Der Schlamm-Salamander ist ein kräftig gebauter, leuchtend gefärbter lungenloser Salamander der östlichen USA. Seine Färbung reicht von lachsrot bis schokoladenbraun, je nach Alter und Population. Er lebt bevorzugt in schlammigen Quellbereichen und Sickerquellen, wo er sich unter Steinen und in weichem Substrat vergräbt.
| Wissenschaftlicher Name | Pseudotriton montanus |
| Ordnung | Schwanzlurche (Caudata) |
| Familie | Lungenlose Salamander (Plethodontidae) |
| Gattung | Pseudotriton |
| Größe | 8–16 cm |
| Gewicht | 3–10 g |
| Lebenserwartung | 5–10 Jahre |
| Verbreitung | Östliche USA (New Jersey bis Louisiana) |
| Lebensraum | Schlammige Bäche, Quellbereiche, Sickerquellen, feuchte Wälder |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Schlamm-Salamander erreicht eine Gesamtlänge von 8–16 cm und ist kräftig gebaut mit einem relativ kurzen Schwanz. Junge Tiere sind leuchtend lachsrot bis korallenrot gefärbt mit kleinen, verstreuten schwarzen Flecken. Mit zunehmendem Alter wird die Färbung dunkler und kann zu einem tiefen Schokoladenbraun verblassen – ein markanter Farbwechsel im Laufe des Lebens.
Der Körper ist robust mit einem breiten Kopf und kurzen, kräftigen Beinen. Die Augen sind klein und unauffällig. Die Haut ist glatt und feucht. Die Iris ist gelblich, was den Schlamm-Salamander vom nahe verwandten Roten Salamander (P. ruber) unterscheidet, der eine goldene Iris besitzt. Wie alle Plethodontiden ist er lungenlos mit einer deutlichen Nasolabialrinne.
Verbreitung & Lebensraum
Der Schlamm-Salamander kommt in den östlichen USA vor – von New Jersey und dem südlichen New York über die Küstenebene und das Piedmont bis nach Louisiana und Florida. Sein Verbreitungsgebiet überlappt teilweise mit dem des nah verwandten Roten Salamanders.
Du findest diesen Salamander bevorzugt an Quellbereichen, Sickerquellen und schlammigen, langsam fließenden Bächen. Er vergräbt sich häufig in weichem, schlammigem Substrat – daher sein Name. Auch unter Steinen und morschem Holz in der Nähe von feuchten Quellbereichen ist er zu finden. Klares, sauberes Quellwasser und schlammiger Untergrund sind typische Merkmale seines Lebensraums.
Lebensweise & Verhalten
Der Schlamm-Salamander ist vorwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag im schlammigen Substrat vergraben oder unter Steinen und Holz in der Nähe von Quellbereichen. Er ist eng an feuchte, semiaquatische Habitate gebunden und entfernt sich selten weit vom Wasser.
Die leuchtend rote Färbung junger Tiere dient vermutlich als Mimikry des giftigen Rotfleck-Molchs (Notophthalmus viridescens) – ein Beispiel für Bates'sche Mimikry, bei der eine ungiftige Art die Warnfärbung einer giftigen Art imitiert. Im Winter zieht sich die Art in tiefere Bodenschichten oder in unterirdische Quellbereiche zurück und kann dort das ganze Jahr über aktiv bleiben.
Ernährung
Der Schlamm-Salamander ernährt sich von kleinen Wirbellosen, die er in und um seine schlammigen Lebensräume erbeutet. Zur Nahrung gehören Insektenlarven, Würmer, Schnecken, Asseln und Spinnen. Im schlammigen Substrat sucht er aktiv nach Beutetieren und gräbt diese mitunter aus.
Im Wasser frisst er Bachflohkrebse, Mückenlarven und andere aquatische Wirbellose. Die Larven ernähren sich von kleinem Zooplankton und Wasserinsektenlarven. Die projizierbare Zunge ermöglicht auch die Jagd auf Beute an feuchten Oberflächen in der Umgebung der Quellbereiche.
Fortpflanzung
Die Paarung findet im Herbst und Winter statt. Das Weibchen legt im Winter oder Frühjahr 70–190 Eier einzeln an die Unterseite von Steinen in Quellbereichen oder langsam fließenden Bächen ab. Das Weibchen bewacht die Eier bis zum Schlupf.
Die Larven leben 1,5–3 Jahre aquatisch in Quellbächen, bevor sie metamorphosieren. Diese lange Larvalentwicklung ist typisch für die Gattung Pseudotriton. Die Larven sind bräunlich gefärbt und besitzen äußere Kiemenbüschel. Nach der Metamorphose nehmen die Jungtiere die auffällige rote Färbung an. Die Geschlechtsreife wird nach 4–5 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Schlamm-Salamander kann in einem feuchten Aquaterrarium gehalten werden. Ein Terrarium ab 60 × 30 × 30 cm mit einem großen Wasserbereich mit schlammigem Substrat und einem feuchten Landteil ist ideal. Als Bodengrund eignet sich eine Mischung aus feinem Sand und Torf, in die sich der Salamander eingraben kann. Flache Steine und Moos dienen als zusätzliche Verstecke.
Die Temperatur sollte bei 15–20 °C liegen, wobei kurzzeitig auch etwas höhere Temperaturen toleriert werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte sehr hoch sein (80–95 %). Gefüttert wird mit Regenwürmern, Asseln, Heimchen und Wachsmottenlarven. Eine kühle Winterphase bei 5–10 °C ist empfehlenswert. Das Wasser sollte sauber und gut durchlüftet sein.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Schlamm-Salamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in geeigneten Habitaten noch relativ häufig, lokale Populationen können jedoch durch Wasserverschmutzung, Entwässerung von Feuchtgebieten und Zerstörung von Quellbereichen gefährdet sein.
Die Abhängigkeit von sauberen Quellbereichen und Sickerquellen macht den Schlamm-Salamander anfällig für Veränderungen der Wasserqualität und des Grundwasserspiegels. Der Schutz natürlicher Quellhabitate und die Vermeidung von Pestizideinsatz in der Umgebung von Quellbereichen sind die wichtigsten Schutzmaßnahmen.
Quellen
- AmphibiaWeb: Pseudotriton montanus – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Pseudotriton montanus – iucnredlist.org
- Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
- Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
