Kröten

Schaufelfußkröte (Scaphiopus holbrookii)

3 Min. Lesezeit
Schaufelfußkröte (Scaphiopus holbrookii)

Bildquelle: Erni / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Östliche Schaufelfußkröte ist eine grabende Amphibienart aus dem östlichen Nordamerika. Sie verbringt den Großteil ihres Lebens unter der Erde und erscheint nur bei starken Regenfällen an der Oberfläche. Ihren Namen verdankt sie einer sichelförmigen Grabschwiele an den Hinterfüßen, mit der sie sich blitzschnell in den Sand eingräbt.

📚 Steckbrief – Schaufelfußkröte (Scaphiopus holbrookii)
Wissenschaftlicher NameScaphiopus holbrookii
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieNordamerikanische Schaufelfußkröten (Scaphiopodidae)
GattungScaphiopus
Größe4,5–7 cm
Gewicht5–15 g
Lebenserwartung5–9 Jahre
VerbreitungÖstliches Nordamerika (USA: Ostküste bis Mittlerer Westen)
LebensraumSandige Böden, Kiefernwälder, Grasland, Ackerland
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Die Östliche Schaufelfußkröte erreicht eine Körperlänge von 4,5–7 cm. Die Haut ist relativ glatt (glatter als bei echten Kröten) und von graubraun bis dunkelbraun gefärbt, manchmal mit helleren Flecken oder Streifen. Die Unterseite ist weißlich.

Namensgebendes Merkmal ist die große, sichelförmige, schwarze Grabschwiele (Metatarsaltuberkel) an jedem Hinterfuß, die als Grabwerkzeug dient. Die Augen sind groß und hervorstehend mit vertikalen, katzenartigen Pupillen. Im Gegensatz zu echten Kröten fehlen auffällige Parotiden. Die Art ist kompakt gebaut mit kurzen Beinen, die zum Graben optimiert sind.

Verbreitung & Lebensraum

Die Östliche Schaufelfußkröte kommt im östlichen Nordamerika vor – von Massachusetts im Norden über die Atlantikküste bis Florida und westlich bis Arkansas und Louisiana. Sie bevorzugt Gebiete mit lockeren, sandigen Böden, in die sie sich leicht eingraben kann.

Typische Lebensräume sind sandige Kiefernwälder, Dünen, Sandebenen und lockere Ackerböden. Die Art meidet schwere Lehm- und Tonböden. Zur Fortpflanzung werden temporäre Gewässer nach starken Regenfällen genutzt.

Lebensweise & Verhalten

Die Schaufelfußkröte führt eine extrem unterirdische Lebensweise. Sie verbringt bis zu 95 % ihres Lebens eingegraben im Boden – oft in Tiefen von 30–60 cm. Nur bei starken Regenfällen oder in warmen, feuchten Nächten kommt sie an die Oberfläche.

Das Eingraben geschieht mit den Hinterfüßen in einer kreisförmigen Schraubbewegung – die Kröte dreht sich dabei wie ein Korkenzieher rückwärts in den Boden und verschwindet innerhalb von Minuten. In Trockenperioden kann sie monatelang im Boden überdauern und dabei ihren Stoffwechsel drastisch herunterfahren. Manche Populationen bilden einen „Kokon" aus eingetrockneter Haut, der den Wasserverlust minimiert.

Ernährung

Die Schaufelfußkröte ernährt sich hauptsächlich von Ameisen, Käfern, Grillen, Spinnen und anderen bodenlebenden Wirbellosen. Die Nahrungssuche findet in den wenigen Nächten statt, in denen die Tiere an die Oberfläche kommen.

Kaulquappen sind Allesfresser und ernähren sich von Algen, Detritus und gelegentlich auch von anderen Kaulquappen (Kannibalismus), insbesondere wenn das Gewässer auszutrocknen droht.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung wird durch starke Regenfälle ausgelöst (meist März–September). Innerhalb weniger Stunden nach einem kräftigen Regen erscheinen hunderte Tiere an temporären Gewässern – dieses Phänomen wird als „explosives Laichen" bezeichnet. Die Männchen rufen mit einem lauten, nasalen „waaaah"-Ruf.

Die Eier werden in kleinen Klumpen (nicht in Schnüren) an Wasserpflanzen oder am Gewässergrund abgelegt. Die Entwicklung ist extrem schnell – Kaulquappen können sich in nur 14–20 Tagen zu Jungkröten entwickeln, eine der schnellsten Metamorphosen aller Froschlurche. Diese Anpassung ist überlebenswichtig, da die temporären Gewässer schnell austrocknen.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Östliche Schaufelfußkröte wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art hat stabile Populationen in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets. Lokale Gefährdungen bestehen durch die Zerstörung sandiger Lebensräume durch Bebauung und die Versiegelung von Böden.

In einigen nördlichen US-Bundesstaaten (Connecticut, Massachusetts) wird die Art als bedroht oder gefährdet geführt.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Scaphiopus holbrookii – amphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Scaphiopus holbrookii – www.iucnredlist.org
  3. Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
  4. Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – Online Reference – amphibiansoftheworld.amnh.org

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken