen, der pH-Wert bei 5,5–7,5 und die Gesamthärte bei 2–15 °dGH. Der Schachbrettsalmler ist ein robuster und anpassungsfähiger Fisch, der sich als ausgezeichneter Gesellschaftsfisch für Gemeinschaftsaquarien eignet. Er harmoniert bestens mit anderen friedlichen Salmlern, Panzerwelsen, Bärblingen und kleinen Buntbarschen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Schachbrettsalmler wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Amazonasbecken weit verbreitet und zeigt stabile Populationen. Lokale Bedrohungen bestehen durch Abholzung und Landnutzungsänderungen im Einzugsgebiet.

Im Aquarienhandel werden überwiegend Nachzuchten angeboten, da die Art sich in Zuchtanlagen leicht vermehren lässt. Dies reduziert den Druck auf die Wildpopulationen erheblich. Der Schachbrettsalmler gehört zu den Standardfischen der Süßwasseraquaristik und ist ganzjährig im Handel verfügbar.

Quellen

  1. FishBase: Thayeria boehlkeifishbase.se
  2. Seriously Fish: Thayeria boehlkeiseriouslyfish.com
  3. IUCN Red List: Thayeria boehlkeiiucnredlist.org
  4. Géry, J. (1977): Characoids of the World. T.F.H. Publications.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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