Frösche

Schlankfrosch (Rana dalmatina)

4 Min. Lesezeit
Schlankfrosch (Rana dalmatina)

Bildquelle: Marco Lissoni / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Springfrosch ist ein eleganter, langbeiniger Frosch der europäischen Laubwälder. Er ist ein herausragender Springer und kann aus dem Stand Weiten von über 2 Metern erreichen – das 25-fache seiner Körperlänge. Mit seiner schlanken Gestalt und den extrem langen Hinterbeinen ist er für das Leben am Waldboden perfekt angepasst.

Der Springfrosch ist ein eleganter, langbeiniger Frosch der europäischen Laubwälder. Er ist ein herausragender Springer und kann aus dem Stand Weiten von über 2 Metern erreichen – das 25-fache seiner Körperlänge. Mit seiner schlanken Gestalt und den extrem langen Hinterbeinen ist er für das Leben am Waldboden perfekt angepasst.

Steckbrief: Schlankfrosch (Rana dalmatina)
Wissenschaftlicher NameRana dalmatina
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieRanidae
GattungRana
Größe5–8 cm
Gewicht10–30 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungMittel- und Südeuropa
LebensraumLaubwälder, Waldränder, Feuchtwiesen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Springfrosch erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm und ist der schlankeste und eleganteste unter den europäischen Braunfröschen. Die Oberseite ist einfarbig hellbraun bis rötlichbraun, meist ohne auffällige Fleckung. Ein dunkler Schläfenfleck erstreckt sich vom Auge zum Trommelfell, das auffallend groß ist – fast so groß wie das Auge selbst.

Das markanteste Merkmal sind die extrem langen, schlanken Hinterbeine, die im Verhältnis zum Körper deutlich länger sind als bei Gras- und Moorfrosch. Wenn du die Hinterbeine nach vorne an den Körper legst, reicht das Fersengelenk deutlich über die Schnauzenspitze hinaus. Die Unterseite ist weißlich und ungefleckt. Die Schnauze ist spitz und der Gesamthabitus besonders grazil.

Verbreitung & Lebensraum

Der Springfrosch ist in Mittel- und Südeuropa verbreitet – von Nordostspanien über Frankreich, Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien bis zum Balkan und nach Westanatolien. In Deutschland kommt er vor allem im Süden und Westen vor, fehlt aber in Norddeutschland weitgehend.

Er ist ein typischer Waldfrosch und bewohnt bevorzugt lichte Laubwälder, Eichen-Hainbuchen-Wälder, Waldränder und parkähnliche Landschaften. Er bevorzugt wärmere Standorte als der Grasfrosch und meidet nasse, moorige Gebiete. Als Laichgewässer nutzt er stehende Waldtümpel, Weiher und Teiche mit reichlich Unterwasservegetation.

Lebensweise & Verhalten

Der Springfrosch ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und verbringt den Tag versteckt in der Laubstreu, unter Totholz oder in Erdlöchern. Er ist ein ausgezeichneter Springer und kann aus dem Stand Sprungweiten von über 2 Metern erreichen, was ihn zu einem der besten Springer unter den europäischen Fröschen macht.

Im Herbst sucht er Überwinterungsplätze an Land auf – unter Totholz, in Komposthaufen oder in Erdlöchern. Als einer der frühsten Laicher unter den europäischen Fröschen wandert er bereits ab Ende Februar zu den Laichgewässern. Die Wanderungen finden oft noch bei Schnee statt. Während der Wanderung ist er besonders durch den Straßenverkehr gefährdet.

Ernährung

Der Springfrosch ernährt sich von einer Vielzahl bodenbewohnender Wirbelloser. Käfer, Spinnen, Ameisen, Schnecken und Regenwürmer bilden die Hauptnahrung. Seine langen Beine ermöglichen es ihm, Beute über größere Distanzen zu verfolgen und mit einem Sprung zu fangen.

Kaulquappen ernähren sich von Algen, abgestorbenem Pflanzenmaterial und Biofilmen. Im Terrarium kannst du ihn mit Grillen, Heimchen, kleinen Regenwürmern und Asseln füttern. Eine Supplementierung mit Kalzium ist empfehlenswert.

Fortpflanzung

Der Springfrosch ist einer der frühsten Laicher Europas. Die Paarungszeit beginnt bereits Ende Februar bis März, oft noch vor dem Grasfrosch. Die Männchen rufen leise und unauffällig unter Wasser – die Rufe sind so leise, dass du sie nur aus unmittelbarer Nähe hören kannst.

Die Weibchen legen 500–1.800 Eier in einem kompakten, kugelförmigen Laichballen, der an Wasserpflanzen oder untergetauchten Ästen befestigt wird. Ein charakteristisches Merkmal: Der Laichballen wird nicht an der Wasseroberfläche abgelegt, sondern unter Wasser an Pflanzenstängeln angeheftet. Die Kaulquappen schlüpfen nach 2–3 Wochen und metamorphosieren in 2–3 Monaten. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Die Haltung des Springfrosches im Terrarium ist grundsätzlich möglich, aber die Art ist in Deutschland und vielen europäischen Ländern streng geschützt. Nur legal erworbene Nachzuchten dürfen gehalten werden. Ein Terrarium ab 100 × 50 × 50 cm ist für ein Paar erforderlich, da der Frosch viel Platz zum Springen benötigt.

Die Einrichtung sollte eine dicke Laubschicht, Moos, Verstecke aus Korkrinde und ein geräumiges Wasserbecken umfassen. Die Temperatur sollte 18–22 °C betragen, eine Winterruhe bei 4–6 °C über 3–4 Monate ist obligatorisch. Die Art ist im Handel nicht erhältlich und die Haltung erfordert besondere Genehmigungen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Springfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft, ist aber in vielen Teilen seines Verbreitungsgebiets, insbesondere in Deutschland, rückläufig. Er ist in der FFH-Richtlinie der EU (Anhang IV) gelistet und nach deutschem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt.

Die Hauptbedrohungen sind der Verlust lichter Laubwälder, die Trockenlegung von Waldtümpeln, der Straßenverkehr während der Wanderzeit und die Intensivierung der Forstwirtschaft. Schutzmaßnahmen umfassen die Anlage und Pflege von Waldtümpeln, Amphibientunnel und die Förderung naturnaher Waldbewirtschaftung.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Rana dalmatinaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Rana dalmatinaiucnredlist.org
  3. Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.
  4. Laufer, H., Fritz, K. & Sowig, P. (2007): Die Amphibien und Reptilien Baden-Württembergs. Ulmer Verlag.
  5. Bundesamt für Naturschutz: FFH-Artensteckbrief Springfrosch – bfn.de

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken