Die Schmetterlingsbarbe ist ein bezaubernder Zwergfisch aus dem Kongobecken, der mit seinen leopardenartigen schwarzen Flecken auf goldenem Grund und seinen zarten gelben Flossen an einen tropischen Schmetterling erinnert. Mit nur 3–4 cm Größe ist sie ein perfekter Bewohner für kleine, gut eingerichtete Aquarien.
| Wissenschaftlicher Name | Barbus hulstaerti |
| Ordnung | Karpfenartige (Cypriniformes) |
| Familie | Karpfenfische (Cyprinidae) |
| Gattung | Barbus |
| Größe | 3–4 cm |
| Gewicht | 1–2 g |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Demokratische Republik Kongo (Kongobecken) |
| Lebensraum | Kleine Waldbäche und Tümpel in tropischen Regenwäldern |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 40 Liter |
| Temperatur | 22–26 °C |
| pH-Wert | 5,5–7,0 |
| Wasserhärte | 2–10 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Die Schmetterlingsbarbe ist ein winziger Fisch, der nur 3–4 cm Gesamtlänge erreicht. Die Grundfärbung ist golden bis bernsteinfarben mit drei großen, unregelmäßig geformten schwarzen Flecken auf den Flanken. Zusätzlich tragen die transparenten Flossen zarte gelbe bis orangefarbene Farbtöne, die besonders bei Männchen intensiv ausgeprägt sind.
Der Körper ist hochrückig und seitlich abgeflacht, typisch für kleine Barbenarten. Männchen sind schlanker und intensiver gefärbt als die rundlicheren Weibchen. Während der Balz verstärken die Männchen ihre Farben deutlich und zeigen ein eindrucksvolles Imponierverhalten mit gespreizten Flossen. Die Art erinnert in ihrer Erscheinung an einen kleinen, schimmernden Schmetterling – daher der deutsche Name.
Verbreitung & Lebensraum
Die Schmetterlingsbarbe kommt ausschließlich im Kongobecken in der Demokratischen Republik Kongo vor. Ihr Verbreitungsgebiet ist auf die Regenwaldgebiete des zentralen Kongobeckens beschränkt, wo sie in kleinen Waldbächen und Tümpeln lebt.
In ihrer Heimat besiedelt sie schattige, langsam fließende oder stehende Gewässer unter dem Blätterdach des tropischen Regenwaldes. Das Wasser ist weich, leicht sauer und durch Gerbstoffe bräunlich gefärbt. Der Untergrund besteht aus feinem Sand und einer dichten Laubschicht. Diese Habitate sind nährstoffarm, aber reich an kleinen Wirbellosen.
Lebensweise & Verhalten
Die Schmetterlingsbarbe ist ein friedlicher Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden sollte. In der Natur lebt sie in kleinen Schwärmen, die gemeinsam durch die flachen Waldgewässer ziehen und den Bodengrund nach Nahrung durchsuchen. Die Art ist tagaktiv und hält sich bevorzugt in den unteren und mittleren Wasserschichten auf.
Innerhalb des Schwarms zeigen die Männchen untereinander leichte Rivalität und imponieren mit gespreizten Flossen und intensivierter Färbung. Diese Schaukämpfe sind harmlos und ein faszinierendes Schauspiel. Gegenüber anderen Fischarten ist die Schmetterlingsbarbe ausgesprochen friedlich und zurückhaltend.
Ernährung
In der Natur ernährt sich die Schmetterlingsbarbe von winzigen Wirbellosen, Mikroorganismen und organischen Partikeln, die sie im Laub und Sand aufstöbert. Ihr kleines Maul ist auf entsprechend kleine Nahrungspartikel spezialisiert.
Im Aquarium akzeptiert sie feines Flockenfutter und Mikrogranulat. Der Speiseplan sollte regelmäßig mit kleinem Lebend- und Frostfutter ergänzt werden – Artemia-Nauplien, Mikrowürmchen, Grindal und Cyclops werden besonders gerne genommen. Eine abwechslungsreiche Fütterung fördert die Farbpracht und allgemeine Vitalität.
Fortpflanzung
Die Zucht der Schmetterlingsbarbe gelingt im Aquarium bei geeigneten Bedingungen. Die Art ist ein typischer Freilaicher, der seine Eier zwischen feinfiedrigen Pflanzen oder Moos verteilt. Das Männchen umwirbt das Weibchen mit intensiven Farben und treibt es in eine Pflanzengruppe, wo die Eier abgegeben und befruchtet werden.
Das Weibchen gibt pro Laichakt 30–80 kleine, klebrige Eier ab. Die Eltern fressen ihre eigenen Eier, daher sollten sie nach dem Laichen aus dem Zuchtbecken entfernt werden. Die Larven schlüpfen nach 24–48 Stunden und schwimmen nach 3–4 Tagen frei. Die winzigen Jungfische benötigen zunächst Infusorien und Staubfutter, bevor sie Artemia-Nauplien annehmen können.
Haltung im Aquarium
Für einen Schwarm von 8–10 Schmetterlingsbarben eignet sich ein Aquarium ab 40 Litern. Richte es mit feinem, dunklem Sand, Wurzeln und einer dichten Bepflanzung ein. Herbstlaub auf dem Boden simuliert den natürlichen Lebensraum und gibt Huminsäuren ab. Gedämpftes Licht durch Schwimmpflanzen wird bevorzugt.
Die Wassertemperatur sollte bei 22–26 °C liegen, der pH-Wert bei 5,5–7,0 und die Gesamthärte bei 2–10 °dGH. Die Schmetterlingsbarbe ist ein idealer Nano-Fisch, der sich mit anderen kleinen, friedlichen Arten wie Zwergbärblingen, kleinen Salmlern und Zwerggarnelen vergesellschaften lässt. Vermeide große oder hektische Beifische, die die zarten Barben einschüchtern würden.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Schmetterlingsbarbe wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Über den genauen Status der Wildpopulationen im Kongo ist jedoch wenig bekannt, da die Region schwer zugänglich ist und kaum systematisch erforscht wird.
Im Aquarienhandel werden sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten angeboten. Die Nachzucht ist möglich und wird von einigen Spezialzüchtern betrieben. Der Schutz der Regenwaldgewässer im Kongobecken ist allgemein für die Erhaltung der dortigen einzigartigen Fischfauna von Bedeutung.
Quellen
- FishBase: Barbus hulstaerti – fishbase.se
- Seriously Fish: Barbus hulstaerti – seriouslyfish.com
- IUCN Red List: Barbus hulstaerti – iucnredlist.org
- Stiassny, M. L. J. et al. (2007): The Freshwater Fishes of Western Central Africa. IRD Éditions.
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
